Heilige Messe

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Das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern
Die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers in der Heiligen Messe

Die Heilige Messe ist das sakramentale Gedächtnis an das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi als unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers. Es ist die Bezeichnung des Gottesdienstes, der im Zentrum des liturgischen Lebens der Kirche steht. Die Kirche unter dem Wort Gottes feiert die Geheimnisse Christi zum Heil der Welt.

Andere gebräuchliche Bezeichnungen sind Eucharistiefeier, vom griechischen εὐχαριστέω eucharistéo "Dank sagen", Messfeier oder Messopfer. Die urchristliche Bezeichnung "Herrenmahl" hat sich nicht durchgesetzt. Zur Symbolik und Wirkung sowie zur historischen Entwicklung der Eucharistiefrömmigkeit siehe den Einzelartikel Eucharistie.

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche gibt es verschiedene Riten, in denen die Heilige Messe gefeiert werden kann. In der Lateinischen Kirche wird fast nur der Römische Ritus verwendet, in den Ostkirchen gibt es hingegen mehrere, wie etwa den Byzantinischen Ritus (hier wird die Eucharistiefeier die Göttliche Liturgie genannt) oder den Syrisch-malabarischen Ritus.

Der Begriff Messe leitet sich ab von dem lateinischen Entlassungsruf an die Getauften im Römischen Ritus Ite, missa est! (Gehet, ihr seid entlassen/gesandt!)

Inhaltsverzeichnis

Mahl und Opfer

Unter den verschiedenen Aspekten der Eucharistie ist jener des Gastmahles, der am meisten ins Auge fällt. Die Eucharistiefeier entstand im Kontext des Paschamahles am Abend des Gründonnerstages. Daher ist ihrer Struktur die Bedeutung der Tischgemeinschaft eingeschrieben: ,,Nehmt und esst ... Dann nahm er den Kelch ... und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus” (Mt 26,26.27). Dieser Aspekt drückt die Gemeinschaftsbeziehung gut aus, die Gott mit uns aufnehmen will und die wir selbst untereinander entfalten müssen. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass das eucharistische Mahl auch und zuerst einen tiefen Opfercharakter besitzt.[1] Christus legt uns darin das Opfer wieder vor, das er ein für allemal auf Golgota dargebracht hat. Wenn er darin auch als Auferstandener gegenwärtig ist, so trägt er doch die Zeichen seines Leidens, zu dessen ,,Gedächtnis” jede heilige Messe gefeiert wird. Daran erinnert uns die Liturgie in der Akklamation nach der Wandlung: ,,Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir ...”. Während die Eucharistie das Vergangene vergegenwärtigt, versetzt sie uns zugleich in die Zukunft der letzten Wiederkunft Christi am Ende der Geschichte. Dieser "eschatologische” Aspekt verleiht dem eucharistischen Sakrament eine mitreißende Dynamik, die den christlichen Weg mit dem Schritt der Hoffnung ausstattet.[2]

Messliturgie des Römischen Ritus

Der Römische Ritus entwickelte sich in der Kirche von Rom etwa ab dem zweiten Jahrhundert. Jahrhundertelang wurde dort die Liturgie in verschiedenen Formen gefeiert. Bis zum Ende des 4. Jahrhunderts war das Griechische die überwiegende Liturgiesprache. Etwa ab dem zweiten Jahrhundert dürfte das Lateinische beim Wortgottesdienst benutzt worden sein, während die eigentliche Eucharistiefeier möglicherweise bis ins vierte Jahrhundert auf griechisch gefeiert wurde. Ambrosius sprach dann bereits von einem "römischen Brauch".[3] Wie diese Messliturgie anfänglich im einzelnen ausgesehen hat, ist "in tiefes Dunkel gehüllt", da die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammen. Die Texte und Abläufe, die hieraus für die Anfänge rekonstruiert werden können, weisen jedoch erstaunliche Übereinstimmungen mit der heutigen Praxis auf.[4] Ab dem vierten Jahrhundert wurde die bischöfliche Liturgie in Rom in den ersten größeren Kirchbauten bestimmend, begünstig von der Förderung, die das Christentum durch Kaiser Konstantin den Großen genoss. Daneben bestand aber noch lange Zeit die Praxis von Hausmessen und Messfeiern im kleinen Kreis, über deren Form wenig bekannt ist, genau wie über die von Priestern in den kleinen Kirchen gefeierte Liturgie. Das Hochgebet scheint bald verbreitet unveränderlicher Teil in den heiligen Messen geworden zu sein, während in den übrigen Teilen der Messfeier "schöpferische Kraft" am Werke war, bis etwa ab dem 6. Jahrhundert stärker "tradierend-bewahrende" Tendenzen wirksam wurden.[5]

