Anima

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Pontificium Collegium Teutonicum Sanctae Mariae de Anima (abgekürzt Santa Maria dell´ Anima oder kurz: Anima ist ein übernationales Priesterkolleg, das der vertieften Bildung von bereits seelsorgserfahrenen Priestern dient. Diese werden von ihren Bischöfen an das Institut gesandt. Es war eines der ersten solcher Kollege. Das Einzugsgebiet ist Europa. Das Kollegium ist Teil des Campo Santo Teutonico.

Die Aufgabe des Priesterkollegs kann im Sinne der langen Tradition der »Anima« und mit Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft als die eines Zentrums der Kommunikation beschrieben werden. Priester aus der weiten Mitte Europas vertiefen hier ihre wissenschaftlichen Kenntnisse, lernen Methode und Stil der Römischen Kurie kennen und bemühen sich, Sprache und Kultur Italiens immer besser zu verstehen, sind doch diese wesentliches Umfeld römischer Entscheidungen und Erklärungen. So sollen die »Animalen< (wie die Kollegiaten der »Anima« genannt werden) den Geist und die Botschaft Roms in das Verständnis ihrer jeweiligen Heimat übersetzen und umgekehrt auch die Erfahrungen und Anliegen aus eigenen Ländern hier in Rom verständlich machen. Auch die Pflege der Gastfreundschaft in der »Anima« fördert das gegenseitige Verständnis.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die übernationale Stiftung der »Anima« geht auf das Heilige Jahr 1350 zurück

Nach nunmehr vorherrschender Meinung haben Jan und Katharina Peters aus Dordrecht im Jahre 1350 drei Häuser nahe der Piazza Navona (in etwa die Fläche der heutigen Kirche »Santa Maria delI' Anima«) erworben und als Hospiz für die Pilger aus dem Heiligen Römischen Reich gestiftet. Im Jahr 1406 erteilte Papst Innozenz IV. der Anima das Privileg der direkten Unterstellung unter den Heiligen Stuhl, was als »kanonische Gründung« des Instituts bezeichnet wird und wesentlich zum Aufblühen der Seelsorge und der die Sorge tragenden Bruderschaft führte. Mit den gewaltigen historischen Umbrüchen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellte sich auch die Frage der weiteren Funktion der »Anima«, die gleichsam als letztes kirchliches Partikel des Heiligen Römischen Reiches übrig geblieben war. Offenbar führte man zunächst einfach den Betrieb weiter, ohne jedoch klare Perspektiven vor Augen zu haben. In der Phase der beginnenden Erneuerung der katholischen Institutionen im Bereich des Deutschen Bundes nach der Mitte des 19. Jahrhunderts fiel das Augenmerk aus österreichischer Perspektive auch auf die »Anima« für die die Kaiser von Österreich die frühere Rolle der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs fortführten.

Die nationale Stiftung der »Anima« geht auf den 15. März 1859 zurück

1853 wurde Dr. Alois Flir aus Tirol als Rektor bestellt, um die Situation der »Anima« zu sondieren und Pläne für deren künftige Struktur zu erarbeiten. Eine Apostolische Visitation sollte der Reorganisation Nachdruck verleihen. Die umfangreiche und mühevolle Arbeit lässt sich so zusammenfassen: Flir richtete sein Augenmerk auf die historische Aufgabe der »Anima« der Seelsorge für die Pilger aus dem Heiligen Römischen Reich und die in Rom ansässigen Katholiken aus diesem Gebiet - die dafür von der zugehörigen Stiftung bestellten und erhaltenen Kapläne nutzten ihre Zeit in Rom auch zu Studien an den römischen Lehranstalten Und zur Mitarbeit an der Römischen Kurie. Dem ursprünglichen Stiftungszweck versuchte Flir eine moderne organisatorisch-rechtliche Struktur zuzuordnen, um ihm weiterhin Geltung zu verschaffen. Daher schlug er die Gründung eines Priesterkollegs vor. Was ursprünglich nebenbei »mitgelaufen« war, nämlich das vertiefende Studium der Theologie und des Kirchenrechts sowie der administrativen und juristischen Praxis der Römischen Kurie, wurde nun Mittelpunkt der Aufgabe des neuen Kollegs. Priester aus den Ländern, die ehemals zum Heiligen Römischen Reich gehört hatten (der Einzugsbereich bleibt also der gleiche), sollten zum Zweck der genannten Studien von ihren Bischöfen an die »Anima« gesandt werden. Da die Kirche der »Anima« weiterhin der Seelsorge der Pilger und der Ortsansässigen deutscher Zunge gewidmet war, waren die Kollegsmitglieder auch in die Pastoral einzubinden.

Wenige Tage vor der Gründung des Priesterkollegs starb Dr. Alois Flir. Er wird aber als Gründungs-Rektor des Kollegs betrachtet. Das Projekt Flirs begann erst allmählich zu laufen. Die Bischöfe zögerten zunächst, Priester an die »Anima« zu senden -wegen des Priestermangels in den eigenen Diözesen (so hieß es schon damals). Bald konnte aber zu Recht von einem Aufblühen des Priesterkollegs gesprochen werden. Kaiser Franz Joseph I. erwies sich als großzügiger Förderer, dem ein Gutteil der dekorativen Innenflächen des Kollegs zu verdanken ist und der sich sehr sorgfältig der Auswahl der Rektoren annahm, die er auch generös besoldete. Kollegiaten der »Anima« übernahmen bald verantwortliche Aufgaben in der Verwaltung und Leitung ihrer Diözesen.

Die Kollegsgemeinschaft heute

Nach der Restaurierung des Kollegs, die der tragisch früh verstorbene Rektor Msgr. Dr. Johann Hörist während den weniger als drei Jahren seiner Amtszeit weit vorantreiben und die der ihm nachfolgende Rektor ad interim Mag. Gerhard Hörting in neun Monaten intensiver Tätigkeit abschließen konnte, bietet dieses Platz für zwanzig Kollegiaten plus Kurat und Rektor. Im Jahre 2009 war das Haus voll besetzt und die Kollegsgemeinschaft umfasste 22 Priester aus Holland, Litauen, Deutschland, Österreich, Slowenien, Polen, Rumänien, Italien, Spanien und Burkina Faso.

Die Rektoren der Anima

  • Dr. Franz Xaver Brandmayr (seit 25. Januar 2008)
  • Mag. Gerhard Hörting (April 2007 -Januar 2008)
  • Msgr. Dr. Johann Hörist (2004-2007)
  • Prälat DDr. Richard Mathes (1998-2004)
  • Apost. Protonotar Prälat Dr. Johannes Nedbal (1981-1998) .
  • Prälat Dr. Franz Wasner (1967-1981)
  • Prälat Dr. Alois Stöger (1961-1967)
  • Prälat Jakob Weinbacher (1952-1961)
  • Alois Hudal ([1923] 1937-1952)
  • Maximilian Brenner (1913-[1923] 1937)
  • Joset Lohninger (1902-1913)
  • Franz Nagl (1888-1902)
  • Franz Doppelbauer (1887-1888)
  • KarlJäning (1872-1887)
  • Michael Gaßner (1860-1872)
  • Alois Air (1853-1859)

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