Cembalo

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Italienisches Cembalo von 1677

Ein Cembalo, italienisch Clavicembalo, aus lateinisch clavis = Taste und cymbel = Zimbel, auch Klavizimbel oder Kielklavier, ist ein Tasteninstrument, das seine Blütezeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert hatte. Von anderen Tasteninstrumenten hebt es sich vor allem durch seinen hellen, obertonreichen Klang ab. Es wird auch wegen seiner flügelförmigen Bauart Kielflügel genannt.

In der Kirchenmusik findet das Cembalo häufig als Generalbassinstrument bei Kirchensonaten oder bei Kantaten und Oratorien Verwendung.

Bauform

Das Cembalo kommt in zwei hauptsächlichen Bauformen vor: Beim eigentlichen Cembalo in der Form eines Flügels („Kielflügel“) befinden sich die Manuale mit der Mechanik am einen Ende der Saiten. Vereinzelt kommen auch Pedalklaviaturen vor. Die Saiten des Cembalos liegen in Längsrichtung wie beim Flügel. Eine hochkant stehende Flügelform ist das Clavicytherium. Das Cembalo besitzt oft zwei verschiedene Saitenbezüge (Register). Oft sind Cembali mit zwei Manualen ausgestattet. In diesem Fall besitzen sie drei Saitenbezüge: Zwei davon klingen auf derselben Tonhöhe mit verschiedener Klangfarbe (8 Fuß-Lage), das dritte klingt eine Oktave höher (4 Fuß-Lage). Gelegentlich findet man auch 16 Fuß-Basslagen.

Bei Spinetten und Virginalen befindet sich das (üblicherweise einzige) Manual quer zu den Saiten. Diese Instrumente haben meist nur ein Register. Die Variationsbreite der Gehäuseformen ist nahezu unbegrenzt. Spinette haben eher eine dreieckige, Virginale hingegen eine rechteckige Grundform.

Tonerzeugung

Die Tonerzeugung des Cembalos/Kielflügels beruht darauf, dass die Saiten durch Kiele angerissen werden. Die Kiele waren früher aus Federkielen und sind heute zumeist aus Kunststoff, die beweglich in Springern stecken, die ihrerseits von den Tasten aufwärts gedrückt werden. Man kann das Cembalo daher auch als Zupfinstrument mit Klaviatur beschreiben. Beim Loslassen der Taste fällt der Springer zurück und dämpft mit seinem Filz die Saite ab.

Anders als beim Klavier beeinflusst der Anschlag die Tonlautstärke nicht. Wie eine Orgel kann ein Cembalo aber verschiedene Register, in diesem Falle verschiedene aus- und einschaltbare Sätze von Saiten haben. Dadurch lässt sich der Klang in Lautstärke und Farbe verändern. Da die Registrierung nur über größere Abschnitte geändert wird, gestaltet man den musikalischen Vortrag im Wesentlichen über die Artikulation (Anschlagsart) und Agogik. Manche Cembali verfügen über einen Lautenzug, eine zuschaltbare Dämpfung, die das leise Zupfen einer Laute imitiert.

Hersteller (Auswahl)

historisch: Michael Mietke, Gottfried Silbermann, Christian Zell,
zeitgenössisch: Wittmayer, Michael Walker, Sassmann, Detmar Hungerberg, Volker Platte, Ammer, Eckehart Merzdorf, Georg Ott, Dietrich Hein, William Jurgenson, Klemens Schmidt (Bayreuth), Sperrhake (zu Neupert, Bamberg), Martin-Christian Schmidt
Bernhard Fleig, Jörg Gobeli, Markus Krebs, David Ley, Mirko Weiss
Konrad Hafner
  • England:
Burkhardt Tschudi, Hitchcock, John Broadwood & Sons
Ruckers (Antwerpen)