Nach dem Beschluss des Konzils von Trient (Tridentinum) wurde von Papst Pius V. ein einheitlicher Römischer Ritus festgelegt, um Fehlentwicklungen und Missstände in der Liturgie (abusus missae) zu beseitigen, die sich im Mittelalter entwickelt hatten. Das Missale Romanum von 1570 war mit geringfügigen Änderungen (zuletzt 1962) bis zur Liturgiereform nach dem 2. Vatikanischen Konzil gültig.

Forma ordinaria

Das Zweite Vatikanische Konzil reformierte die Liturgie der römisch-katholischen Kirche, nachdem vor allem in Deutschland und Frankreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Liturgische Bewegung unter Führung namhafter Liturgiewissenschaftler und Seelsorger (Romano Guardini, Ildefons Herwegen, Pius Parsch, Urbanus Bomm, Odo Casel, Johannes Pinsk, Theodor Schnitzler, Ludwig Wolker) und Abteien (Solesmes, Maria Laach, Beuron) Grundlagenforschung betrieben und neue Formen erprobt hatten. Bedeutsam war in diesem Prozess 1947 die Enzyklika Mediator Dei von Papst Pius XII., die diese Bestrebungen aufgriff und bejahte.

Das Konzil forderte für die Riten den "Glanz edler Einfachheit" und bestimmte: "Bei dieser Erneuerung [der Liturgie] sollen Texte und Riten so geordnet werden, dass sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, dass das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann." (Enzyklika Sacrosanctum concilium Nr. 21 und 32) Es nahm einen Wunsch des heiligen Papstes Pius X. auf, der die "tätige Teilnahme" der Gläubigen "an den hochheiligen Mysterien und am öffentlichen feierlichen Gebet der Kirche" besonders betont hatte. Als Liturgiesprache wurde neben dem Latein die Benutzung der Volkssprache erlaubt. Das Konzila hat auch die frühchristliche Praxis der Konzelebration aller anwesenden Bischöfe und Priester wieder belebt; vorgeschrieben ist sie für Bischofsweihe, die Priesterweihe, bei der Benediktion eines Abtes und bei der Chrisammesse, empfohlen wird sie für die Konventsmesse, bei Konzilien, Bischofsversammlungen und Synoden, bei Zusammenkünften von Priestern und für die Feier vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag.

Nachdem inzwischen auch die ältere Form des lateinischen Ritus begrenzt wieder zugelassen ist, wird die infolge des Konzils erneuerte amtliche Form des lateinische Ritus ("usus instauratus") als "ordentliche Form" bezeichnet (forma ordinaria).

Novus Ordo promulgatus est, ut in locum veteris substitueretur post maturam deliberationem, atque ad exsequendas normas quae a Concilio Vaticano II impertitae sunt. Haud dissimili ratione, Decessor Noster S. Pius V post Concilium Tridentinum Missale auctoritate sua recognitum adhiberi iusserat. (Papst Paul VI., im Konsistorium am 24. Mai 1976) [Dt.: Nach reiflicher Überlegung wurde die neue Ordnung in Kraft gesetzt, um an die Stelle der älteren zu treten; und so die Weisungen auszuführen, welche das II. Vatikanum erlassen hat. Aus ganz ähnlicher Erwägung hat Unser Vorgänger, der Hl. Pius V., nach dem Konzil von Trient das von seiner Autorität gebilligte Messbuch herausgegeben.]

