Autonomie

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Autonomie (griech: Selbstgesetzlichkeit) ist ein zentraler Begriff für das Selbstverständnis des modernen Menschen. Die Deutung ist im Einzelnen schwierig, da das Ideal der "Selbstbestimmung" regelmäßig nur von kleinen Eliten (in etwa) verwirklicht werden konnte; und da noch nicht einmal im vollen Sinn des Wortes. Denn Bindungen bestehen immer.

Eine relative Autonomie der verschiedenen Sachbereiche (Kirche, Staat, Wirtschaft, Hultur) ist in einer komplexen Industrie- und Informationsgesellschaft unvermeidbar und unverzichtbar. Nur das Prinzip einer offenen Gesellschaft auf der Grundlage der Menschenrechte ist tatsächlich fähig und in der Lage, die schwerwiegenden zivilisatorischen Herausforderungen der Gegenwart zu bestehen. In diesem Sinne ist eine Alternative zur "Autonomie", als prägendem Leitbegriff des Zusammenlebens, nichts entgegenzusetzen. Jeder Versuch einer Rückkehr in eine Gesellschaftsordnung mit einem "totalen" Anspruch, einer einzigen Institution an alle und für alles, sei es als absolute Monarchie, als totalitäre Diktatur (oder auch als Medientyrannei), führt in die Irre.

Geradewegs in die "Hölle" (diesseits wie jenseits) führt aber die bloße Behauptung, dass "ohne Gott" alles "erlaubt" sei. In diesem Sinne ist "Autonomie" nur ein anderes Wort für die Sünde wider den Heiligen Geist. Für so einen Anspruch ist kein Beweis auffindbar. Dem ganzheitlichen Humanismus der Zukunft steht also die schwere Aufgabe bevor, die "freien Geister" (esprits libres) davon zu überzeugen, dass sie sich aus freiem Willen der "Fremdbestimmung" durch das Evangelium unterwerfen, so wie die einzige Kirche Christi es verkündet: Ave, crux, spes unica.

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