Abtreibung

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Unter Abtreibung versteht man das Töten eines ungeborenen Kindes.

Inhaltsverzeichnis

Methoden

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Es gibt verschiedene Methoden der Abtreibung:

  • chirurgische: z.B. Ausschaben (Curettage), Absaugen
  • chemische: z.B. Abtreibungspille (z.B. Mifegyne), oder die "Pille danach"
  • Nidationshemmer: Vorrichtungen oder Mittel, die die Einnistung eines befruchteten Eies in der Gebärmutter verhindern, z.B. viele Formen der "Pille light", die nicht den Eisprung, sondern nur die Einnistung verhindern, oder auch z.B. die Spirale. Das Leben eines Menschen beginnt jedoch bereits bei der Befruchtung, und nicht erst bei der Einnistung. Daher lehnt die Katholische Kirche auch nidationshemmende Mittel - die ja de facto frühabtreibend sind - als Methoden der Familienplanung ab.

Die Wirkung der Abtreibungspille ist in etwa so: die Versorgung des Kindes wird auf chemischem Weg stark eingeschränkt, und der Embryo ist dem langsamen Verhungern und Ersticken über Stunden ausgeliefert. Anschließend wird das entweder noch lebende oder qualvoll zu Tode gebrachte Kind durch Wehen auslösende Mittel ausgestoßen. Selbst falls der Mutter in dieser Zeit die Bedeutung ihres Tuns bewusst wird, muss sie diese Stunden bis zum Ende durchleiden. Nach Einnahme dieses Mittels gibt es keine Umkehrmöglichkeit mehr.

Position der Kirche zur Abtreibung

Die katholische Kirche lehnt die direkte Tötung eines Menschen immer ab und bezeichnet Abtreibung als ein "verabscheuungswürdiges Verbrechen".[1] Jeder einzelne Mensch ist als Ebenbild Gottes, seines Schöpfers (Gen 1,27 EU), einzigartig und hat von Anfang bis zum Ende seines Lebens eine besondere Würde, besonders auch der kranke, behinderte und alte Mensch. Der Mensch handelt anmaßend, wenn er sich zum Herrn über das Leben überhebt.

Papst Pius XI. hat in der Enzyklika Casti connubii die als Vorwand dienenden Rechtfertigungen der Abtreibung zurückgewiesen;[2] Pius XII. hat jede direkte Abtreibung ausgeschlossen, das heißt jede Handlung, die das noch ungeborene menschliche Leben direkt zu vernichten trachtet, "mag diese Vernichtung nun als Ziel oder nur als Mittel zum Zweck verstanden werden"[3]. Eine "indirekte Abtreibung" wird von der Kirche geduldet: eine Maßnahme, durch die der Tod des Embryos hervorgerufen wird, ohne dass man ihn beabsichtigt, etwa um das Leben der Mutter zu retten. Ein solches Tun kann als "Handlung mit Doppelwirkung" sittlich erlaubt sein, so Papst Pius XII..[4]

Johannes XXIII. hat beteuert, dass das menschliche Leben heilig ist, denn "es erfordert von seinem Anbeginn an das Wirken Gottes, des Schöpfers".[5] Das II. Vatikanische Konzil hat die Abtreibung sehr streng verurteilt: "Das Leben ist von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuungswürdige Verbrechen."[6] Papst Paul VI. schreibt in der Enzyklika Humanae vitae vom 25. Juli 1968, dass die direkte Abtreibung - auch wenn zu Heilzwecken vorgenommen - kein rechtmäßiger Weg sei, die Zahl der Kinder zu beschränken, und daher absolut zu verwerfen ist.[7]. Papst Johannes Paul II. widmete 1995 sich in der Enzyklika Evangelium vitae dem Thema intensiv und sagt, dass die vorsätzliche Vernichtung eines unschuldigen Menschen durch nichts geredchtfertigt werden kann.[8] Er warnt vor "bequemen Kompromissen oder der Versuchung zur Selbsttäuschung", wie die Verharmlosung der Abtreibung als "Unterbrechung der Schwangerschaft". Klare Worte fand auch Papst Benedikt XVI. anläßlich seines Österreich-Besuchs am 7. September 2007 in der Wiener Hofburg: „In Europa ist zuerst der Begriff der Menschenrechte formuliert worden. Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Abtreibung kann demgemäß kein Menschenrecht sein - sie ist das Gegenteil davon. Sie ist eine ‚tiefe soziale Wunde’, wie unser verstorbener Mitbruder Kardinal Franz König zu betonen nicht müde wurde." "Es wäre ein alarmierendes Symptom", so Papst Johannes Paul II. 1992, wenn in einer Gesellschaft die Sensibilität dafür verloren ginge, dass die Berufung auf das Gewissen kein Freibrief zum Töten eines anderen Menschen sein darf, weder des im Mutterleib wachsenden noch des alten und schwerkranken Menschen, deren Existenz die ausschließlich an eigenen Interessen orientierte Lebensgestaltung anderer einschränkt. Nur ein Volk von Egoisten könnte verdrängen, dass das Gewissen, das seinen Namen verdient, stets dazu auffordert, Töten zu verhindern.[9]

