Diakonatsweihe

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Sakramentalien
Bereit zur Diakonatsweihe
Handauflegung durch den Bischof
Die Stola wird angelegt
... danach die Dalmatik
Überreichen des Evangeliums
Singen des Evangeliums

Mit der (sechsten Stufe der heiligen Weihen) Diakonatsweihe beginnt der eigentliche sakramentale Bereich des Weihesakramentes. Wie die Priesterweihe und die Bischofsweihe ist auch die Diakonatsweihe ein wahres und eigentliches von Christus eingesetztes Sakrament des Neuen Bundes. Alle drei zusammen bilden das eine Sakrament des Ordo. Im Neuen Testament steht das griechische Wort ,diakonos' für ,Diener'. Wo Jesus von sich sagt: "Ich bin in eurer Mitte wie der Dienende" (Lk 22,27), da steht im Urtext genau dieses Wort (vgl. Mt 20,28). Auch für die Priester und Bischöfe ist es unerlässlich, sich selbst in der Nachfolge Christi stets als Dienende zu verstehen und sich an die Mahnung zu erinnern: "Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei der Knecht aller." (Mk 10,43 f. Es ist bemerkenswert, dass der Papst als sichtbares Oberhaupt der Kirche den offiziellen Titel eines obersten Diakons trägt: "Servus servorum Dei - Diener der Diener Gottes."

Inhaltsverzeichnis

Aufruf und Bereitschaftserklärung

Nach dem namentlichen Aufruf und dem "Adsum" der Weihekandldaten präsentiert der kirchliche Obere sie dem Bischof, worauf dieser fragt: "Weißt du, dass sie würdig sind?" Die Antwort lautet: "Soviel menschliche Gebrechlichkeit es zu erkennen gestattet, weiß und bezeuge ich, dass sie zur Bürde dieses Amtes würdig sind." Danach wendet sich der Bischof an das Volk und fordert auch die Anwesenden zum Zeugnis auf: "Wenn jemand etwas wider sie hat, der trete für Gott und um Gottes Willen mit Zuversicht hervor." Ihre Wurzeln hat diese Befragung in der Urgemeinde von Jerusalem. Es wird genau das nachgeahmt, was damals geschah, als die ersten Diakone bestellt wurden. Es sollten sieben Männer ausgewählt werden, "die ein gutes Zeugnis haben und erfüllt sind von Geist und Weisheit" (Apg 6,3). Die Versammlung stellte die Erwählten den Aposteln vor "und diese beteten und legten ihnen die Hände auf" (Apg 6,6). Für die Diener Gottes und der Kirche ist es von großer Wichtigkeit, auch vor dem Zeugnis des Volkes untadelhaft zu sein wie ihr Meister (vgl. Joh 8,46).

Bischöfliche Unterweisung

Die bischöfliche Unterweisung beginnt mit den Worten: "Da ihr, geliebteste Söhne, in den Stand der Leviten erhoben werden sollt, so bedenket recht, zu welch erhabenem Rang in der Kirche ihr emporsteigt!" Die Bezeichnung ,Leviten' weist darauf hin, dass die Diakone "Namen und Amt" von den Söhnen Levis übernommen haben, um ähnliche Dienste, wie einst die Leviten am alttestamentlichen Bundeszelt, in der Kirche Jesu Christi zu verrichten. Deshalb wurde eine feierliche Messe unter Mitwirkung von Diakon und Subdiakon als Levitenamt bezeichnet.

Weil die Diakone ermächtigt sind, am Heiligen Opfer unmittelbar an der Seite des Priesters mitzuwirken, werden sie im Weihetext würdevoll "comministri et cooperatores Corporis et Sanguinis Domini - Mitdiener und Mitwirker am Leib und Blut des Herrn" genannt. Neben dem Dienst am eucharistischen Leib Christi wird ihnen zugleich ein wesentlicher Aufbaudienst am Mystischen Leib Christi übertragen: "Der Diakon soll nämlich am Altar dienen, taufen und predigen." Durch die Taufe werden der Kirche ständig neue Kinder geboren. Durch die Predigt werden sie bestärkt im Glauben und ermahnt zum treuen Wandel gemäß der Botschaft des Evangeliums.

