DBK: 31. März 1966 Anwendungsbestimmungen zur Mischehe

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Die Anwendung der neuen Mischehebestimmungen

in den deutschen Diözesen
über die Mischehen

(31. März 1966)

(aus: Georg May: Das neue Mischehenrecht. Kreuzring Bücherei, Johann Josef Zimmer Verlag GmbH Trier 1966, S. 218-222 (1. Auflage; 292 Seiten; Imprimatur: Treveris, die 14 m. Maii 1966; Alb. München und Freising 1966 Z. 139)

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Die Anwendung der neuen Mischehebestimmungen

Von der Kongregation für Glaubenslehre in Rom wurden mit der Instruktion "Matrimonii Sacramentum" vom 18. März 1966 (AAS LVIII, 1966, S. 235) neue Rechtsvorschriften für die Mischehe erlassen, die am 19. Mai 1966 in Kraft traten. Zu ihrer einheitlichen Durchführung in den deutschen Diözesen hat die Deutsche Bischofskonferenz am 31. März 1966 entsprechende Bestimmungen beschlossen. Daraus ergeben sich für die Praxis in der Seelsorge nachstehende Folgerungen:

1. Die Ehehindernisse

a) Die Hindernisse der Bekenntnisverschiedenheit und der Religionsverschiedenheit bleiben unverändert bestehen.

b) Wie bisher kann von diesen Ehehindernissen dispensiert werden, wenn ein schwerwiegender Grund vorliegt, die Kautelen geleistet werden und moralische Sicherheit für deren Erfüllung besteht. Die Dispens ist wie bisher für jeden einzelnen Fall beim zuständigen Ordinariat zu beantragen.

2. Die Kautelen

a) Die Kautelen sind für alle deutschen Diözesen neu und einheitlich formuliert worden. Vom nichtkatholischen Partner wird nur mehr eine negative Fassung des Versprechens verlangt, das heißt, er muss versprechen, dass er die katholische Taufe und Erziehung der ehelichen Nachkommenschaft nicht behindern wird.

b) Nach wie vor sollen die Kautelen möglichst in jedem Fall von beiden Brautleuten schriftlich gegeben werden. Dabei ist das Formular I zu verwenden.

c) Wird die schriftliche Kautelenleistung vom nicht-katholischen Partner verweigert, dann ist mündliche Abgabe vor dem Pfarrer erlaubt. Über die mündliche Kautelenleistung hat der Pfarrer ein Protokoll anzufertigen. In diesem Fall ist Formular II zu benützen.

d) Die Kautelen sind normalerweise wie bisher vor dem Pfarrer abzugeben. Wenn jedoch der nichtkatholische Teil sein Versprechen nicht vor dem Pfarrer, wohl aber vor seinem Brautpartner abzugeben bereit ist, so ist dies gestattet. In diesem Fall muss der Pfarrer den nichtkatholischen Partner auf sein vor dem katholischen Partner abgegebenes Versprechen hinweisen und darüber ein Protokoll anfertigen. Dabei findet Formular III Verwendung.

e) Wenn die Kautelen vom nichtkatholischen Partner nur mündlich vor dem Pfarrer oder überhaupt nur vor dem Partner erklärt wurden, so müssen im Dispensgesuch folgende Fragen beantwortet werden: 1) Warum wurden die Kautelen nicht schriftlich beziehungsweise nur vor dem Partner gegeben? 2) Kann man die Überzeugung haben, dass die moralische Sicherheit auch bei dieser Form der Kautelenleistung gewährleistet ist?

f) Wenn aus der Ehe sicher keine Kinder mehr zu erwarten sind, brauchen keine Kautelen bezüglich katholischer Taufe und Erziehung der Kinder verlangt zu werden.

g) Wenn der nichtkatholische Teil aus Gewissensgründen glaubt, das Versprechen für die katholische Taufe und Erziehung der Kinder nicht geben zu können, ist der Tatbestand mit allen seinen Einzelheiten dem Ordinariat zur etwaigen Weiterleitung an den Apostolischen Stuhl zu berichten.

h) Die Kautelen werden in Deutschland in allen Diözesen einheitlich der Brautexamensniederschrift beigefügt und zusammen mit dieser im Pfarrarchiv des Trauungsortes aufbewahrt.

