Anna Schäffer

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Anna Schäffer

Anna Schäffer (*18. Februar 1882 in Mindelstetten; † 5. Oktober 1925 in Mindelstetten) ist eine stigmatisierte Heilige aus den Bistum Regensburg. Ihr Gedenktag ist der 5. Oktober.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Anna Schäffer wurde in Dorf Mindelstetten (zwischen Ingolstadt und Regensburg) als Tochter eines Schreiners (Die "Schreiner Nandl von Mindelstetten", wie Anna Schäffer vom Volk liebevoll genannt wird) geboren und getauft. Die kinderreiche Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen. Als Anna 1894 zur ersten heiligen Kommunion gehen durfte, bot sie ihr Leben dem Heiland als Opfer an. Mit 13 Jahren kam sie in den Dienst nach Regensburg. Hier hoffte sie die Aussteuer für die Aufnahme in einen Orden verdienen zu können, da sie Missionsschwester werden wollte. Nach dem Tode ihres Vaters 1896 diente sie in Landshut, als Haushaltshilfe bei einem Landshuter Amtsgerichtsrat. Sie fand im Forsthaus zu Stammham eine neue Stelle. Am 4. Februar 1901 hatte sie in der Waschküche einen Unfall. Sie glitt aus und rutschte mit beiden Beinen bis über die Knie in den Kessel mit kochender Lauge. Damit begann ihre Leidenszeit, welche sie sich zur Sühne Gott darzubringen bereit war. 25 Jahre lang bis zu ihrem Tode war sie ans Krankenbett gebunden.

Stigmatisierung

Im Herbst 1910 ereigneten sich außerordentliche Dinge. In Visionen - Anna bezeichnete sie als Träume - sah sie zuerst den heiligen Franziskus von Assisi, dann den Heiland, der ihr Sühneopfer anzunehmen bereit war. Seither trug sie, nur wenigen Menschen bekannt, die Wundmale Christi. Fortan erstarkte Anna im Dienst des Apostolatsgedankens: sie versprach ihr Fürbittgebet, tröstete in Wort und Schrift alle diejenigen, die sich an sie wandten. Nicht nur aus ihrer Heimat, sondern auch aus Österreich, der Schweiz und sogar aus Amerika kamen Bittbriefe. Es‚ strömten viele Menschen zu ihr, um sich Trost und Linderung in ihren Nöten zu holen.

Ab dem Markustag 1923, an dem Anna in einer Ekstase das Karfreitags-Geschehen miterleben durfte, verschlechterte sich zusehends ihr Zustand: völlige Lähmung der Beine (spastische Lähmung), furchtbare Krämpfe als Folge eines Rückenmarksleidens und Mastdarmkrebs. Fünf Wochen vor ihrem Heimgang zog sich die Dulderin durch einen Sturz aus dem Bett noch eine Gehirnverletzung zu, die das Sprechvermögen und das Augenlicht beeinträchtigte.

Heilig- und Seligsprechung

Auf vielfachen Wunsch des gläubigen Volkes gab Bischof Dr. Rudolf Graber von Regensburg die Genehmigung, am 26. Juli 1972 die Gebeine der Dienerin Gottes vom Friedhof in die Pfarrkirche Mindelstetten zu übertragen und den Seligsprechungsprozeß zu eröffnen. Papst Johannes Paul II. sprach am 11. Juli 1995 Anna Schäffer den heroischen Tugendgrad zu. Das für die Seligsprechung notwendige Wunder wurde am 3. Juli 1998 von Rom anerkannt. Am 7. März 1999 wurde sie von Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

Anlässlich des öffentlichen Konsistoriums am Samstag, 18. Februar, hat Papst Benedikt XVI. vor den Kardinälen den Termin für die Heiligsprechung der seligen Anna Schäffer verkündet. Die Zeremonie fand am Sonntag, 21. Oktober 2012, in Rom statt.[1][2]

Literatur

Von Georg Franz Xaver Schwager

  • (Hsgr.): Liebe wächst im Leiden : die selige Anna Schäffer von Mindelstetten; Kurzbiographie - Novene/Gebete - Gedanken / [hrsg. im Auftr. der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsprozesse beim Bischöflichen Konsistorium der Diözese Regensburg], Regensburg : Diözese Regensburg, Abt. für Selig- und Heiligsprechungsprozesse 1999 (96 Seiten).
  • (Hsgr.): An sonnigen Gnadenquellen : eucharistische Gedanken, Betrachtungen und Gedichte der seligen Anna Schäffer, Abt. für Selig- und Heiligsprechungsprozesse für das Bistum Regensburg Regensburg/Bayern 2000 (205 Seiten, ISBN 978-3-9803993-3-3 Pp.).
  • (Hsgr.): Gelebtes Vertrauen : Zeugnisse auffallender Gebetserhörungen auf die Fürsprache Anna Schäffers aus den Jahren 1999 bis 2006,: Abt. für Selig- und Heiligsprechungsprozesse für das Bistum Regensburg Regensburg 2005 (56 Seiten), 3. erw. Aufl. 2013 (92 Seiten, ISBN 978-3-9803993-7-1 kart.).
  • Anna-Schäffer-Bruderschaft , Bischöfliche Konsistorium Regensburg, Abt. für Selig- und Heiligsprechungsprozesse Regensburg 2004 (55 S.), 3., aktualisierte und überarb. Aufl. 2014 (57 Seiten).
  • Anna Schäffer : Vorbild der Kranken, Leidenden und Armen, Schnell & Steiner Verlag Regensburg 201 (70 Seiten, ISBN 978-3-7954-2629-3 Pp., 1. Auflage).
  • Die Anna-Schäffer-Kapelle in Essenbach : Beschreibung des Bauwerkes und seiner Einrichtung, Georg Schwager Essenbach 2019 (29 Seiten).
  • Das Leben der heiligen Anna Schäffer - für Kinder erzählt (Malbuch), Anna-Schäffer-Bruderschaft Regensburg 2020 (15 Seiten).

Literatur von Alfons Maria Weigl im Grignion Verlag Altötting

  • Geschichte einer Liebe. Leiden und Leben der stigmatisierten Anna Schäfer. 1983 (12. Auflage; ca 264 Seiten; Imprimatur Passau, den 26.5.1966 Dr. Dachsberger, Generalvikar).
  • Anna Schäfer, opferbereit und leidensfähig bis zuletzt. 1980 (102 Seiten).
  • Anna Schäfer, geheimnisvolles Schauen. 2000 (120 Seiten; 3-932085-38-8).
  • Neun Gebetstage. Novene zur seligen Anna Schäfer 2000 (46 Seiten; ISBN 3-932085-84-1).
  • "Seelenrast und Trost am Grabe Anna Schäffers". 1975. 72 Seiten, 7 Bilder, kart.
  • "Vor 50 Jahren starb Anna Schäffer". 5. Aufl. 1983. 76 Seiten, kart.
  • "Anna Schäfers geheimnisvolles Traumheft". 1976, 111 Seiten, kart.
  • Anna Schäfer - Helferin.
  • Anna Schäfer, ein Leben der Liebe.
  • Anna Schäffer: Allen, die mich anrufen, werde ich helfen". Gebetserhörungen 170-1971. 2003 (46 Seiten; ISBN 3-932085-82-5).

Weblinks

Anmerkungen

  1. Das Geheimnis der Erlösung – Quelle der Heiligkeit Kath.net am 21. Oktober 2012;
  2. Dekret, mit dem Benedikt XVI. Anna Schäffer ins Buch der Heiligen aufnimmt (21. Oktober 2012)
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