Die Ermahnung zu einem würdigen Lebenswandel klingt in der Diakonatsweihe viel eindringlicher als bei den vorhergehenden Weihestufen (den Niederr4en Weihen): "Ihr sollt hinweg genommen sein von den fleischlichen Begierden, die wider die Seele streiten. Ihr sollt lauter, rein, unbefleckt und keusch sein, wie es sich für Diener Christi und Ausspender der Heilsgeheimnisse Gottes ziemt." In bezug auf die Verkündigung des Evangeliums und die Predigt heißt es: "Bemüht euch, dass ihr allen, denen ihr das Evangelium mit dem Mund predigt, es in lebendigen Werken auslegt!"

Nach der Unterweisung des Bischofs folgt (genau wie bei der Subdiakonatsweihe) die Allerheiligenlitanei.

Gebet, Segen, Gesang

Hierauf ruft der Bischof in zwei kurzen Gebeten noch einmal den Segen Gottes über die Weihekandidaten herab. Dann legt er die Mitra ab, breitet die Hände aus und beginnt feierlich den Gesang der Weihepräfation. Nach einem Lobpreis auf die Weisheit und Güte Gottes, wie sie sich in der Stiftung seiner Kirche offenbart, wendet sich der Gesang den Weihekandidaten zu: "Auf diese Deine Diener schaue, wir bitten Dich, o Herr, huldreich herab, die wir für den Dienst Deiner Altäre, zum Amt des Diakonates, demütig flehend weihen. Wir ...beurteilen den Lebenswandel Deiner Diener nur nach unserem Vermögen. Dir aber, o Herr, entgeht nichts ... Du kennst die Geheimnisse, Du durchforschst die Herzen. Du kannst ihr Leben mit Deinem stets allvermögenden himmlischen Urteil prüfen und sie von ihren Fehlern reinigen, und das, was sie üben sollen, ihnen verleihen."

Handauflegung durch den Bischof

Mitten in der Präfation folgt die eigentliche Weihe. Der Bischof unterbricht den Gesang, legt jedem einzelnen die rechte Hand aufs Haupt und spricht: "Empfange den Heiligen Geist als Stärke und um dem Teufel und seinen Versuchungen zu widerstehen. Im Namen des Herrn." Danach hält er die Hand ausgestreckt und betet über alle Weihekandidaten gemeinsam die zur Gültigkeit notwendigen Worte: "Sende, Herr, wir bitten Dich, den Heiligen Geist auf sie herab, damit sie zur treuen Verrichtung Deines Dienstes mit Deiner siebenfältigen Gnadengabe gestärkt werden."

Danach wird die Weihepräfation bis zum Ende fortgesetzt, wobei der Bischof weiterhin die rechte Hand ausgestreckt hält: "Es überströme sie die Schönheit vollkommener Tugend, bescheidene Würde, beständige Reinheit, makellose Unschuld und genaue Beobachtung der geistlichen Zucht. In ihren Sitten sollen Deine Gebote erglänzen, damit das Beispiel ihrer Keuschheit das Volk zur heiligen Nachahmung führe ..."

Übergabe der von Stola, Dalmatik und Evangelienbuch

Hierauf empfangen sie aus der Hand des Bischofs die Stola, die sie zu allen amtlichen Verrichtungen über die linke Schulter tragen, sowie die Dalmatik, mit der sie sich im levitierten Hochamt zum Altardienst bekleiden werden. Zuletzt reicht der Bischof jedem einzelnen das Evangelienbuch zur Berührung mit der rechten Hand: "Empfange die Vollmacht, das Evangelium in der Kirche Gottes zu lesen, sowohl für die Lebenden, als auch für die Verstorbenen."

Mit zwei Gebeten für die Neugeweihten endet die Diakonatsweihe.

Quelle: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus von Pater Martin Ramm.

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