Cupimus imprimis

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Cupimus imprimis sind die Anfangsworte der Enzyklika Papst Pius XII. vom 18. Januar 1952 an die Gläubigen in China (AAS XLIV, 1952, S. 152 ff.)

"Es drängt Uns vor allem", schreibt der Papst, "euch in dieser Stunde erneut darzutun, dass Wir dem ganzen chinesischen Volk innigste zugetan sind, jenem Volk, das von alters her unter den Völkern Asiens wegen seiner Geschichte, Literatur und Kultur eine so hervorragende Rolle spielt." Der christliche Glaube "steht der natürlichen Begabung und Gemütsart, Kultur und Kunst der einzelnen Völker nicht abweisend und ablehnend gegenüber, sondern er pflegt sie gern und umkleidet sich damit wie mit einem neuen, farbenfrohen Gewand".

Der Heilige Vater wendet sich gegen den Vorwurf, dass die Missionare irdischen Nutzen oder gar irdische Herrschaft erstrebt hätten. In Wirklichkeit gelte der Angriff dem Glauben. "Die Kirche strebt nicht nach einer irdischen Machtstellung. Sie sucht vielmehr die Wahrheit der Frohbotschaft zu verbreiten und mit dieser Wahrheit die Seelen zu durchdringen, damit diese besser und des Himmels würdig werden. Die Kirche erstrebt die brüderliche Eintracht unter den Mitbürgern, tröstet und unterstützt, soweit sie kann, die Armen; sie stärkt und festigt die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft durch die christlichen Tugenden, die stärker sind als jede Waffe. Die Katholiken stehen niemandem nach in der Vaterlandsliebe. Sie folgen der staatlichen Obrigkeit aus Gewlssensgründen, gemäß den Geboten Gottes. Sie geben jedem das Seine, vor allem geben sie Gott, was Gottes ist. Die katholische Kirche wendet sich nicht an ein Volk oder nur an eine Nation, sondern sie liebt alle Völker, ganz gleich welcher Rasse sie angehören, mit jener überwältigenden Liebe in Christus, die notwendigerweise alle Menschen durch ein Band gegenseitiger brüderlicher Liebe einigt. Daher kann niemand von ihr verlangen, dass nach Zerstörung der von ihrem göttlichen Gründer gewollten Einheit die Kirchen in den einzelnen Nationen sich vom Apostolischen Stuhle losreißen, wo Petrus, der Vertreter Jesu Christi, in seinen Nachfolgern fortlebt bis an das Ende der Zeiten."

Der Papst erinnert daran, dass die Kirche der Heranbildung des einheimischen Klerus in China die größte Sorge gewidmet und, sobald es möglich wurde, schon vor 25 Jahren begonnen hat, die Bistümer einheimischen Oberhirten zu übergeben, eine Entwicklung, die mit der Errichtung der Hierarchie in China vor wenigen Jahren ihren Höhepunkt erreichte. Die ausländischen Missionare "suchen und wünschen nichts anderes, als euer Land wie eine zweite Heimat ins Herz zu schließen . . . und so allmählich euer Vaterland zu jener Reife zu führen, die die Hilfe und Mitarbeit ausländischer Missionare nicht mehr notwendig macht, nachdem die Zahl eurer eigenen Priester entsprechend gewachsen ist."

Die Verleumdung der Kirche und die Verfolgung ihrer Diener darf das Vertrauen der Gläubigen nicht erschüttern, das sich auf die Verheißungen von Matth. 16, 18 und 28, 20 stützt. "Im Laufe der Jahrhunderte hat eure Kirche so manche harte Verfolgung ertragen und erduldet. Eure Heimaterde wurde gerötet vom Blut der Märtyrer. Doch auch ihr könnt mit Fug und Recht das bekannte Wort für euch in Anspruch nehmen. ,Sooft man uns mäht, so oft man uns mehrt ... wie ein Same ist das Blut der Christen' (Tert. Apol. 50, MI. 1, 534)." Das Schreiben schließt mit der Fürbitte des Heiligen Vaters, in der er ganz besonders die "Legion Mariens" erwähnt, deren Mitglieder sich in China so sehr um den Glauben verdient machen.

Quelle

Siehe auch: Liste von Lehramtstexten

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