Der katholische Bischof von Dunedin, Colin Campbell nennt „die Gesundheitseinrichtungen, in denen Abtreibungen durchgeführt werden, [sind] Ausdruck der Kultur des Todes“.[10]

Päpstliches

Pius V.

Pius XI.

  • 31. Dezember 1930 Enzyklika Casti connubii über die christliche Ehe, in Hinsicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse, Bedrängnisse, Irrtümer und Verfehlungen in Familie und Gesellschaft (Nr. 63-67).

Pius XII.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Franziskus

  • Papst Franziskus hat Abtreibung als "grauenhaftes Verbrechen" und "sehr schwerwiegende Sünde" bezeichnet.[12] Er kritisierte, dass Ärzte heute Schwangeren raten, Kinder mit Behinderungen abzutreiben. "Im vergangenen Jahrhundert hat sich die ganze Welt über das aufgeregt, was die Nationalsozialisten machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen."[13] Franziskus zu Lebensschützern: „Ihr macht die bestmögliche Arbeit! Rettet so viele Menschenleben wie möglich! Ich ermutige euch dazu und möchte euch segnen. Es gibt keine wichtigere Aufgabe als das, was ihr macht. Seid beharrlich! Betet, betet und betet!“[14] „Abtreibung ist nie eine Lösung. Wir müssen zuhören, unterstützen und verstehen, um zwei Leben zu retten: das kleinste und wehrloseste menschliche Wesen zu respektieren, Schritte zu unternehmen, die sein Leben retten, seine Geburt ermöglichen und kreativ sein, um ihm bei seiner Entfaltung zu helfen.“ [15] Die Abtreibung sei so, als engagiere man einen Killer, um ein Problem aus der Welt zu schaffen. "Schwangerschafts-abbruch" sei das falsche Wort. Vielmehr gehe es darum, dass auf diese Weise ein Mensch eliminiert wird.[16] Das Leben muss von "der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende" geschützt werden.[17] 'Ein Fötus, bei dem eine Krankheit oder Behinderung diagnostiziert wird, darf keinesfalls abgetrieben werden.[18]

Jeder Priester darf vom schweren Vergehen der Abtreibung in der Beichte lossprechen

Alle Priester haben seit dem 20. November 2016 die "Vollmacht, kraft ihres Amtes jene loszusprechen, welche die Sünde der Abtreibung begangen haben". Was Papst Franziskus zunächst auf den Zeitraum des Jubeljahres der Barmherzigkeit begrenzt gewährt" hatte,[19] "wird nun zeitlich ausgedehnt, unbeachtet gegenteiliger Bestimmungen."[20]

Zitate

  • Mutter Teresa: Die schlimmste Krankheit, die keine Medizin jemals heilen kann, ist das Gefühl, unerwünscht und von allen verlassen zu sein. Das grösste Übel ist die furchtbare Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten.
  • Papst Franziskus: Ein Fötus, bei dem eine Krankheit oder Behinderung diagnostiziert wird, darf keinesfalls abgetrieben werden.[21]

Literatur

Im Immaculata Verlag Salzburg (für eine Kultur des Lebens)

  • Manfred M. Müller: Mehr Licht. Die Heilung der Abtreibungswunden.I Wien 2006.
  • Manfred M. Müller: Fünf Schritte – Die Heilung der Abtreibungswunden, 2015 (58 S.; ISBN 978-3-9503846-1-1; ergänzend zum obigen Buch)
  • Philip G. Ney/Maria A. Peeters-Ney: Abtreibungsüberlebende, 2014 (160 S.; 2. Auflage; Paperback; ISBN-13: 978-3-9503846-0-4).
  • Christian de la Vierge: Die Abtreibung. Aus der Sicht eines Priesters und Exorzisten, 2011 (Klappenbroschur; 44 Seiten; ISBN-13: 978-3-9501458-7-8).
  • Amerikanische Bischofskonferenz (Hsgr.): Für Priester - Die Heilung der Abtreibungswunden (Handbuch 1999), 2006 (1. Auflage; Klappenbroschur; 80 Seiten; ISBN-13: 978-3-9501458-2-3).