Missale romanum (Editio typica 1962), Beginn des Canon Missae

Forma extraordinaria

Der Ablauf und die Ordnung der außerordentlichen Form des Römischen Ritus (auch Usus antiquior, "ältere Praxis" genannt) folgt der Editio typica des Missale Romanum von 1962, die liturgischen Veränderungen von Pius XII. und Johannes XXIII. werden also mitvollzigen, die Entwicklung ab dem Pontifikat von Papst Paul VI. jedoch nicht. Im Volksmund hat sich für diese Zelebrationsform der Begriff "Tridentinische Messe" herausgebildet, obwohl die Form der Messfeier im "Römischen Ritus" des Trienter Konzils ("Concilium Tridentinum") sehr wohl mehrfach geändert worden war, so erheblich durch Papst Pius X. und zuletzt 1960 durch den Codex Rubricarum, eine von Papst Pius XII. begonnene und durch Papst Johannes XXIII. herausgegebene Sammlung liturgischer Vorschriften.

Nach Erscheinen des nachkonzilaren Missale von 1970 war die bisherige Liturgieform seit etwa 1974 fast nur noch für ältere und behinderte Priester gestattet, und dies auch nicht im Rahmen von Gemeindemessen. Schon 1984 (Quattuor abhinc annos) wurde die Zurückdrängung der "alten Messe" durch ein Indult gelockert, das 1988 ausgeweitet wurde.

Unter Berücksichtigung der neuen Regelungen des Heiligen Stuhles vom 7. Juli 2007, welche auch diese ältere Form des lateinischen Ritus zulassen, wird der "tridentinische" Meßritus als "außerordentlicher" oder älterer lateinischer Ritus bezeichnet. Im Begleitschreiben zum Motu proprio Summorum pontificum spricht der Papst selbst vom "älteren Gebrauch", dem usus antiquior, des Römischen Ritus, der jetzt grundsätzlich jedem Priester gestattet ist und nicht mehr an die Mitgliedschaft in einer bestimmten Gemeinschaft gebunden ist. Außerdem ist jeder Pfarrer berechtigt und jeder Bischof gehalten, wenn auch nur bei entsprechender Nachfrage seitens der Gläubigen, Gelegenheiten zur Mitfeier von Messen nach dem älteren Messbuch von 1962 in seiner Diözese einzurichten.

Das II. Vatikanische Konzil hatte entschieden, "dass die Feier in Gemeinschaft der vom Einzelnen gleichsam privat vollzogenen vorzuziehen ist“ (SC 27). Seit 2007 ist jedoch wieder die "Privatmesse" (jetzt missa sine populo "Messe ohne Volk" genannt) gestattet, bei der der Priester im Beisein eines Ministranten oder bei Vorliegen eines gerechten und vernünftigen Grundes auch allein zelebriert. Er kann dies nur an Tagen tun, an denen er keine Gemeindemesse zelebriert.

Beide Formen des Römischen Ritus, die forma ordinaria und der usus antiquior, sind damit gleichberechtigt, in der liturgischen Praxis aber von sehr ungleicher Bedeutung. Die Forma ordinaria ist der Regelfall in allen Bischofs- und Pfarrkirchen. Man schätzt, dass in ca. 145 Orten in Deutschland im Jahre 2011 eine "tridentinische" Sonntagsmesse stattfindet gegenüber ca. 35 im Jahre 2007 vor dem Motu proprio vom 7. Juli desselben Jahres.

Ablauf der heiligen Messe (Ordo Missae)

Für den deutschsprachigen Raum gilt das MISSALE ROMANUM EDITIO TYPICA TERTIA 2002 in der Fassung der "Grundordnung des Römischen Messbuchs - Vorauspublikation zum Deutschen Messbuch", approbiert von den deutschsprachigen Bischofskonferenzen und rekognosziert von der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung (Arbeitshilfen Nr. 215. Herausgegeben vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2007).[6]

Dargestellt ist im folgenden die Gemeindemesse (lat. Missa cum populo „Messe mit dem Volk“), gefeiert vom Sacerdos celebrans („zelebrierender Priester“). Bischofsmesse (Pontifikalamt), Papstmesse und die klösterliche Konventsmesse haben im Wesentlichen denselben Aufbau.[7]