3. Kanonische Eheschliessungsform

a) Die Eheschließungsform (can. 1094), die von der ordentlichen Form ausgenommenen Notfälle (can. 1098), die Dispensvollmacht in Todesgefahr (can. 1043 und 1044) und der zur kanonischen Form verpflichtete Personenkreis (can. 1099) bleiben unverändert.

b) Falls der nichtkatholische Partner die katholische Trauung ablehnt, ist der Fall mit allen Einzelheiten dem Ordinariat zur etwaigen Weiterleitung an den Apostolischen Stuhl zu berichten.

4. Liturgische Feier bei der Trauung der Mischehe

Die Trauung einer Mischehe ist in der gleichen Weise wie eine rein katholische Eheschließung mit dem vollen Ritus der liturgischen Trauungsfeier vorzunehmen. Auch Brautmesse mit Brautsegen kann gefeiert werden, sofern beide Partner es wünschen. Nicht möglich ist die Teilnahme des evangelischen Christen am eucharistischen Mahl. Man möge bei Mischehen nicht auf Trauung in der heiligen Messe drängen.

5. Beteiligung eines nichtkatholischen Geistlichen

a) Gemeinsame Trauungen durch den katholischen Priester und den nichtkatholischen Geistlichen sind untersagt. Dafür wird in keinem Fall eine Dispens erteilt.

b) Falls die Brautleute wünschen, dass bei der katholischen Trauung einer Mischehe ein nichtkatholischer Geistlicher anwesend sei, und der nichtkatholische Geistliche dazu bereit ist, ist die Erlaubnis des Ortsordinarius zu erbitten.

Dabei ist folgendes zu beachten:

Der Trauungsakt darf nur vom katholischen Priester, nicht gemeinsam mit dem nichtkatholischen Geistlichen vollzogen werden. Der nichtkatholische Geistliche kann nach der Trauung, im Falle einer Brautmesse nach Beendigung der heiligen Messe, an das Brautpaar in der Kirche ein Wort des Glückwunsches und der Mahnung richten. Es ist darauf zu achten, dass nicht ein zweiter Trauungsritus vorgenommen wird. Es dürfen dabei gemeinsame Gebete der Katholiken und Nichtkatholiken verrichtet werden.

c) Doppeltrauungen sind wie bisher (vgl. can 1063 § 1) nicht erlaubt.

Wenn sich jedoch jemand zur katholischen Trauung meldet, der sich mit der Absicht einer Doppeltrauung bereits hat nichtkatholisch kirchlich trauen lassen, so ist er taktvoll zu belehren, aber im Normalfall, sofern nicht die Gefahr eines schweren Ärgernisses besteht, nach Erteilung der notwendigen Dispens vom Ehehindernis durch den Ordinarius zum Ehesakrament zuzulassen. Wenn aber jemand sich katholisch trauen lassen will, von dem der Pfarrer weiß, dass er der katholischen die nichtkatholische kirchliche Trauung vorausgehen oder nachfolgen lassen will, dann ist die Sache an den Ordinarius einzugeben und nach dessen Weisung zu verfahren.

d) Wenn jemand sich zunächst ohne die Absicht einer Doppeltrauung nichtkatholisch kirchlich trauen ließ und nachher aus Gewissensgründen seine Ehe durch eine katholische Trauung ordnen möchte, dann handelt es sich nicht um die verbotene Doppeltrauung, sondern um Nachtrauung (Konvalidierung).

6. Einschränkung der Exkommunikation

a) Die gemäß can 2319 § 1 n. 1 auf nichtkatholischkirchlicher Trauung stehende Strafe der Exkommunikation ist aufgehoben. Die Aufhebung hat rückwirkende Kraft. Es wird aber darauf aufmerksam gemacht, dass durch den Wegfall der Exkommunikation eine nichtkatholische kirchliche Trauung weder erlaubt noch gültig wird. Deshalb können Katholiken, die sich nichtkatholisch-kirchlich trauen ließen, nur dann zum Empfang der heiligen Sakramente zugelassen werden, wenn die ungültig geschlossene Ehe geordnet wird.

b) Ebenfalls wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Strafe der Exkommunikation, die laut can. 2319 § 1 nn. 2-4 auf der nichtkatholischen Taufe sowie auf der Vereinbarung oder Durchführung nichtkatholischer Erziehung der Kinder steht, weiterhin bestehen bleibt.

