Der Katholik

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Der Katholik war eine Zeitschrift, die von 1821 bis 1918 publiziert wurde. Sie wurde als "religiöse Zeitschrift zur Belehrung und Warnung und Angriffe auf die Kirche" 1821 in Mainz von Andreas Räß und Nikolaus Weis gegründet. Er nahm eine Mittelstellung zwischen theologischen Revuen und Tagblättern ein und wollte in religiösen, kirchlichen und kirchenpolitischen Beiträgen wissenschaftlich und allgemeinverständlicher Art den Zeitaufgaben dienen. Nachfolgezeitung war das "Sonntagsblatt zur Pflege religiösen Denkens und Fühlens" in Mainz 1918.

Wegen staatlicher, besonders preußischer, Zensur erschien "Der Katholik" 1823-27 in Straßburg. Der Herausgeber war von 1825-27 Bruno Liebermann, und Schriftleiter Johann Joseph Görres, der "größte Straffheit, sorgsame Auslese und zuverlässiges Fachwissen" erstrebte. Mit der Verlegung nach Speyer (1827-44) war Franz Xaver Dieringer führender Redakteur. Mit der Rückkehr nach Mainz (1844-49) gab F.J. Sausen (1848 mit Kaspar Riffel) den Katholik als Kirchenzeitung (wöchentlich dreimal, Quartformat) heraus. Ab 1850 erschien er wieder als Zeitschrift (Oktavformat), jetzt mit Johann Baptist Heinrich und Franz Moufang als Redakteuren. Ihnen folgten J. M. Raich (1891-1907) und zuletzt J. Selbst.

Mit den Mainzer Theologen gaben besonders folgende Personen das literarische Profil wieder: Johann Joseph Görres, Johann Adam Möhler, Heinrich Klee, Clemens Brentano, Christian Brentano, Johann Friedrich Heinrich Schlosser, Matthias Joseph Scheeben.

Die theologischen, kirchen- und sozialpolitischen Beiträge richteten sich an ein konservatives katholisches Publikum mit Interesse an Rechtgläubigkeit, Stärkung von Hierarchie und päpstlichen Vorrechten. Alle großen innerkatholischen Konflikte (z. B. um Félicité- Robert de La Mennais, Georg Hermes, Anton Günther, Johannes Evangelist Kuhn, Johannes Döllinger, I. Vatikanum, Modernismus) fanden der Zeitschrift starken Widerhall. Ebenso die Auseinandersetzung mit Protestanten (z. B. wegen Mischehen), Liberalen und Sozialisten. Nach 1850 wuchs das Interesse an sozialen Fragen (Wilhelm Ketteler) und am "politischen Katholizismus" (Zentrumspartei; Katholikenverein). Der Katholik kämpfte oder kritisierte im Sinne der Neuscholastik Ideale und Ziele des 18. Jahrhunderts und der Französischen Revolution sowie der "katholischen Aufklärung" und des liberalen Katholizismus. Der Katholik war Träger und Spiegel der deutschen sogenannten"Katholischen Bewegung" (Ultramontanismus - Ubi Petrus ibi Ecclesia).

Von der Nachfolgezeitschrift "Der Katholik Sonntags-Zeitung im Geist und Dienst Katholische Aktion" erschienen sieben Jahrgänge (Mainz 1931-37).

Entgegengesetzte Zeitungen

Nach 1870 (Dogmen über Jurisdiktionsprimat und Unfehlbarkeit des Papstes) entstanden gleichnamige Zeitschriften mit programmatischen Untertiteln: "Der Katholik Organ zum Kampfe gegen die jesuitische Neuerung in der Kirche", hg. v. Katholikenverein Königsberg (Ostpreußen) (1872-76; altkatholisch). - "Der Katholik Schweizerisches Organ für kirchlichen Fortschritt" (Bern 1878-1952; christkatholisch).

Literatur

  • J. Stillbauer: General-Reg. des Katholiken vom Jahre 1821 bis 1889, Mainz 1892
  • R. Pesch: Die kirchlich·politische Presse der Katholiken in Deutschland vor 1848, Mainz 1966
  • H. Schwalbach: Der Mainzer ,Katholik' als Spiegel des neuerwachenden kirchlich-religiösen Lebens in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (1821-50), Dissertation Mainz 1966.
  • G. Valerius: Deutscher Katholizismus und Lamennais, Mainz 1983
  • J. Görres: Aufsätze und Beiträge im ,Katholik, hg. v, H. Raab, Paderborn 1987 (Gesammelte Schriften 14)
  • Clemens Brentano, Sämtliche Werke, Band 22, 2, hg. v. R. Moering, Stuttgart 1990, 659-701
  • P. Walter: Johann Baptist Heinrich: AMRhKG 44 (1992) 201-215
  • H. Wolf: Ketzer oder Kirchenlehrer? Mainz 1992
  • R. Moering: Clemens Brentanos Engagement für die Zeitschrift, ,Der Katholik' in seinen Briefen an Johann Görres
  • H. Schultz (Hg.): Clemens Brentano zum 150. Todestag, Bern-Freiburg 1992, 211- 250

Weblinks

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