Bis 1962 Missale von 1970
Vorbereitungsgebet (Stufengebet)
mit Confiteor
Vormesse Eröffnung
Introitus (Eingangslied)
mit Kreuzzeichen des Zelebranten
Einzug - Gesang
Verehrung des Altars
Kreuzzeichen
Liturgischer Gruß, ggf. Einführung
Allgemeines Schuldbekenntnis
oder (sonntags) Taufgedächtnis
Kyrie Kyrie
Gloria Gloria
Oratio (Kirchengebet) Tagesgebet (Collecta)
Lehrgottesdienst Wortgottesdienst
Epistola (Lectio) Erste Lesung
Graduale (Stufenlied)
mit Allelujalied oder Tractus
Sequenz (an bestimmten Festtagen)
Antwortpsalm
Zweite Lesung (an Sonn- und Festtagen)
Ruf vor dem Evangelium (Halleluja oder Christusruf)
evtl. vorher Sequenz
Evangelium Evangelium
manchmal: Predigt Homilie (Predigt)
Credo (an Sonntagen und Hochfesten) Glaubensbekenntnis (an Sonntagen und Hochfesten)
Fürbitten (Allgemeines Gebet)
Opfermesse Eucharistiefeier
Opfervorbereitung (Opferung)
Offertorium (Opferungslied)
Darbringung des Brotes
Vermischung des Weines mit Wasser
Darbringung des Weines
Selbstaufopferung
Anrufung des Heiligen Geistes
Händewaschung (Lavabo)
Aufopferungsgebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit
Gabenbereitung
evtl. Gabenprozession
Händewaschung
Orate, fratres
Secreta (Stillgebet)
Einladung zum Gabengebet
Gabengebet
Opferhandlung Eucharistisches Hochgebet
Präfatio
Sanctus
Präfation
Sanctus
Canon Missae:
Te igitur (Empfehlung der Opfergaben)
Memento, Domine (Gedächtnis der Lebenden)
Communicantes (Gedächtnis der Heiligen)
Hanc igitur (Bitte um Annahme der Opfergaben)
Quam oblationem (Bitte um Verwandlung der Opfergaben)
Wandlung: Qui pridie (Brot), Simili modo (Wein)
Unde et memores (Gedächtnis des Erlösungswerkes Christi
Supra quae propition (Bitte um Annahme des Opfers)
Supplices (Bitte um unsere Einigung mit dem Opfer Christi)
Memento etiam (Gedächtnis der Toten)
Nobis quoque peccatoribus
(Bitte um Gemeinschaft mit den Heiligen)
Per quem haec omnia (Feierlicher Lobpreis Gottes)
Hochgebet:
evtl. Postsanctus
Epiklese
Einsetzungsbericht
Anamnese
Darbringungsgebet
Kommunionepiklese
Interzessionen
Schlußdoxologie
Opfermahl Kommunion
Paternoster
Libera nos (Weiterführung der letzten Vaterunserbitte)
Gebet des Herrn
mit Weiterführung
Brotbrechung und Vermischung der heiligen Gestalten
Friedensgebet
ggf. Friedensgruß
Agnus Dei Lamm Gottes
mit Brechung des Brotes
Friedensgebet (mit Friedenskuss)
Domine Jesu Christe
(Letzte Bitten vor Empfang der Kommunion)
Kommunion des Priesters
Falls die Kommunionspendung an die Gläubigen erfolgt,
wird vorher Confiteor mit Erbarmensbitte gesprochen.
Reinigung von Kelch und Patene mit Gebeten
Einladung zur Kommunion
Kommunionspendung
Gesang zur Kommunion
Reinigung von Kelch und Patene (still)
Communio Stille und Danksagung
Postcommunio (Schlussgebet) Schlussgebet
Entlassung Abschluss
Ankündigung der Entlassung
Placeat tibi (Bitte um Annahme des Opfers)
Segen
Mitteilungen
Segen
Entlassungsruf
Schlussevangelium
Altarkuss und Auszug
Altarkuss und Auszug

Merkmale des römischen Liturgietyps

Die Grundstruktur der amtlichen Form der Messe von 1969 und der vorher gültigen Form ist gleich. Denn nach ausdrücklicher päpstlicher Weisung galt auch für die Liturgiereform, dass der Typ und das Wesentliche des römischen Ritus gewahrt bleiben müsse. Typisch "römisch" ist bereits der Gedanke, dass ein "pragmatischer" Umgang mit der Liturgie und ihre Anpassung an neue Situationen möglich ist. (Das kommt am deutlichsten in Art. 37-40 der Liturgiekonstitution Sacrosanctum concilium zum Ausdruck.)

