Deutscher Einheitstext

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Der Deutsche Einheitstext war die einheitliche deutsche Textgrundlage für die gemeinsam zu sprechenden Teile der Heiligen Messe. Er wurde 1928 von einem Arbeitskreis erarbeitet, der sich auf private Initiative des Kölner Pfarrers Joseph Könn in dessen Pfarrhaus an St. Aposteln (Köln) unter Leitung des Generalpräses der Katholischen Jungmännervereine Deutschlands, Ludwig Wolker, traf. Joseph Könn war es gelungen, alle zur Mitarbeit zu gewinnen, die sich zu dem Zeitpunkt um die Erarbeitung deutscher Messtexte bemühten, so die Benediktinerabteien Beuron und Maria Laach, das liturgische Zentrum der Katholischen Jugend Deutschlands in Haus Altenberg, das Chorherrenstift Klosterneuburg mit P. Pius Parsch und weitere Experten wie den Jesuiten P. Josef Kramp. Bis dahin hatten die Diözesen in ihren Gesangbüchern unterschiedliche Übersetzungen der lateinischen Messtexte.[1]

Die einheitlichen Texte wurden in der Ausgabe von 1930 des von Ludwig Wolker herausgegeben Gebetbuchs Kirchengebet veröffentlicht, das in mehreren Auflagen millionenfach verbreitet wurde. Es bot Stufengebet, Gloria, Credo[2], Suscipiat, Sanctus, Pater noster, Agnus Dei und Domine, non sum dignus zweisprachig lateinisch und deutsch, Kyrie griechisch, die Akklamationen lateinisch und die Priestergebete, vor allem den Canon missae deutsch. Mit dem Imprimatur des Kölner Generalvikar Joseph Vogt vom 1. April 1930 wurde die deutsche Übersetzung kirchenamtlich akzeptiert. Die Texte konnten in den verschiedenen Formen der Gemeinschaftsmesse deutsch oder lateinisch mitgesprochen, die Priestergebete konnten verfolgt werden.

1943 übernahm eine Liturgische Kommission beim Liturgischen Referat der Fuldaer Bischofskonferenz diese Textfassung in eine amtliche Ausgabe der Messtexte, die vom deutschen Episkopat gebilligt wurde. Entstanden war ein "tatsächlich überall rezipierter Einheitstext"[3], der in die aktuellen Volksmessbücher und Diözesangesangbücher übernommen wurde und sich einbürgerte. Er blieb bis Mai 1971 der gültige deutsche Einheitstext für den Ordo Missae und den Kanon der deutschen Messe und wurde dann zugunsten von ökumenisch angeglichenen Texten teilweise verändert.[4]

Anmerkungen

  1. Philipp Harnoncourt: Gesamtkirchliche und teilkirchliche Liturgie. Studien zum liturgischen Heiligenkalender und zum Gesang im Gottesdienst unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachgebiets. Herder Verlag, Freiburg-Basel-Wien 1974, ISBN 3-451-16742-5, S. 391f.; Joseph Klein: Heute Kirche bauen. Zur Geschichte der katholischen Pfarrei Seckmauern/Odenwald. Lützelbach 1998, S. 393.
  2. „Kredo“ geschrieben
  3. Theodor Schnitzler: Zur Einführung. In: Liturgisches Institut (Hrsg.): Una voce. Die einheitlichen Gebete der deutschen Bistümer und die Einheitslieder. Verlag J.P. Bachem, Köln o.J. (1950), S. 3.
  4. Adam Gottron: Singende Gemeinde. Briefe zur kirchenmusikalischen Praxis. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1935, S. 32; Philipp Harnoncourt: Gesamtkirchliche und teilkirchliche Liturgie. Studien zum liturgischen Heiligenkalender und zum Gesang im Gottesdienst unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachgebiets. Herder Verlag, Freiburg-Basel-Wien 1974, ISBN 3-451-16742-5, S. 392.

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