Bernfried E. G. Pröve

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Bernfried E. G. Pröve (* 6. Januar 1963 in Braunschweig) ist ein deutscher Komponist und Organist.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Bernfried Pröve studierte nach dem Abitur in Braunschweig von 1982 bis 1985 Schulmusik, Orgel und Komposition an der Universität der Künste in Berlin. Seine Lehrer waren u. a. Rudolf Heinemann (Orgel) und Isang Yun (Komposition). In den Jahren 1985 bis 1991 folgte ein Kompositions-, Musiktheorie-, Dirigier-, und Orgelstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg. Anschließend belegte er Kompositionskurse bei Franco Donatoni, Elliot Carter, Gerard Grisey, Tristan Murail und Philippe Manoury. Sein Diplom erwarb er 1994. Im gleichen Jahr erhielt er ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. Im Jahr 1995 wurde er für den einjährigen „Cursus de composition et d’informatique musicale“ ausgewählt und studierte daraufhin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales bei Hugues Dufourt. Gleichzeitig studierte er am „International Peter Eötvös Institut“ Dirigieren.

Kompositionsaufträge erhielt er aus Donaueschingen, der Musikreihe Ars Nova, dem SWR-Stuttgart, der Hamburgischen Staatsoper, der Biennale Hannoversche Gesellschaft für Neue Musik, dem Musikfestival Metz, der Jenaer Philharmonie, dem Staatstheater Braunschweig, dem Gärtnerplatztheater München und der Bibel-& Kulturstiftung für das multimediale Oratorium „Josef und seine Brüder“. 1991 war er mit seinem Werk „Tract“ für Ensemble der europäische Vertreter beim „World Composers Forum“ in Montreal und wurde für die Vorrunde des Kompositionswettbewerbs „Gläserne Fabrik“ Dresden ausgewählt.

Bernfried Pröve lebt als freischaffender Komponist in Braunschweig. Seit 1997 leitet er das CD-Label „edition zeitklang Musikproduktion“ und den Verlag „Master Arts Music Publishing. Er gab Kompositionskurse in Skopje und der Hochschule für Musik Dresden. Von 1997 bis 2000 war er Chorleiter und Organist an der Petri-Pauli-Kirche in Bad Münder. Seit dem Jahr 2000 ist er Dozent für Klavier und Komposition an der New Yorker Musischen Akademie Braunschweig. Für März 2007 hatte er eine Einladung als Dozent für Komposition am Musikkonservatorium in Peking. 2007–2008 war er Professore di musica an der Scuola Germanica in Genua.

Werke (Auswahl)

Solo und Kammermusik

  • „Klaviersonaten Nr. 1 bis 6“ (1997-2013)
  • Orgelsymphonie Nr. 4, UA März 2013, St. Ulrici-Brüdernkirche Braunschweig
  • Orgelsymphonie Nr. 5: 1. Sternschnuppen, 2. Verschlungene Pfade, 3. Paradies, 4. Toccata/Finale. UA 9. November 2014, Petri-Pauli-Kirche Bad Münder
  • Franziskuslegende für Orgel-solo, UA 21. April 2013, Stadtpfarrkirche St. Marien (Hof)
  • „Punkt-Linie-Fläche“ für Sextet (2008) Uraufführung: Konzerthaus Berlin
  • „MIRAGE I“ für Sextet (2008) Uraufführung: Konzerthaus Berlin
  • „3 Klavierstücke“ („Contours“, „Harp“, „Harmonies“). Veröffentlicht auf: Sheila Arnold - Miniaturen für Klavier 2003), edition zeitklang Musikproduktion
  • „Air Nr. 2“, für Bassklarinette solo. Veröffentlicht auf. Volker Hemken - Interpretenporträt, edition zeitklang Musikproduktion
  • „Interference Nr. 4“ für Bassklarinette
  • „Écho à Gérard“ für 1/16-Ton Klavier. Veröffentlicht auf: The Carillo 1 /16 Tone Piano, edition zeitklang Musikproduktion
  • „Herzstück I-III“ für Akkordeon. Veröffentlicht auf: Margit Kern - Heart, edition zeitklang Musikproduktion
  • „Ataraxie“ für Viola
  • „Illuminanz“ für Flöte solo, 2005, Bärenreiter Verlag, Kassel, Veröffentlicht auf: Isabelle Schnöller: Illuminanz, edition zeitklang Musikproduktion
  • „Choor II“ für Elektronik. Veröffentlicht auf: European Young Generation - ensembe Intégrales, edition zeitklang Musikproduktion
  • „Les Cloches Transfigurées“ für 1/16-Ton Klavier. Veröffentlicht auf: The Carillo 1 /16 Tone Piano, edition zeitklang Musikproduktio
  • „Pulsation Nr. VII“ für Violoncello, Elektronik 2004
  • „Hommage à Satie“ für Saxophon, Klavier, Tonband, 2000/2003 Veröffentlicht auf: Bernfried E.G. Pröve, Elektronische Musik I edition zeitklang Musikproduktion - cal-13015
  • „Les Cloches Transfigurées“ für 1/16 Ton-Klavier, 2003, Veröffentlicht auf: Bernfried E.G. Pröve, Elektronische Musik I edition zeitklang Musikproduktion - cal-13015
  • „Raum - ertasteter Umriß“ für Flöte, Oboe, Schlagzeug und Violoncello (UA 19. Juni 1991, Auftragswerk von Philips
  • Consumer Electronics für die Eröffnung des Vitra Design Museums Weil am Rhein, Philips, 1991
  • „Die Reise zu den sieben Planeten“ nach Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ (UA 12. Oktober 2002, Auftragswerk des Staatstheaters Braunschweig)
  • „Traumpfade – das Ende der goldenen Zeit“, UA 1989, Hochschule für Musik, Hamburg

Oper

  • „Herzstück“, Kammeroper nach Heiner Müller (UA 23. Januar 1977, Auftragswerk Theater Hof), Verlag: edition gravis Musikverlag, eg 495 Klavier
  • „Meister und Margarita“, Kammeroper nach Michael Bulgakov (2002)
  • „Die Reise“, nach Michael Bulgakov (2003)
  • „EZRA“, Kammeroper, Libretto: Axel Klingenberg(2005)
  • „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, Oper nach Marcel Proust (2007)

Chor

  • „Merz-Transitus“ Hommage à Kurt Schwitters für 36-stimmigen Chor (UA 15. März 2002, Auftragskomposition vom SWR Stuttgart)
  • Reformationskantate, Libretto: Barbara Stühlmeyer, UA: 5. November 2017, Braunschweig.

Orchester

  • Fernung-Horizont-Nähe für großes Orchester und zwei Orchestergruppen (UA 16. Oktober 1992, Auftragswerk für die Donaueschinger Musiktage)
  • Sinfonien Nr. 1 - 5 für Orchester (1997-2010)
  • Apparation No. 1 für Orchester, 2002
  • Joseph und seine Brüder für 3 Solisten, 3 Chöre, Orchester, Orgel, Synthesizer, Tonband, 3 Videoscreens und Tänzerin

Preise und Auszeichnungen

  • Preis beim Kazimierz Serocki Kompositionswettbewerb
  • den Carl Orff Preis für Opernkomponisten
  • den Grand Prix für Komposition der Jeunesses Musicales Belgrad
  • den 1. Preis für seine Orchesterwerk „Anthaer“ der Landeshauptstadt Stuttgart

Literatur

  • Dirk Wieschollek: Alles unter einem Dach. Porträt über den Komponisten und Label-Manager Bernfried Pröve. In: Fono Forum 12, 2007. S. 39–41.
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