Abtreibung

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Unter Abtreibung versteht man das Mord eines ungeborenen Kindes.

Inhaltsverzeichnis

Methoden

Qsicon Ueberarbeiten.png ACHTUNG: Dieser Artikel oder Abschnitt ist noch unvollständig. Es fehlen der Bereich der In-vitro-Fertilisation und die Problematik der Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik. Verbessere doch bitte den Artikel und entferne anschließend diesen Baustein.

Es gibt verschiedene Methoden der Abtreibung:

  • chirurgische: z.B. Ausschaben (Curettage), Absaugen
  • chemische: z.B. Abtreibungspille (z.B. Mifegyne), oder die "Pille danach"
  • Nidationshemmer: Vorrichtungen oder Mittel, die die Einnistung eines befruchteten Eies in der Gebärmutter verhindern, z.B. viele Formen der "Pille light", die nicht den Eisprung, sondern nur die Einnistung verhindern, oder auch z.B. die Spirale. Das Leben eines Menschen beginnt jedoch bereits bei der Befruchtung, und nicht erst bei der Einnistung. Daher lehnt die Katholische Kirche auch nidationshemmende Mittel - die ja de facto frühabtreibend sind - als Methoden der Familienplanung ab.

Die Wirkung der Abtreibungspille ist in etwa so: die Versorgung des Kindes wird auf chemischem Weg stark eingeschränkt, und der Embryo ist dem langsamen Verhungern und Ersticken über Stunden ausgeliefert. Anschließend wird das entweder noch lebende oder qualvoll zu Tode gebrachte Kind durch Wehen auslösende Mittel ausgestoßen. Selbst falls der Mutter in dieser Zeit die Bedeutung ihres Tuns bewusst wird, muss sie diese Stunden bis zum Ende durchleiden. Nach Einnahme dieses Mittels gibt es keine Umkehrmöglichkeit mehr.

Position der Kirche zur Abtreibung

Die katholische Kirche lehnt die direkte Tötung eines Menschen immer ab und bezeichnet Abtreibung als ein "verabscheuungswürdiges Verbrechen".[1] Jeder einzelne Mensch ist als Ebenbild Gottes, seines Schöpfers (Gen 1,27 EU), einzigartig und hat von Anfang bis zum Ende seines Lebens eine besondere Würde, besonders auch der kranke, behinderte und alte Mensch. Der Mensch handelt anmaßend, wenn er sich zum Herrn über das Leben überhebt.

Papst Pius XI. hat in der Enzyklika Casti connubii die als Vorwand dienenden Rechtfertigungen der Abtreibung zurückgewiesen;[2] Pius XII. hat jede direkte Abtreibung ausgeschlossen, das heißt jede Handlung, die das noch ungeborene menschliche Leben direkt zu vernichten trachtet, "mag diese Vernichtung nun als Ziel oder nur als Mittel zum Zweck verstanden werden"[3]. Eine "indirekte Abtreibung" wird von der Kirche geduldet: eine Maßnahme, durch die der Tod des Embryos hervorgerufen wird, ohne dass man ihn beabsichtigt, etwa um das Leben der Mutter zu retten. Ein solches Tun kann als "Handlung mit Doppelwirkung" sittlich erlaubt sein, so Papst Pius XII..[4]

Johannes XXIII. hat beteuert, dass das menschliche Leben heilig ist, denn "es erfordert von seinem Anbeginn an das Wirken Gottes, des Schöpfers".[5] Das II. Vatikanische Konzil hat die Abtreibung sehr streng verurteilt: "Das Leben ist von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuungswürdige Verbrechen."[6] Papst Paul VI. schreibt in der Enzyklika Humanae vitae vom 25. Juli 1968, dass "der direkte Abbruch einer begonnenen Zeugung, vor allem die direkte Abtreibung - auch wenn zu Heilzwecken vorgenommen - kein rechtmäßiger Weg sei, die Zahl der Kinder zu beschränken, und daher absolut zu verwerfen ist.[7]. Papst Johannes Paul II. widmete 1995 sich in der Enzyklika Evangelium vitae dem Thema intensiv und sagt, dass die vorsätzliche Vernichtung eines unschuldigen Menschen durch nichts geredchtfertigt werden kann.[8] Nicht nur die Kirche, sondern auch die Wissenschaft stellt klar: Das Leben eines Menschen beginnt mit der Zeugung. Schon 21 Tage nach der Zeugung ist der Herzschlag festzustellen, und der Mensch zwar klein, aber im Wesentlichen fertig durchgebildet, wie uns entsprechende fotografische Aufnahmen zeigen. Er warnt vor "bequemen Kompromissen oder der Versuchung zur Selbsttäuschung", wie die Verharmlosung der Abtreibung als "Unterbrechung der Schwangerschaft". Folglich ist es nach Johannes Pauls Worten nicht zulässig, vom Kind als "Schwangerschaftsgewebe" oder "Zellhaufen" zu sprechen, oder es als Teil oder Besitz der Mutter darzustellen.