Medien

Siehe auch: Lebensrecht, Human Life International, Rainer Beckmann

Weblinks

Anmerkungen

  1. Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, Nr. 51.
  2. Vgl. Enzyklika Casti connubii (31. Dezember 1930), II: AAS 22 (1930), 562-592.
  3. Ansprache an die Medizinisch-Biologische Vereinigung vom hl. Lukas (12. November 1944): Discorsi e Radiomessaggi; VI (1944-1945), 191; vgl. auch Ansprache an den Katholischen Hebammenverband Italiens (29. Oktober 1951), Nr. 2: AAS 43 (1951), 838.
  4. „Wenn z.B. die Rettung des Lebens der zukünftigen Mutter, unabhängig von ihrem Zustand der Schwangerschaft, dringend einen chirurgischen Eingriff oder eine andere therapeutische Behandlung erfordern würde, die als keineswegs gewollte oder beabsichtigte, aber unvermeidliche Nebenfolge den Tod des keimenden Lebens zur Folge hätte, könnte man einen solchen Eingriff nicht als einen direkten Angriff auf schuldloses Leben bezeichnen. Unter solchen Bedingungen kann die Operation erlaubt sein wie andere vergleichbare ärztliche Eingriffe, immer vorausgesetzt, dass ein hohes Gut, wie es das Leben ist, auf dem Spiele steht, dass der Eingriff nicht bis nach der Geburt des Kindes verschoben werden kann und kein anderer wirksamer Ausweg gangbar ist.“ (Pius XII., Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses der „Front der Familie“ und des Verbandes der kinderreichen Familien, 27. November 1951 in A.F. Utz/J.F. Groner: Aufbau und Entfaltung des gesellschaftlichen Lebens. Soziale Summe Pius' XII., Nr. 1111.
  5. Enzyklika Mater et magistra (15. Mai 1961), Nr. 3: AAS 53 (1961), 447.
  6. Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, Nr. 51.
  7. Vgl. Catechismus Romanus Concilii Tridentini, II. Teil, c. VIII; Pius XI., Enz. Casti connubii: AAS 22 (1930), S. 562-564; Pius XII., Anspr. an die italienische medizinisch-biologische Vereinigung vom hl. Lukas, 12. Nov. 1944: Anspr. und Radiobotschaften, VI (1944), S. 191-192; Ansprache an die katholische Vereinigung der Hebammen Italiens, 29. Okt. 1951: AAS 43 (1951), S. 842-843; S. 857-859; Johannes XXIII., Enz. Pacem in terris, 11. April 1963: AAS 55 (1963), S. 259-260; 2. Vatikanisches Konzil Gaudium et spes, Nr. 51.
  8. Evangelii vitae 58.
  9. Ad-limina-Ansprachen von Papst Johannes Paul II. an die DBK im November/Dezember 1992#Ansprache von Johannes Paul II. an die Bischöfe aus Südwestdeutschland am 19. Dezember 1992.
  10. Abtreibung: Der „Totale Krieg“ gegen wehrlose Kinder – Bischof ruft zum Widerstand, Katholisches.info am 7. August 2012
  11. In englischer Sprache bei www.newadvent.org
  12. [http://www.kath.net/news/57537 Interview des italienischen Senders TV 2000 ausgestrahlt am 20. September 2016.
  13. "Was die Nazis machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen" Kath.net am 16. Juni 2018
  14. Papst zu Lebensschützern: Pro-Life-Arbeit wichtigste Aufgabe auf Erden Kath.net am 3. Mai 2017
  15. [1]
  16. Abtreibung ist wie ein Auftragsmord! Kath.net: Generalaudienz am 10. Oktober 2018
  17. Papst verurteilt Abtreibung und Sterbehilfe Kath.net am 7. November 2015; "Die schwangere Frau trägt in ihrem Bauch ja keine Zahnbürste und auch keinen Tumor." Papst Franziskus zur Abtreibung
  18. Abtreibung ist nicht rechtmäßig! Niemals, nie, niemals! Kath.net am 25. Mai 2019
  19. Vgl. Schreiben, mit dem zum Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit der Ablass gewährt wird, 1. September 2015.
  20. Zum Abschluss des ausserordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, Apostolisches Schreiben Misericordia et misera (Nr. 12) vom 20. November 2016.
  21. Abtreibung ist nicht rechtmäßig! Niemals, nie, niemals! Kath.net am 25. Mai 2019
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