7. Ehen mit Orientalen

Die durch die Instruktion getroffene Neuregelung des Mischehenrechts berührt nicht das Recht der unierten Ostkirchen. Für die Mischehen mit orthodoxen Christen ist in Kürze eine eigene Neuregelung zu erwarten.


Sicherheitsleistungen vor Abschluss einer Mischehe

Formular I

Die Brautleute N. N. … und N. N. ... erklären:

"Wir verpflichten uns, in gegenseitiger Treue vor Gott, dass wir einander in der religiösen Gewissensüberzeugung, in der persönlichen Ausübung des Glaubens und in der Teilnahme am kirchlichen Leben volle innere und äußere Freiheit lassen werden."

Der katholische Brautpartner N. N. ... erklärt außerdem:

"Ich verspreche, dass alle aus unserer Ehe hervorgehenden Kinder katholisch getauft und erzogen werden."

Der nichtkatholische Brautpartner N. N. ... erklärt außerdem:

"Ich verspreche, dass ich die katholische Taufe und Erziehung aller aus unserer Ehe hervorgehenden Kinder nicht behindern werde."

..…..………………………………………………..…..
(Unterschrift des katholischen Brautpartners)

..…..………………………………………………..…...
(Unterschrift des nichtkatholischen Brautpartners)

..…..………………………………………………..…...
Kath. Pfarramt

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den

..…..………………………………………………..…...
L. S. (Unterschrift des Pfarrers)


Formular II

Dem nichtkath. Brautpartner N. N. ... wurde vorgetragen:

"Ihr katholischer Partner verspricht, Ihnen in der religiösen Gewissensüberzeugung, in der persönlichen Ausübung des Glaubens und in der Teilnahme am kirchlichen Leben volle innere und äußere Freiheit zu lassen.

Ich frage:

Versprechen Sie, dass Sie Ihrem katholischen Partner in der religiösen Gewissensüberzeugung, in der Ausübung des Glaubens und in der Teilnahme am kirchlichen Leben volle innere und äußere Freiheit lassen werden; dass Sie die katholische Taufe und Erziehung aller aus Ihrer Ehe hervorgehenden Kinder nicht behindern werden?"

N. N. . ... erklärte in Gegenwart des katholischen Brautpartners hierzu seine Zustimmung.

Der katholische Braulpartner N. N. ... erklärt:

"Ich verspreche, dass alle aus unserer Ehe hervorgehenden Kinder katholisch getauft und erzogen werden."

..…..………………………………………………..…...
(Unterschrift des katholischen Brautpartners)

..…..………………………………………………..…...
Kath. Pfarramt

..…..………………………………………………..…...
den

..…..………………………………………………..…...
L. S. (Unterschrift des Pfarrers)


Formular III

Dem nichtkath. Brautpartner N.N. '" wurde vorgetragen:

"Ihr katholischer Partner verspricht, Ihnen in der religiösen Gewissensüberzeugung, in der persönlichen Ausübung des Glaubens und in der Teilnahme am kirchlichen Leben volle innere und äußere Freiheit zu lassen.

Sie haben Ihrem Partner ebenfalls versprochen, dass Sie ihm in der religiösen Gewissensüberzeugung, in der persönlichen Ausübung des Glaubens und in der Teilnahme am kirchlichen Leben volle innere und äußere Freiheit lassen werden;

dass Sie die katholische Taufe und Erziehung aller aus Ihrer Ehe hervorgehenden Kinder nicht behindern werden.

Ich habe dies zur Kenntnis genommen."


Der katholische Brautpartner N. N. ... erklärt:

"Im bestätige, dass dieses Versprechen gegeben wurde."

"Ich verspreche, dass alle aus unserer Ehe hervorgehenden Kinder katholisch getauft und erzogen werden."

..…..………………………………………………..…...
(Unterschrift des katholischen Brautpartners)

..…..………………………………………………..…...
Kath. Pfarramt

..…..………………………………………………..…...
den

..…..………………………………………………..…...
L.S. (Unterschrift des Pfarrers)

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