Aufklärung

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Aufklärung sei, einem Bonmot von Kant folgend (1784), der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Die Unzulänglichkeit dieses Begriffs wurde jedoch schon im 19. Jahrhundert kritisiert.

Inhaltsverzeichnis

Geistesgeschichte

Abseits jedes moralisch-prätentiösen Pathos ist die Aufklärung zunächst einmal eine Epoche der Geistesgeschichte, die in all ihrer Ambivalenz wahrgenommen werden muss, mit ihren Licht- und Schattenseiten. Bedrängt durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft seit dem 17. Jahrhundert, andererseits gequält durch Kriege und Konflikte, die auch in der Religionspolitik wurzelten, war in Europa eine Rückkehr hinter den Anthropozentrismus der Renaissance, hin zum Ordnungsdenken des Mittelalters, derart versperrt, dass der Gedanke einer fortschreitenden Entwicklung, einer lichten Zukunft entgegen, in den intellektuellen Kreisen großen Zuspruch fand, insbesondere in Holland, England und Frankreich.

Entwicklung

Die deutsche Aufklärung verlief maßvoller als die französische. In der Ehtik strebte man eine rein natürliche Begründung an und entwickelte das "Ideal der Humanität" (Lessing). Populär ist die Aufklärung heute noch, trotz ihrer teils fatalen Ergebnisse, vor allem wegen ihrer religionsfeindlichen Tendenz, da die "breite Masse" die Religion mit Moral, also mit der Befolgung von sittlichen Vorschriften gleichsetzt, denen "man" sich nicht beugen will. Der weit höhere Anspruch der Aufklärung ist denselben Leuten aber zu anstrengend, wie daran zu erkennen ist, dass die Maximen der "letzten Aufklärer" (etwa: Sartre) keine kulturell relevante Lebensform zu gestalten imstande waren.

Die "Dialektik der Aufklärung" hat dem 20. Jahrhundert rd. 200 Millionen Todesopfer beschert. Wobei einzuräumen ist, dass es keinerlei Weg zurück in das mittelalterliche Staat-Kirche-Gefüge gab oder je geben wird. Aber zum Vergleich: Die Inquisition hatte, seit dem 13. Jh., in über 500 Jahren etwa 6.000 (bis zu 50.000 mal; Hexenwahn inbegriffen) die Verhängung der Todesstrafe (seitens des Staates) zur Folge; auch das sind Tausende zu viel, aber keineswegs war das "dunkle" Mittelalter die Epoche, in der ein Menschenleben nichts galt.

Theologische Aufklärung

Die Aufklärungsphilosophie beeinflusste insbesondere die Theologie des deutschen Protestantismus, mit Ausstrahlungen ins Skandinavische und nach Nordamerika. Auch die Kirche von England musste sich mit diesen Strömungen seit dem 18. Jahrhundert auseinandersetzen.

Schon der Rationalist Christian Thomasius kämpfte Seite an Seite mit den Pietisten Francke und Lange gegen das amtliche Luthertum des "Altprotestantismus" mit seinem staatsfromm-pessimistischen Menschenbild. Auch der Spott aufklärerischer Gelehrter wie Reimarus und Lessing brachten den "beschränkten Konfessionsglauben" in große Verlegenheit.

Charakteristisch für die prot. theologische Aufklärung ist ihre Bibelkritik und ihre unausgesetzte Polemik gegen den "Wunderglauben". Das erschüttert den Glauben an die Offenbarung überhaupt und führt zum Versuch, sie als "Kern" einer naturgegebenen Vernunftreligion zu begreifen. Typische Elemente dieser Kritik sind:

Während einerseits die gesamte "aufgeklärte" Verkündigung einen schrill moralisierenden Ton annimmt, und "öffentliche Moral" einklagt, wird doch andererseits eine laxe Individualmoral gestattet ("permissive Ethik").

Der Wind der Aufklärung ergriff schon im 18. Jahrhundert überdies auch Teile der katholischen Theologie. Die Verweltlichung des höheren Klerus, der ganz unter dem Eindruck des Gallikanismus stand, sowie die aufgeklärte Kirchenpolitik des österreichischen Kaisers Joseph II. sind dafür nur Beispiele. Bis hin zur fehlerhaften Rezeption des I. und II. Vatikanum reichen die Ausläufer dieser Mentalität. Der so gen. "Geist des Konzils" ist nicht selten nichts anderes als der wieder auferstandene Geist der Synode von Pistoia (1786; 1794 mit Auctorem fidei verurteilt), ohne dass die Protagonisten einsehen, dass die Welt von heute längst mehr als weitere 200 Jahre durchlebt und durchlitten hat.

Literatur

  • Rudolf Graber: Kirche nach dem Konzil. Veritas Verlag Wien, S. 16 (1967 herausgegeben unter dem Titel: Zur nachkonziliaren Situation der Kirche 1967. Unterteilt ist das 32 Seiten und DIN 5 Heft in drei Kapitel: I. Die zweite Reformation; II. Die zweite Aufklärung; III: Der Neo-Modernismus).
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