Dazu gehört die eher knappe, pragmatische Grundkonzeption des Ritus, die eine einheitliche Ordnung mit einem Variationsspielraum verknüpft; sowie einige tragende Merkmale der Messfeier, insbesondere des Hochgebets. (Man vergleiche dazu die unten dargestellten nichtrömischen Riten.)

Die Entscheidung des II. Vatikanums, zu einer kommunikativeren und mehr pastoralen Form der Messfeier überzugehen (zugunsten stärkerer "actuosa participatio", tätiger Teilnahme der Getauften, wie sie bereits der heilige Papst Pius X. gewünscht hatte), für die in etwa der Typus der römischen Messe des 6.-8. Jahrhunderts das Vorbild darstellt, macht aber eine Mischform nahezu unmöglich. Allerdings ist zu erwarten, dass ältere und neuere Form sich im Falle eines friedlichen Miteinanders innerhalb der lateinischen Kirche gegenseitig beeinflussen.

Manche Beobachter erwarten, dass die Pflege der älteren Traditionen auch wieder eine mehr fromme, ehrfürchtige Zelebration der Messe in der heute amtlichen Form begünstigen könnte. Umgekehrt werden einige Elemente der älteren Form auch bei manchen ihrer Freunde nicht mehr einhellig praktiziert, etwa die Eingangs- und Schlussgebete.

Einige in der nachkonziliaren Öffentlichkeit als markante Merkmale der Liturgiereform wahrgenommene Gebräuche, etwa die Zelebrationsrichtung[8] zum Volk, die Handkommunion (vgl. Julius Döpfner) und der weitgehende Verzicht auf die lateinische Kultsprache wurden vom II. Vatikanum nicht ausdrücklich angeordnet. Die heilige Messe kann grundsätzlich immer auch auf Latein gefeiert werden, meist wird jedoch Latein an bestimmten Sonntagen oder Festen, bei Gottesdiensten mit vielen internationalen Teilnehmern, zu besonderen Anlässen oder in bestimmten Gruppen benutzt. Über die 1968 approbierten Hochgebete I-IV hinaus entwickelten sich weitere Hochgebete moderner Gestaltung, von denen einige nach einer Zeit der Erprobung für besondere Anlässe in das Missale Romanum 2002 gelangten.

Die regionalen Bischofskonferenzen haben eine eigene Zuständigkeit, die nur im Ausnahmefall den direkten, maßregelnden Durchgriff der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung oder des Papstes gestattet. Auch für das o.g. Motu proprio zum "usus antiquior" gilt, dass seine Umsetzung grundsätzlich vom Ortsbischof durchgeführt wird, der als der Liturge der Ortskirche amtiert.

Abendmessen

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges, wurde von Papst Pius XII. die Erlaubnis erteilt, auch Nachmittags die Heilige Messe feiern zu dürfen. Den große Nutzen von Abendmessen sehend, behielt er diese Anordnung bei. Diese ging auch in den Kanon 1248 des Kirchenrechts von 1983 und in den Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2180 ein.

