Cum gravissima

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Cum gravissima sind die Anfangsworte des Motu proprio Papst Johannes XXIII. vom 15. April 1962. Die Kardinaldiakone erhalten die Bischofsweihe (AAS 54 [1962] S. 256-258).

Am 15. April 1962 hat Papst Johannes XXIII. durch das Motu propria Cum gravissima angeordnet, dass in Zukunft auch die Kardinaldiakone die Bischofsweihe und den Charakter von Titular-Erzbischöfen erhalten. Schon im Codex Iuris Canonici 1917 can. 232 ist festgelegt, dass alle Kardinäle wenigstens die Priesterweihe empfangen haben sollen. Bekanntlich war das früher nicht notwendig und besonders bei den Kardinaldiakonen nicht einmal die Regel.

Zur Begründung der neuen Anordnung schreibt Papst sei angemessen, dass der hervorragende geistliche Charakter des Amtes und der Aufgaben, die die Kardinäle als engste Berater und Mitarbeiter des Papstes in der Regierung der Gesamtkirche innehaben, sowie ihre Autorität dadurch zum Ausdruck gebracht werden, dass sie auch an der Fülle des Priestertums und der bischöflichen Würde teilhaben. Dementsprechend dürfen die Kardinaldiakone in Zukunft auch in ihrer Titelkirche in Rom die vollen Pontifikalrechte ausüben.

In Vollzug dieser Anordnung erteilte der Heilige Vater persönlich am Gründonnerstag, dem 19. April 1962, in der Lateranbasilika den gegenwärtigen zwölf Kardinaldiakonen Alfredo Ottaviani, Alberto di Jorio, Francesco Bracci, Francesco Roberti, Andreas Jullien, Arcadio Larraona, Francesco Morano, Wilhelm Heard, Augustinus Bea, Antonio Bacci, Michael Browne und Anselmo Albareda die Bischofsweihe.

In seiner Ansprache bei der Konsekration hob der Heilige Vater hervor, dass die frühere Einteilung des Kardinalskollegiums in drei verschiedene Ordines ihren ursprünglichen Charakter, der in der Zuweisung eigentümlicher Funktionen an jeden dieser drei Stände bestand, verloren, statt dessen aber das Kardinalskollegium als ganzes eine immer größere Bedeutung erlangt habe. Dadurch sei es gerechtfertigt, dass nunmehr alle Kardinäle die gleiche und höchste priesterliche Würde erhalten ("Osservatore Romano", am20. April 1962).

Siehe auch: Liste von Lehramtstexten

Quelle

Herder-Korrespondenz, Herder Verlag, Sechszehnter Jahrgang 1961/62; Neuntes Heft, Juni 1962, S. 390-391.

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