Klare Worte fand auch Papst Benedikt XVI. anläßlich seines Österreich-Besuchs am 7. September 2007 in der Wiener Hofburg: „In Europa ist zuerst der Begriff der Menschenrechte formuliert worden. Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Abtreibung kann demgemäß kein Menschenrecht sein - sie ist das Gegenteil davon. Sie ist eine ‚tiefe soziale Wunde’, wie unser verstorbener Mitbruder Kardinal Franz König zu betonen nicht müde wurde." "Es wäre ein alarmierendes Symptom", so Papst Johannes Paul II. 1992, wenn in einer Gesellschaft die Sensibilität dafür verloren ginge, dass die Berufung auf das Gewissen kein Freibrief zum Töten eines anderen Menschen sein darf, weder des im Mutterleib wachsenden noch des alten und schwerkranken Menschen, deren Existenz die ausschließlich an eigenen Interessen orientierte Lebensgestaltung anderer einschränkt. Nur ein Volk von Egoisten könnte verdrängen, dass das Gewissen, das seinen Namen verdient, stets dazu auffordert, Töten zu verhindern.[9]

Der katholische Bischof von Dunedin, Colin Campbell nennt „die Gesundheitseinrichtungen, in denen Abtreibungen durchgeführt werden, [sind] Ausdruck der Kultur des Todes“.[10]

Päpstliches

Pius V.

Leo XIII.

