Clemens August Freiherr von Droste zu Vischering

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Clemens August Freiherr von Droste zu Vischering

Clemens August Freiherr von Droste zu Vischering (* 21. Januar 1773 in Schloß Vorhelm bei Beckum; † 19. Oktober 1845 in Münster) war von 1836 bis 1842/45 Erzbischof von Köln.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Clemens August Freiherr von Droste zu Vischering wuchs mit seinem Bruder Kaspar von Droste zu Vischering im Kreis von Münster um Franz Friedrich von Fürstenberg im Hause der Fürstin Adelheid Fürstin von Gallitzin auf. 1791 wird er Domherr. Am 14. Mai 1798 empfängt er die Priesterweihe in Münster. 1808 gründete nach dem Vorbild des Vinzenz von Paul eine Gemeinschaft krankenpflegender Schwestern (Clemensschwestern).

Kapitelsvikar und Weihbischof in Münster

1807 wurde er während der Sedisvakanz Kapitelsvikar in Münster. 1813 wurde Ferdinand Spiegel von Napoleon zum Bischof von Münster bestimmt. Dieser lehnte jedoch eine Bischofsweihe ohne päpstliche Bestätigung ab und wird stattdessen "2. Kapitelsvikar." Trotzdem trat Droste-Vischering alle Kompetenzen an Spiegel ab.

Nach dem Fall Napoleons (1815) ist er erneut Kapitelsvikar von Münster. Dieses Amt hat er bis zum Jahr 1821 inne. In diesem Jahr, am 8. Juli 1821, ernennt Papst Pius VII. Ferdinand von Lüninck, den Bischof von Corvey, zum Münsteraner Hirten. Doch Bischof Lüninck ist kränklich und verstirbt bald. Der Bruder von Clemens August, Kaspar Maximilian Droste zu Vischering, wird Nachfolger auf dem Münsteraner Bischofssitz und ernennt Clemens August zum Weihbischof. Am 28. Oktober 1827 empfängt er die Bischofsweihe aus der Hand seines Bruders. Sein Titularbistum ist Calama. Clemens August ging disziplinär gegen nicht orthodoxen Theologen und vor allem gegen den Dogmatiker Georg Hermes vor, der daraufhin einen Ruf nach Bonn annahm.

Erzbischof von Köln - seines Amtes beraubt

Obwohl Droste-Vischering bei der preußischen Regierung wegen seiner Unverbindlichkeit in Ungnade fiel, veranlaßte diese 1835 seine Wahl zum Erzbischof von Köln. Dieses Amt trat er am 29. Mai 1836 an. Droste ging dort sogleich gegen hermesianischen Professoren vor und brachte dadurch den theologischen Lehrbetrieb an der Universität Bonn zum Erliegen. Als er 1837 auch die Durchführung der geheimen Mischehenkonvention zwischen der preußischen Regierung und seinem Vorgänger Ferdinand Spiegel sowie anderen Bischöfen verweigerte, forderte ihn die Regierung zum Rücktritt auf und setzte ihn, als er den Rücktritt ablehnte, auf der Festung Minden fest.

Der literarische Protest von Johann Joseph von Görres (Athanasius) gegen diese Gefangennahme hatte ein weites Echo und wurde zum auslösenden Signal für die Katholische Bewegung im Ringen um Kirchenfreiheit. So wirkte Droste als Bischof. v. a. durch den aufgrund seiner Verhaftung ("Kölner Ereignis") ausgelösten Konflikt ("Kölner Wirren") und die Sensibilisierung des konfessionellen Bewußtseins. Der Konflikt wurde unter König Friedrich Wilhelm IV. beigelegt. Droste wurde freigelassen, konnte sein Amt als Erzbischof von Köln jedoch nicht ausüben, sondern erhielt 1842 einen Koadjutor, Johannes von Geissel.

Literatur

  • M. Hänse-Hohenhauseo: Clemens August Freiherr von Droste, Erzbischof von. Köln, 1773-1845, 2 Bände. Egelsbach 1991.

Weblinks

Vorgänger
Ferdinand August Graf Spiegel
‡ Erzbischof von Köln
1836 - 1842/45
Nachfolger
Johannes von Geissel
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