Claudio Hummes

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Claudio Hummes (* 8. August 1934 in Porto Alegre) stammt aus Brasilien und war seit 31. Oktober 2006 bis zum 7. Oktober 2010 Präfekt der Kongregation für den Klerus

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Claudio Hummes wurde am 8. August 1934 in Porto Alegre in Brasilien als eines von zwölf Kindern des Landwirtes Pedro dao Hummes und seiner Frau Maria geboren. Hummes ist Nachfahre der 1857 aus Buch im Hunsrück ausgewanderteren Eheleute Joseph Johann Hummes (*1812 in Buch) und der Anna Maria geb. Schmitz (*1813 in Buch). Bereits im Alter von neun Jahren verließ er das Elternhaus, um religiöse Schulen zu besuchen. Hummes trat bei den Franziskanern ein und wurde am 3. August 1958 von Erzbischof João Resende (Rezende) Costa zum Priester geweiht. Danach ging er zum Philosophiestudium nach Rom. In Genf besuchte Hummes auch einen Kurs für Ökumenismus. Nach der Rückkehr nach Brasilien lehrte er anschließend Philosophie in Viamao und Porto Alegre.

Bischof

Am 22. März 1975 wurde er zum Bischofs-Koadjutor von Santo André in Sao Paulo und zum Titularbischof von Carcabia ernannt. Am 25. Mai 1975 wurde er zum Bischof geweiht. Am 29. Dezember 1975 wurde er Nachfolger des Bischofs von Santo André. Während der Militärdiktatur protestierte er gegen das Regime in Brasilien. Hummes unterstützte Streiks und versteckte in seiner Kathedrale im Bundesland Sao Paulo von der Polizei gesuchte Gewerkschaftsführer, darunter auch den heutigen Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva.

Am 29. Mai 1996 wurde er zum Erzbischof von Fortaleza ernannt. Am 15. April 1998 erfolgte die Berufung zum Erzbischof von São Paulo und wurde Nachfolger von Erzbischof Paulo Evaristo Arns, der als gemäßigter Anhänger der Befreiungstheologie galt. Am 21. Februar 2001 wurde Hummes von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt und übernahm als Kardinals-Priester die Kirche S. Antonio da Padova in der Via Merulana in Rom. Am 31. Oktober 2006 wurde er durch Papst Benedikt XVI. zum Präfekten der Kongregation für den Klerus und am 9. Mai 2009 zum Mitglied der Kongregation für die Völker ernannt. Am 7. Oktober 2010 nahm Papst Benedikt XVI. sein Rücktrittsgesuch aus Altersgründen an. Zum Nachfolger als Präfekt der Klerus-Kongregation wurde der italienische Erzbischof Mauro Piacenza berufen.

Außerordentliche Bischofssynode zum Amazonas-Gebiet

Hummes hofft auf ein Aufweichen des Zölibats bzw. der Priesterweihe der sogenannten "viril probati" (der bewährten verheiratete Männer) bei der Bischofssynode zum Amazonas-Gebiet, die vom 6. bis 27. Oktober 2019 stattfindet. Diese Auffassung vertrat er in einem Interview mit der Zeitung "Terra" im März 2019. Hummes behauptete, dass 70 Prozent der Gläubigen in den neun Ländern der Region nicht die Sakramente der Kirche empfangen können.[1] Papst Franziskus ernannte den 84. Jährigen, der Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM ist, zum Generalrelator der Amazonas-Synode. Dies wurde am 4. Mai 2019 vom Vatikan bekanntgegeben. Als Generalrelator hat er eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit und Erstellung des Abschlussdokuments.[2]

Anmerkungen

  1. Hummes: Amazonassynode könnte über verheiratete Priester entscheiden Kath.net am 1. April 2019
  2. Papst besetzt wichtige Posten für Amazonas-Synode Kath.net am 5. Mai 2019
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