  • 19. August 1889 Heiliges Offizium Antwort an den Erzbischof von Cambrai: "In katholischen Schulen kann nicht sicher gelehrt werden, dass die chirurgische Operation, die man »Kraniotomie« nennt, erlaubt ist, wie am 28. Mai 1884 erklärt wurde, und (ebenso) jede beliebige chirurgische Operation, die den Fötus oder die schwangere Mutter direkt tötet" (DH 3258; ASS 22 [1889/90] 748).[11]
  • 24. Juli 1895 Heiliges Offizium Antwort an den Erzbischof von Cambrai: Darlegung: Als der Arzt Titius zu einer schwer darniederliegenden Schwangeren gerufen wurde, bemerkte er allenthalben, dass hinter der tödlichen Krankheit keine andere Ursache steckt als die Schwangerschaft selbst, das heißt, die Anwesenheit des Fötus in der Gebärmutter. Sogleich also war ihm der Weg gegenwärtig, die Mutter vor dem sicheren und drohenden Tode zu retten, nämlich für einen Abgang bzw. eine Abtreibung des Fötus zu sorgen. Diesen Weg beschritt er gewöhnlich, jedoch unter Anwendung von Mitteln und Operationen, die durch sich und unmittelbar zwar nicht darauf abzielten, den Fötus im Mutterschoß zu töten, sondern lediglich dass er, wenn möglich, lebend zur Welt gebracht wird, auch wenn er alsbald sterben wird, da er ja noch völlig unreif ist.
    Nachdem er nun aber gelesen hat, was der Heilige Stuhl am 19. August 1889 an den Erzbischof von Cambrai zurückgeschrieben hat, hnämlichi dass »nicht sicher gelehrt werden könne«, dass irgendeine Operation erlaubt sei, die den Fötus direkt tötet, auch wenn dies notwendig wäre, um die Mutter zu retten, ist sich Titius unschlüssig wegen der Erlaubtheit der chirurgischen Operationen, mit denen er selbst bisher nicht selten für einen Abgang sorgte, um schwerkranke Schwangere zu retten.
Frage: Titius will wissen, ob er die geschilderten Operationen bei einer Wiederholung besagter Umstände sicher erneut durchführen kann.
Antwort (vom Papst am 25. Juli bestätigt): Nein, gemäß anderen Dekreten, nämlich vom 28. Mai 1884 und 19. Aug. 1889 (DH 3298).
  • 4. Mai 1898 Heiliges Offizium Antwort an den Bischof von Sinaloa (Mexiko) über verschiedene Arten, einen Fötus zu extrahieren:
DH 3336: Fragen: 1. Wird eine Beschleunigung der Geburt erlaubt sein, wenn ein Austreten des Fötus zu seiner natürlichen Zeit aufgrund der Enge (des Beckens) der Frau unmöglich würde?
DH 3337: 2. Und wenn die Enge der Frau so beschaffen ist, dass man auch eine vorzeitige Geburt nicht für möglich erachtet: wird es erlaubt sein, einen Abgang hervorzurufen oder zu seiner Zeit einen Kaiserschnitt durchzuführen?
DH 3338: 3. Ist ein Bauchschnitt erlaubt, wenn es sich um eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter oder um Embryonen handelt, die an falscher Stelle liegen?
Antwort (von Papst Leo am 6. Mai bestätigt):
Zu 1. Die Beschleunigung der Geburt ist an sich nicht unerlaubt, sofern sie nur aus triftigen Gründen und zu der Zeit und in der Weise durchgeführt wird, in denen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge für das Leben der Mutter und des Fötus gesorgt ist.
Zu 2. In bezug auf den ersten Teil: nein, gemäß dem Dekret vom Mittwoch, 24. Juli 1895, über die Unerlaubtheit der Abtreibung. – Was aber den zweiten betrifft: es steht nichts entgegen, dass sich die Frau, um die es sich handelt, zu gegebener Zeit einem Kaiserschnitt unterwirft.
Zu 3. Bei zwingender Notwendigkeit ist ein Bauchschnitt erlaubt, um an falscher Stelle liegende Embryonen aus dem Schoß der Mutter herauszuholen, sofern nur, soweit möglich, ernsthaft und in geeigneter Weise Vorsorge getragen wird für das Leben sowohl des Fötus als auch der Mutter.
  • 5. März 1902 Heiliges Offizium Antwort an die theologische Fakultät der Universität Montreal über verschiedene Arten, einen Fötus zu extrahieren (ASS 35 [1902/03] 162).
DH 3358: Frage: Ist es bisweilen erlaubt, noch unreife Föten, die an falscher Stelle liegen, aus dem Schoß der Mutter herauszuholen, wenn der sechste Monat nach der Empfängnis noch nicht vergangen ist?
Antwort: Nein, gemäß dem Dekret vom 4. Mai 1898, kraft dessen für das Leben des Fötus und der Mutter, soweit möglich, ernsthaft und in geeigneter Weise Vorsorge zu tragen ist; in bezug auf die Zeit aber möge der Bittsteller gemäß demselben Dekret daran denken, dass keine Beschleunigung der Geburt erlaubt ist, wenn sie nicht zu der Zeit und in der Weise durchgeführt wird, in denen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge für das Leben der Mutter und des Fötus gesorgt ist.

Pius XI.

  • 31. Dezember 1930 Enzyklika Casti connubii über die christliche Ehe, in Hinsicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse, Bedrängnisse, Irrtümer und Verfehlungen in Familie und Gesellschaft (Nr. 63-67).

Pius XII.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Franziskus

  • Papst Franziskus hat Abtreibung als "grauenhaftes Verbrechen" und "sehr schwerwiegende Sünde" bezeichnet.[13] Er kritisierte, dass Ärzte heute Schwangeren raten, Kinder mit Behinderungen abzutreiben. "Im vergangenen Jahrhundert hat sich die ganze Welt über das aufgeregt, was die Nationalsozialisten machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen."[14] Franziskus zu Lebensschützern: „Ihr macht die bestmögliche Arbeit! Rettet so viele Menschenleben wie möglich! Ich ermutige euch dazu und möchte euch segnen. Es gibt keine wichtigere Aufgabe als das, was ihr macht. Seid beharrlich! Betet, betet und betet!“[15] „Abtreibung ist nie eine Lösung. Wir müssen zuhören, unterstützen und verstehen, um zwei Leben zu retten: das kleinste und wehrloseste menschliche Wesen zu respektieren, Schritte zu unternehmen, die sein Leben retten, seine Geburt ermöglichen und kreativ sein, um ihm bei seiner Entfaltung zu helfen.“ [16] Die Abtreibung sei so, als engagiere man einen Killer, um ein Problem aus der Welt zu schaffen. "Schwangerschafts-abbruch" sei das falsche Wort. Vielmehr gehe es darum, dass auf diese Weise ein Mensch eliminiert wird.[17] Das Leben muss von "der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende" geschützt werden.[18] 'Ein Fötus, bei dem eine Krankheit oder Behinderung diagnostiziert wird, darf keinesfalls abgetrieben werden.[19]

