De triplici via

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Der Verfasser: Kirchenlehrer Bonaventura

De triplice via (lat.; dt.: "Über den dreifachen Weg") ist eine kleine "Summa der mystischen Theologie" des Kirchenlehrer Bonaventura. Sie gehört zu den einflußreichsten Traktaten mystischer Literatur des Mittelalters. Neben dem Itinerarium mentis in Deum trug die Schrift De triplice via entscheidend zu Bonaventuras Ruhm als Lehrer des geistlichen Lebens bei und gilt auch heute noch als ein Kleinod mittelalterlicher Mystik.

Inhaltsverzeichnis

Datierung der Verfassung und Verbreitung der Schrift

Aufgrund der souveränen Beherrschung der Materie hat man vermutet, dass es sich um ein Spätwerk Bonaventuras handle, eine sichere Datierung scheint jedoch nicht möglich. Das Werk fand weite Verbreitung. Die Herausgeber der Opera omnia Bonaventuras (Quaracchi 1882-1902) führen 299 lateinische Handschriften vom ausgehenden 13. bis zum 15. Jahrhundert auf. Die kleine Schrift war unter zahlreichen anderen Titeln bekannt. Der wichtigste lautet: "Incendium amoris" (Entflammung der Liebe). Das "Itinerarium mentis in seipsum" (Beschreibung des Weges der Seele in sich selbst hinein) ist mit der Schrift "De triplici via" identisch.

Bedeutung der Anleitung

De triplici via ist ein Meisterstück der geistlichen Psychologie und wird zu Recht vom Mittelalter bis in unsere Zeit als "unvergleichlich" und "nicht hoch genug zu schätzen" gerühmt. Die Triplex via ist kein Betrachtungsbuch, das den Leser in den Vollzug mit hineinnimmt. Es enthält so gut wie keine ausgeführten Meditationen, sondern gibt Anregungen, welche Gegenstände zu wählen sind und in welcher Reihenfolge. Es ist gleichsam eine Anleitung, den Weg selber zu gehen, eine Anleitung zur Gottesliebe, eine mystagogische Schrift. Sie nimmt den betrachtenden Menschen und seine Haltung als Gliederungsprinzip, einen dreifachen Weg, der sich in Betrachtung, Gebet und Beschauung vollzieht, eine monastische Tradition, die bis in die Zeit der Wüstenväter zurückreicht. Die einzelnen Stufen werden darin sehr knapp und auf das Wesentliche konzentriert beschrieben. Um den Text auch nur gedanklich nachzuvollziehen, ist sehr viel mehr Zeit erforderlich als die reine Lesezeit. Die Übersetzerin Marianne Schlosser schreibt in der Einleitung: "Welche Weise man auch wählt, um sich Gott zu nähern, der geistliche Weg ist immer durch die Elemente der Reinigung (denn Gott ist der unveränderlich Heilige), der Erkenntnis (denn er ist die Wahrheit) und der Beglückung gekennzeichnet (denn er ist die Liebe). Jeder Weg, mehr oder weniger deutlich erkennbar hat auch die einzelnen Abschnitte jedes Weges, seine Stufen des Anfangs, des Fortschreitens und der Vollendung."[1]

Inhaltsübersicht

Prolog

1. Über die Betrachtung, wodurch die Seele gereinigt, erleuchtet und vervollkommnet wird

  • Der Weg der Reinigung und der drei Weisen, ihn zu beschreiben
  • Der Weg der Erleuchtung und die drei Weisen, ihn zu beschreiten
  • Der Weg der Vollendung und die drei Weisen, ihn zu beschreiten
  • Corollarium

2. Über das Gebet, worin das Elend beweint, Barmherzigkeit erfleht und Anbetung erwiesen wird

3. Über die Beschauung, durch die man zur wahren Weisheit gelangt

  • Vorbemerkung
  • Die sieben Grade zur Ruhe des Friedens
  • Die sieben Stufen zum Lichtglanz der Wahrheit
  • Die sieben Stufen zur Wonne der Liebe
  • Zusammenfassung
  • Eine andere Einteilung: neun Stufen des Fortschreitens
  • Eine zweifache Art der Kontemplation von Gottes Geheimnissen[2]

Literatur

Anmerkungen

  1. Marianne Schlosser, siehe Literatur, Einleitung S. 7-34.
  2. Marianne Schlosser, Inhalt: siehe Literatur, lateinisch-deutscher Text: S. 93-175.
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