Alexander Solschenizyn

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Solschenizyn in Wladiwostok, 1994

Alexander Issajewitsch Solschenizyn (Dr.; *11. Dezember 1918 in Kislowodsk, Russland † 3. August 2008 in Moskau) war Schriftsteller, Nobelpreisträger und führender Kopf des russischen Widerstandes.

Der russische Schriftsteller galt als einer der glaubwürdigsten und unermüdlichsten Kritiker der Menschenrechtsverletzungen im ehemaligen Sowjetreich. Er hat seiner Kindheit Impulse aus der orthodoxen Kirche empfangen und während seiner Lagerhaft zum christlichen Glauben gefunden. Das Lagerdasein erfordere moralische Substanz, die sich nicht durch Ideologie speisen kann. Später entwickelte er sich zu einem Vorkämpfer für die Wiedergeburt der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Alexander Solschenizyn nahm nach der Schule 1939 ein Studium der Philologie in Moskau auf, schwenkte aber später auf Mathematik und Physik um, in denen er 1941 den Abschluss erlangte. Infolge des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion wurde Solschenizyn 1941 in den Zweiten Weltkrieg eingezogen, wo er als Artillerieoffizier diente. Er überlebte die deutsche Gefangenschaft und verbrachte infolge kritischer politischer Äußerungen die unmittelbaren Nachkriegsjahre von 1945 bis 1953 zunächst in einem sowjetischen Arbeitslager. Danach wurde er bis 1956 nach Sibirien verbannt. Nach seiner politischen Rehabilitation war Solschenizyn ab 1957 als Mathematiklehrer an einer Sekundarschule in Ryazan tätig.

Seine Erfahrungen mit dem stalinistischen Lagersystem verarbeitete er in seiner Erzählung "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch", die 1962 mit Billigung des sowjetischen Staats- und Parteichefs Nikita Chruschtschow veröffentlicht wurde und großes Aufsehen erregte. 1996 wurden seine Schriften in der Sowjetunion verboten.

Als weitere autobiographische Abrechnung mit dem Stalinismus legte Solschenizyn 1968 "Krebsstation" und "Der erste Kreis der Hölle" vor, die zwar nicht in der UdSSR publiziert werden konnten, dem Autor aber einen Weltruhm bescherten. Solschenizyn geriet zunehmend in Konflikt mit dem Sowjetregime, dessen innenpolitischer Kurs verhärtete.

Im Jahr 1969 schloss man ihn aus dem sowjetischen Schriftstellerverband aus. 1970 wurde ihm die Ausreiseerlaubnis zur Entgegennahme des Nobelpreises für Literatur verweigert, der ihm daher in Abwesenheit verliehen werden musste. Er war seit 1970 mit Natalia Svetlova in dritter Ehe verheiratet und Vater von drei Kindern.

Größte internationale Aufmerksamkeit erregte Solschenizyns dokumentarische Darstellung über die politische Verfolgung in der Sowjetunion von 1918 bis 1956: Das Werk "Archipel Gulag", das 1973-1975 erstmals in Paris erschien, zog 1974 die Ausweisung des Autors aus der UdSSR nach sich. Danach lebte er vorübergehend in den USA.

Nach einem Zwischenaufenthalt in Zürich wechselte Solschenizyn 1976 in die USA. Dort erhielt er noch im selben Jahr den "Freedoms Found Award" der Stanford University zuerkannt. Er betrieb zunächst Literaturstudien, die er 1978 mit dem Doktorgrad an der Harvard University abschloss. 1983 wurde er mit dem Templeton-Preis geehrt.

Erst im Zuge des Zusammenbruchs des Sowjetsystems wurde Solschenizyn 1990 rehabilitiert und bekam seine sowjetische Staatsbürgerschaft zurück und konnte 1994 wieder in seine Heimat zurückkehren, wo er sich in Moskau niederließ. In den letzten Jahren begleitete der Schriftsteller den Umgestaltungsprozess in Russland mit kritischen Kommentaren. 1998 wurde er mit der Lomonossow-Goldmedaille der Russischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

Im Jahr 1999 übte er mehrfach Kritik am Einsatz der NATO in Jugoslawien. 2007 wurde er mit dem Staatspreis der Russischen Föderation ausgezeichnet.

Werke

  • Hauptwerk: Archipel Gulag (dt.) Berlin 1973 (stalinistischer Terror in der Sowjetunion darstellend; 3 Bände, 1973-1975 erstmals in Paris herausgegeben;)
  • Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (Erzählung) 1962.
  • Krebsstation.
  • Der erste Kreis der Hölle 1968.

Auszeichnungen

  • 1983 Templeton-Preis für seinen Einsatz für Glauben und Religionsfreiheit in London
  • 1970 Literabturnobelpreis

Zitate

  • "Das Böse durchdringt wie ein Wirbelwind alle fünf Kontinente der Erde. Das gesamte 20. Jahrhundert ist versunken in einem Sumpf von Atheismus und Selbstzerstörung"
  • "Der Westen habe die Ehrfurcht vor Gott verloren und den Menschen zum Maß aller Dinge gemacht" (1978 in einer Rede an der Harvard-Universität).
  • Solschenizyn nennt die UNO "eine unmoralische Institution in einer unmoralischen Welt". (vgl. [1])

Weblinks

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