Jeder Priester darf vom schweren Vergehen der Abtreibung in der Beichte lossprechen

Alle Priester haben seit dem 20. November 2016 die "Vollmacht, kraft ihres Amtes jene loszusprechen, welche die Sünde der Abtreibung begangen haben". Was Papst Franziskus zunächst auf den Zeitraum des Jubeljahres der Barmherzigkeit begrenzt gewährt" hatte,[20] "wird nun zeitlich ausgedehnt, unbeachtet gegenteiliger Bestimmungen."[21]

Zitate

  • Mutter Teresa: Die schlimmste Krankheit, die keine Medizin jemals heilen kann, ist das Gefühl, unerwünscht und von allen verlassen zu sein. Das grösste Übel ist die furchtbare Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten.
  • Johannes Paul II.: Ich bin dessen sicher, dass der größte Zerstörer des Friedens in der Welt von heute die Abtreibung ist. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind töten darf, was kann dann dich und mich davon abhalten, uns gegenseitig zu töten?[22]
  • Papst Franziskus: Ein Fötus, bei dem eine Krankheit oder Behinderung diagnostiziert wird, darf keinesfalls abgetrieben werden.[23]

Bekehrungen nach dem Mitverfolgen einer Abtreibung

1984 stellte sich Dr. Bernard Nathanson selbst Fragen zur Abtreibung. Mit seinem Freund Jay, der 20 Abtreibungen täglich vornahm, ließ er bei einer Abtreibung das Ultraschallgerat eingeschaltet und zeichnete das Geschehniss auf einem Filmband auf. Später schauten beide den Film an und waren so schockiert, dass sie keine Abtreibung mehr vornahmen. Nach einer professionellen Bearbeitung der Bänder enstand der Film „The Silent Scream“ (Der stumme Schrei).[24]

Planned Parenthood Chefin in Texas Abby Johnson warf ihren Job hin, als sie an einem Monitor eine Abtreibung mitverfolgte und sah, wie sich ein Kind gegen die Abtreibung wehrte, dann zerstückelt und abgesogen wurde. Sie beklagt, dass die Abtreibungsindustrie dies der Öffentlichkeit und ihren Mitarbeitern verschweigt.[25]

Post-Abortion-Syndrom

Post-Abortion Syndrom (PAS) (oder auch: Postabortives Syndrom) ist der Überbegriff für eine Anzahl von Symptomen, die Frauen nach einer Abtreibung aufweisen können. In Fachkreisen sorgt der Begriff regelmäßig für Kontroversen, in den medizinischen Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM IV findet er keine Erwähnung. Nichtsdestoweniger kann das PAS hinsichtlich seiner Symptomatik als eine Sonderform der 'Posttraumatischen Belastungsstörung' betrachtet werden.

Symptome des postabortiven Syndroms:

  • im physischen Bereich: z.B. Unfruchtbarkeit, möglicherweise erhöhtes Brustkrebsrisiko, Unfähigkeit weitere Kinder zu empfangen oder auszutragen.
  • psychosomatische Folgen (also etwa der sexuelle Trieb wird gestört, Migräne, Schlafstörungen, unklare Beschwerden verschiedener Art)
  • psychische Folgen: Ängste, Depressionen, Auto-Aggression, Jahrestags-Syndrom (am Jahrestag der Abtreibung Trauer, psychische Krise), Unfähigkeit Babies oder Kinder anzusehen, ein Gefühl des emotionell Abgestorben-Seins, erhöhte Selbstmordrate
  • gesellschaftliche oder soziale Folgen: gestörte eheliche Beziehungen (erhöhte Scheidungsrate nach einer Abtreibung), Gewalt, Misshandlung, Hass
  • geistliche Folgen: Schuld, Gewissensbisse[26]

