CDU

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Die Christlich Demokratische Union Deutschlands, (CDU), ist - neben der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) - eine der beiden großen Volksparteien im politischen Spektrum der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist eine der politisch führenden Kräfte in Deutschland. Ihre politisch wichtigsten Köpfe waren die beiden langjährigen Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) und Helmut Kohl (geb. 1930), die beide Katholiken waren.

Die Schwesterpartei der CDU ist die CSU, die nur in Bayern antritt. Gemeinsam werden sie auch die "Union" genannt.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Die Gründung der Partei war, teils schon vor Kriegsende 1945 initiiert, von einer bewussten Abkehr von denjenigen Traditionslinien der deutschen Geschichte gekennzeichnet, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zwei Kriege, Wirtschaftskrisen, den Unrechtsstaat, Diktatur und Militarismus heraufgeführt hatten. Insbesondere wollte die CDU als Partei bürgerlich-demokratischer Sammlung die konfessionelle Spaltung in der Politik überwinden und alle dem Gemeinwohl verpflichteten Christen zusammenführen. Aber deren politische Überzeugungen sollten, zugunsten der Zukunft der deutschen Nation inmitten Europas, auch für liberale und demokratisch-konservative Gruppen zu öffnen sein. Unter Konrad Adenauer wurde die CDU, neben der CSU in Bayern, die im konstruktiven Sinn erfolgreichste Partei in der deutschen Politik; und so auch die, neben der italienischen Democrazia Cristiana, bedeutendste christdemokratische Partei in Europa. Wegen der ehemals starken Bedeutung katholischer Politiker in der CDU ist die christlich-demokratische Union von Teilen des Protestantismus nie als politische "Heimat" akzeptiert worden, die stattdessen in der nach wie vor (programmatisch) bewusst nicht-christlichen SPD zu Einfluss gelangten (z.B. die späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann und Johannes Rau). In umgekehrter Richtung hatten jedoch auch die "romtreuesten" katholischen CDU-Politiker immer auf ein ökumenisch offenes Profil ihrer Partei geachtet, mit besonderer Rücksichtnahme auf die nationalpolitisch begründeten, antirömischen Empfindlichkeiten im "Lande der Reformation".

Geschichte und Gegenwart

Auch nach dem Regierungswechsel von 1969 zu Willy Brandt blieb die CDU in einigen Bundesländern die bestimmende politische Kraft und konnte durch den Koalitionswechsel der FDP am 1. Oktober 1982 mit Helmut Kohl wieder einen Bundeskanzler stellen, der 1990 zur wichtigen Integrationsfigur der "Wiedervereinigung" mit der DDR wurde. Kohl war zwar den Kirchen "wohlgesonnen" und persönlich ein praktizierender Katholik, seine Politik indes ließ davon wenig erkennen. Ungeachtet der bei seinem Amtsantritt im Oktober 1982 von ihm proklamierten, aber nie ernsthaft versuchten "geistig-moralischen Wende" blieb Kohls Politik, wenn man die innenpolitische Gesetzgebung betrachtet, ethisch eher indifferent und zielte auf einen vermuteten "liberalen" Mainstream der Gesellschaft ab. (Um nur ein Beispiel anzuführen: Die derzeit geltende Gesetzgebung zum Paragraphen 218, die an entscheidenden Stellen nicht mit der kirchlichen Morallehre zu vereinbaren ist (und schließlich den Ausstieg der Kirche aus der "Schwangerenkonfliktberatung" provozieren musste), ist unter der Regierung Helmut Kohls verabschiedet worden.)

Die aktuelle (protestantische) CDU-Kanzlerin Angela Merkel setzt diese Kohl'sche Linie noch deutlicher fort. In den brisanten Fragen der Bioethik wie Embryonenforschung u.a. erscheint inzwischen für eine deutliche Mehrheit in der CDU die Nähe zu den wirtschaftlichen Interessen der "Forschung" wichtiger als die Orientierung an christlichen Essentials und der kirchlichen Morallehre. Einzelne katholische Politiker, die hier werte-orientiert agieren (wie etwa Hubert Hüppe und Friedrich Merz) stehen auf verlorenem Posten bzw. wurden von der Kanzlerin "kaltgestellt". So hat die CDU stetig an Substanz verloren. Ob sie eine Volkspartei der "Mitte" bleiben wird, ist nicht selbstverständlich, auch wenn die Wahlergebnisse von 2009 ihr dazu noch eine Chance einräumen.

Die Kirche(n) und die CDU

Der emeritierte Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, hat in seiner Amtszeit mehrfach die CDU aufgefordert, das "C" aus dem Parteinamen zu streichen, da sie aufgrund der genannten konturlosen Politik für werteorientierte Christen nicht mehr wählbar sei.

Literatur

  • Martin Lohmann, Das Kreuz mit dem C. Wie christlich ist die Union? Kevelaer 2009.

Zitate

"Eine gesunde christliche Politik, das heißt eine Politik, die von christlichem Geist beseelt ist, die aber auch alle Nichtchristen aufruft, die sich für gerecht und menschlich halten, würde zweifellos ziemlich "links" stehen in Bezug auf praktische Lösungen.."

Jacques Maritain, Der Bauer von der Garonne, München 1969, S. 33

Weblinks

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