Anita Grünwald

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Anita Grünwald (* 4. Oktober 1984 in Wolfsburg, † 12. Juni 2009 im Jemen) war eine russlanddeutsche baptistische Bibelschülerin, die während eines Sozialpraktikums im Jemen ermordet wurde.

Biografie

Anita Grünwald wurde als erstes von drei Kindern der Eltern Rita und Viktor Grünwald geboren. Die ersten Lebensjahre verbrachte sie im Wolfsburger Stadtteil Detmerode, wo auch ihr jüngerer Bruder Steve geboren wurde. 1991 zog die Familie nach Jelpke im Kreis Gifhorn. 1993 wurde ihre kleine Schwester geboren und Jenna genannt, weil Anita es gerne wollte. Mit acht Jahren begann Anita ihren Glauben ernst zu nehmen und entschied sich bewusst, als Christin zu leben. Ihr Leitsatz war Psalm 86, 11. Von Kind auf begeisterte sie sich für den Turnsport.[1]

Nachdem sie am Otto-Hahn-Gymnasium das Abitur abgelegt hatte, begann sie eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester, die sie nach drei Jahren mit Auszeichnung absolvierte. Schon in der Kindheit hatte sie ein Herz für Waisenkinder in Afrika. Schon während der Ausbildung war sie für drei Wochen in Malawi. Trotz eines Arbeitsvertrages im Wolfsburger Klinikum entschied Sie sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in Malawi und Mosambik. In den Kinderdörfern dort konnte sie den Beruf Kinderkrankenschwester mit Leidenschaft ausüben.

Nachdem sie zurückgekehrt war, ging sie mit ihrer Cousine Rita Stumpp zur Bibelschule Brake, um ihren Glauben besser kennenzulernen. Im Sommer 2008 war sie erneut für zwei Monate in Malawi. Ihr letztes Praktikum während der Bibelschulzeit wollte sie mit ihrer Cousine zusammen im Jemen verbringen, um dort im Krankenhaus ihre Ausbildung und Berufung, anderen Menschen zu dienen, zu leben. Sie und Rita arbeiteten dort als Pflegehelferinnen.[2]

Am 13. Juni 2009 wurden Anita Grünwald und die anderen Teilnehmer der Reisegruppe als vermisst gemeldet und am 15. Juni wurde die Nachricht, dass sie und ihre Cousine tot aufgefunden worden seien, an die Familien bekanntgegeben. Was genau am 12. Juni passiert ist, konnte nicht ermittelt werden. Jedenfalls machten sie an diesem Tag mit einer fünfköpfigen deutschen Familie aus Sachsen, die seit Jahren im Jemen lebt, einem britischen Ingenieur und einer Lehrerin aus Südkorea einen Ausflug in die Berge. Sie alle waren Christen. Nach Presseberichten wurde die Reisegruppe von drei Männern in einem Geländewagen überfallen. Eine der beiden Deutschen rief noch eine befreundete jemenitische Krankenschwester an und erzählte von Problemen mit Bewaffneten. Die Deutschen und die Südkoreanerin versuchen, sich zu wehren und zu fliehen. Doch der Fluchtversuch scheitert. Die drei Leichen – drei Tage später von Hirten gefunden – weisen mehrere Schusswunden in Kopf, Brust und Rücken auf. Die Täter sollen den Angaben der Behörden nach aus dem Umfeld islamistischer Extremistengruppen stammen.[3]

Nach ihrem Tod begann berichteten viele Medien negativ über ihr das Schicksal und das ihrer Cousine. Es begann eine Kontroverse Diskussion in der Evangelischen Kirche in Deutschland, weil man sie mit islamistischen Selbstmordattentätern gleichsetzte.[4] [5] Insbesondere das deutsche Fernsehmagazin Frontal 21 des ZDF berichtet mit Häme.[6] Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) äußerte sich zugunsten der getöteten Anita Grünwald.[7] Im Hinblick auf die gegen die beiden Bibelschülerinnen erhobenen Vorwürfe, missioniert zu haben, äußerte sich der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), dass überzeugte Christen das Recht haben, ihre Religion öffentlich zu vertreten.[8]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vgl. auch zum folgenden den Lebenslauf
  2. Vgl. http://www.jf-archiv.de/archiv09/200928070334.htm
  3. http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/aktuell/2009_06_23_Trauerfeier_Mordopfer_Jemen.php
  4. Vgl. http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/pietisten-praeses-kritisiert-zurueckhaltung-der-ekd.html
  5. Vgl. http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/kontroverse-um-missionseifer-evangelikaler.html
  6. Vgl. kath.net vom 06. August 2009
  7. Vgl. http://www.jf-archiv.de/archiv09/200928070334.htm
  8. Vgl. http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/aktuell/2009_06_29_Missionsschuelerinnen.php
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