Dies sind einige der häufigsten Symptome, es können aber auch andere und vor allem unklare Beschwerden auftreten, die man vorerst gar nicht mit der gewesenen Abtreibung in Verbindung bringt, die jedoch damit in Zusammenhang stehen. Es leiden auch nicht alle Frauen nach einer Abtreibung an Postabortivem Syndrom - aber viele leiden schweigend ohne Hilfe zu suchen, oft sogar ohne ihre Beschwerden einordnen zu können. Im Vorfeld wird eine Abtreibung als so problemlos wie Zahnziehen dargestellt, und die Frauen werden hinsichtlich des Postabortiven Syndroms absichtlich im Unklaren gelassen.

Hilfe bei Post Abortion Syndrom

Da es sich bei einer Abtreibung vorwiegend um eine "geistliche" Schuld handelt, sind medizinische und psychologische Behandlungen beim postabortiven Syndrom meist nicht ausreichend. Wirksame Hilfe kann ein Gespräch mit einem guten Seelsorger und eine ehrliche Beichte bringen. Geistliche Schuld kann letztlich nur von Gott gelöst werden, der in Jesus Christus alle Schuld dieser Welt getragen hat. Bewährt hat sich besonders auch die Hagiotherapie als geistliche Methode der Hilfe zur Heilung dieser schweren Wunden.[27]

Weitere Auswirkungen

Neben dem schon genannten Post Abortion Syndrom gibt es auch noch weniger bekannte Folgeerscheinungen (ebenfalls ohne Auspruch auf Vollständigkeit)

Folgen für nachgeborene Kinder

Nach einer Untersuchung der Europäischen Ärztevereinigung aus Ulm treten bei Kindern, die nach einer erfolgten Abtreibung gezeugt und geboren werden, vermehrt folgende Symptome auf:

  • Reifen ist beeinträchtigt (sie reifen langsamer)
  • nicht fähig oder vermindert fähig, eine Ausbildung abzuschließen
  • haben Gewissensbisse bzw. Schuldgefühle, vermehrt Ängste, Depression, Schlaflosigkeit, unklare Albträume (oft mit Schreien in der Nacht), ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen ist beeinträchtigt
  • können sich oft im Leben nicht gut zurechtfinden, schließe schwerer Freundschaften, haben mehr Probleme in einer Ehe.
  • vermehrt Psychosen, etwa auch das Gefühl der Anwesenheit eines Kindes, als ob ein Kind die ganze Zeit neben ihnen wäre.
  • Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit treten vermehrt auf.[28]

Folgen für die Gesellschaft

Neben dem schon in den Medien diskutierten Fehlen künftiger Pensionszahler ist es vielleicht noch interessant zu bedenken, wieviele Menschen unmittelbar oder mittelbar mit Abtreibung in Berührung kommen (Mutter und Vater des abgetriebenen Kindes, die Eltern oder Vertrauenspersonen, die zu einer Abtreibung raten, Personen in Beratungsstellen oder am Arbeitsplatz, die eine Abtreibung notwendig erscheinen lassen, Ärzte und Personal, die sie letztlich durchführen.... usw.). Alle diese Menschen tragen dann mehr oder minder geistliche Schuld mit sich, die für diese Menschen nicht ohne Folgen bleibt und sie bei einem Leben in Frieden, Freude und Selbstbestimmung hindert.[29]

Um ein wenig die Dimensionen zu zeigen, um die es hier geht: Weltweit werden jährlich über 50 Mio. Kinder durch Abtreibung getötet. Zum Vergleich: der 2. Weltkrieg hat etwa 56 Mio. Menschen das Leben gekostet.

In Österreich gibt es geschätzt etwa 60.000 Abtreibungen pro Jahr. Pro Abtreibung sind eine Vielzahl von Menschen betroffen... wenn man nun die Folgen in zweiter Linie bedenkt, z.B. die zerbrochenen Ehen und Partnerschaften als Folge dessen, dass der Mann die werdende Mutter im Stich gelassen hat, die Scheidungswaisen und deren existenzieles Leid der Verlassenheit, dann steht man vor einem der Hauptfaktoren, weshalb Depression eine der Volkskrankheiten dieser Zeit ist, und Christa Meves von einem "Volk von psychisch Belasteten und Leistungsschwachen" spricht.

Der „demographische Wandel“ - Folge der Massenabtreibung

Die Legalisierung von Verhütungsmitteln in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der die moralfreie Sexualität als Konsummittel sichern sollte, ließ die Abtreibungszahlen enorm in die Höhe steigen. Dadurch wurde ein "demographischer Wandel" verursacht. Dieser bedeutet, dass immer weniger Arbeiter für immer mehr Rentner aufkommen müssen, um deren Renten zu gewährleisten. Dieses führte um das Jahr 2010 zur Debatte, die Menschen immer später aus der Arbeitswelt in die Rente zu entlassen. Auch die Umsetzung der Gender-Ideologie (mit Kitaplätzen), welche Frauen zwingt, in die Arbeitswelt einzutreten, konnte den Wandel nicht aufhalten.[30]

Literatur

Im Immaculata Verlag Salzburg (für eine Kultur des Lebens)

  • Manfred M. Müller: Mehr Licht. Die Heilung der Abtreibungswunden.I Wien 2006.
  • Manfred M. Müller: Fünf Schritte – Die Heilung der Abtreibungswunden, 2015 (58 S.; ISBN 978-3-9503846-1-1; ergänzend zum obigen Buch)
  • Philip G. Ney/Maria A. Peeters-Ney: Abtreibungsüberlebende, 2014 (160 S.; 2. Auflage; Paperback; ISBN-13: 978-3-9503846-0-4).
  • Christian de la Vierge: Die Abtreibung. Aus der Sicht eines Priesters und Exorzisten, 2011 (Klappenbroschur; 44 Seiten; ISBN-13: 978-3-9501458-7-8).
  • Amerikanische Bischofskonferenz (Hsgr.): Für Priester - Die Heilung der Abtreibungswunden (Handbuch 1999), 2006 (1. Auflage; Klappenbroschur; 80 Seiten; ISBN-13: 978-3-9501458-2-3).

Medien

Siehe auch: Lebensrecht, Human Life International, Rainer Beckmann

Weblinks

Organisationen

Anmerkungen

  1. Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, Nr. 51.
  2. Vgl. Enzyklika Casti connubii (31. Dezember 1930), II: AAS 22 (1930), 562-592.
  3. Ansprache an die Medizinisch-Biologische Vereinigung vom hl. Lukas (12. November 1944): Discorsi e Radiomessaggi; VI (1944-1945), 191; vgl. auch Ansprache an den Katholischen Hebammenverband Italiens (29. Oktober 1951), Nr. 2: AAS 43 (1951), 838.
  4. „Wenn z.B. die Rettung des Lebens der zukünftigen Mutter, unabhängig von ihrem Zustand der Schwangerschaft, dringend einen chirurgischen Eingriff oder eine andere therapeutische Behandlung erfordern würde, die als keineswegs gewollte oder beabsichtigte, aber unvermeidliche Nebenfolge den Tod des keimenden Lebens zur Folge hätte, könnte man einen solchen Eingriff nicht als einen direkten Angriff auf schuldloses Leben bezeichnen. Unter solchen Bedingungen kann die Operation erlaubt sein wie andere vergleichbare ärztliche Eingriffe, immer vorausgesetzt, dass ein hohes Gut, wie es das Leben ist, auf dem Spiele steht, dass der Eingriff nicht bis nach der Geburt des Kindes verschoben werden kann und kein anderer wirksamer Ausweg gangbar ist.“ (Pius XII., Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses der „Front der Familie“ und des Verbandes der kinderreichen Familien, 27. November 1951 in A.F. Utz/J.F. Groner: Aufbau und Entfaltung des gesellschaftlichen Lebens. Soziale Summe Pius' XII., Nr. 1111.
  5. Enzyklika Mater et magistra (15. Mai 1961), Nr. 3: AAS 53 (1961), 447.
  6. Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, Nr. 51.
  7. Vgl. Catechismus Romanus Concilii Tridentini, II. Teil, c. VIII; Pius XI., Enz. Casti connubii: AAS 22 (1930), S. 562-564; Pius XII., Anspr. an die italienische medizinisch-biologische Vereinigung vom hl. Lukas, 12. Nov. 1944: Anspr. und Radiobotschaften, VI (1944), S. 191-192; Ansprache an die katholische Vereinigung der Hebammen Italiens, 29. Okt. 1951: AAS 43 (1951), S. 842-843; S. 857-859; Johannes XXIII., Enz. Pacem in terris, 11. April 1963: AAS 55 (1963), S. 259-260; 2. Vatikanisches Konzil Gaudium et spes, Nr. 51.
  8. Evangelii vitae 58.
  9. Ad-limina-Ansprachen von Papst Johannes Paul II. an die DBK im November/Dezember 1992#Ansprache von Johannes Paul II. an die Bischöfe aus Südwestdeutschland am 19. Dezember 1992.
  10. Abtreibung: Der „Totale Krieg“ gegen wehrlose Kinder – Bischof ruft zum Widerstand, Katholisches.info am 7. August 2012
  11. Bereits am 31. Mai (aus der Sitzung vom 28. Mai) 1884 hatte das Heilige Offizium in einer Antwort an den Erzbischof von Lyon beschieden, dass an katholischen Schulen nicht sicher gelehrt werden kann, eine Kraniotomie sei erlaubt (ASS 17 [1884] 556): »wenn nämlich, sofern sie unterlassen wird, Mutter und Kind zugrunde gehen werden, sofern sie dagegen zugelassen wird, die Mutter zu retten ist, während das Kind zugrunde geht« (»quando scilicet, ea omissa, mater et infans perituri sint, ea e contra admissa, salvanda sit mater, infante pereunte«). Diese Antwort wiederholte das Heilige Offizium im Schreiben an den Erzbischof von Cambrai, fügte aber die Worte »(und (ebenso) jede beliebige ...« (»et quamcumque ...«) hinzu. Vgl. ferner ASS 7 (1872) 285–288 460–464 516–528.
  12. In englischer Sprache bei www.newadvent.org
  13. Interview des italienischen Senders TV 2000 ausgestrahlt am 20. September 2016.
  14. "Was die Nazis machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen" Kath.net am 16. Juni 2018
  15. Papst zu Lebensschützern: Pro-Life-Arbeit wichtigste Aufgabe auf Erden Kath.net am 3. Mai 2017
  16. Positionen von Papst Franziskus Kath.net am 13. März 2103
  17. Abtreibung ist wie ein Auftragsmord! Kath.net: Generalaudienz am 10. Oktober 2018
  18. Papst verurteilt Abtreibung und Sterbehilfe Kath.net am 7. November 2015; "Die schwangere Frau trägt in ihrem Bauch ja keine Zahnbürste und auch keinen Tumor." Papst Franziskus zur Abtreibung
  19. Abtreibung ist nicht rechtmäßig! Niemals, nie, niemals! Kath.net am 25. Mai 2019
  20. Vgl. Schreiben, mit dem zum Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit der Ablass gewährt wird, 1. September 2015.
  21. Zum Abschluss des ausserordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, Apostolisches Schreiben Misericordia et misera (Nr. 12) vom 20. November 2016.
  22. Weihnachtsansprachen Papst Johannes Pauls II.#1994, Nr. 1.
  23. Abtreibung ist nicht rechtmäßig! Niemals, nie, niemals! Kath.net am 25. Mai 2019
  24. Die Bekehrung von Dr. Nathanson
  25. Josef Maria Jung: Quo vadis moderne Gesellschaft ?, Lulu.com 2013, S. 99 (ISBN 9781291233735).
  26. Josef Maria Jung: Quo vadis moderne Gesellschaft ?, Lulu.com 2013, S. 97 (ISBN 9781291233735).
  27. Josef Maria Jung: Quo vadis moderne Gesellschaft ?, Lulu.com 2013, S. 98 (ISBN 9781291233735).
  28. Josef Maria Jung: Quo vadis moderne Gesellschaft ?, Lulu.com 2013, S. 98 (ISBN 9781291233735).
  29. Josef Maria Jung: Quo vadis moderne Gesellschaft ?, S. 98
  30. Josef Maria Jung: Quo vadis moderne Gesellschaft ? Lulu.com 2013, S. 96 (ISBN 9781291233735).
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