Quellen

Literatur

Messopfer.jpg
  • Martin Ramm: Zum Altare Gottes will ich treten - Die Messe in ihren Riten erklärt [1](kostenlos, DIN A 6, Mit kirchlicher Druckerlaubnis)
  • Martin von Cochem: Erklärung des heiligen Messopfers Nebst einem Gebetsanhang zumeist aus seinen Erbauungsschriften, Zeitgemäß bearbeitet von einem Priester der Diözese Hildesheim (Kirchliche Druckerlaubnis Limburg an der Lahn, den 10. Juni 1953 Merkel, Generalvikar). Herausgegeben von Lorenz Beer: Josef Habbel Verlag 1914 (416 Seiten).
  • Johannes Schmid: Das heilige Messopfer – der verborgene Schatz, Schwarzenfeld / Obpf., Selbstverlag des Passionistenklosters, 8. unveränderte Auflage (Imprimatur: Monacchii, die 17. Martii 1949 P. Walter Mickel C.P. Prov.; Mit Druckerlaubnis des Erzbischöflichen Ordinariates Wien vom 30. März 1940, Zahl 1772.)
  • Alois Meusburger: Das eucharistische Opfer Christi Lins Verlag, 1956 (31 Seiten).
  • Franz Edlinger: Brot und Wein : tut dies zu meinem Gedächtnis. dip3-Bildungsservice Wilhering 2014 (1. Auflage; 25 S.; ISBN 978-3-903028-04-3 geh.)
  • Franz Edlinger: Heilige Messe : eine Einführung. dip3-Bildungsservice Wilhering 2014 (1. Auflage; 34 S.; ISBN 978-3-903028-06-7 geh.).
  • Josef Andreas Jungmann S.J.: Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe. 2 Bände. Herder Verlag Wien; Imprimatur; in sechs Sprachen übersetzt; 1. Aufl. 1948; 2. Aufl. 1949, 3. verb. Aufl. 1952, 4. erg. Aufl., 1958, 5. verbesserte Aufl. Herder, Wien-Freiburg-Basel 1962 (I: 633 S.; II: 641 S.) und Nova & vetera Verlag Bonn 2004 - Nachdruck der 5. Aufl.; Format: 17 x 24,5 cm; ISBN 3-936741-13-1; [2]).
  • Alfons Maria Rathgeber: Das Heilige Messopfer, Sebaldus Verlag Nürnberg, 2. Auflag; Kirchliche Druckerlaubnis Bamberg 22.9.1933 Dr. Wolkenau Generalvikar.
  • Pius Parsch: Meßerklärung im Geiste der liturgischen Erneuerung, Verlag Volksliturgisches Apostolat Klosterneuenburg b. Wien 1950 (3. Auflage; 447 Seiten).
  • Max Schenk: Das Heilige Messopfer: theologische Überlegungen zur Eucharistielehre der Kirche. Christiana Verlag 1995 (1. Aufl. 160 S.; ISBN 3-7171-0990-1; ISBN-13: 9783717109907).
  • Urbanus Bomm: Lateinisches-deutsches Volksmessbuch: das vollständige Römische Messbuch für alle Tage des Jahres mit Erklärungen und einem Choralanhang, Benziger Verlag Einsiedeln 1955 (9. Auflage; 1751+80 Seiten).
  • Klemens Kiser: Das Heilige Meßopfer in Schauungen erlebt, Bruder Kostka (Joseph Wasel) Theresia Verlag 2001 (4. Auflage ISBN 3-908542-60-X; z.B. beim Miriam Verlag erhältlich).
  • Franz Xaver Rudrof: Heilige Messe, Geheimnis unseres Glaubens, Betrachtungen in Wort und Bild (Imprimatur Anápolis 31.07.1996 Luiz Generalvikar; ISBN 1-896442-18-8).
  • Vom Geheimnis der Heiligen Messe, Verlag Kösel-Pustet München (168 Seiten)
  • Franz Adolph: Die Messe im deutschen Mittelalter Verlag nova & vetera
  • Josef Walter: Die Heilige Messe, der größte Schatz der Welt, und die Weise ihn zu benützen. - Ein Belehrungs- und Erbauungsbuch für das christliche Volk, Verlag der Preßvereins-Buchhandlung Brixen 1909 (7., mit Beispielen vermehrte Auflage; 556 Seiten).
  • Leonhard von Porto Maurizio: Das hl. Meßopfer, der größte Schatz auf Erden Theresia Verlag
  • Feiert das heilige Opfer mit dem Hohenpriester Jesus Christus Lins Verlag 1962 (48 Seiten)
  • Arnold Angenendt: Offertorium. Das mittelalterliche Meßopfer. Aschendorff Verlag, Münster 2013 (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen, Bd. 101).
  • Raniero Cantalamessa: Die Eucharistie – unsere Heiligung. Köln 1998, ISBN 3-925746-74-9.
  • Johannes H. Emminghaus: Die Messe. Wesen – Gestalt – Vollzug. St. Benno Verlag Leipzig 1980; Österreichisches Katholisches Bibelwerk, 6. Aufl., durchgesehen und überarbeitet von Theodor Maas-Ewerd, Klosterneuburg 1997; Taschenbuch: Kath. Bibelwerk Stuttgart, 5. Aufl. 1997, ISBN 3-460-32222-5.
  • Prosper Guéranger: Die Heilige Messe. Erklärung der Gebete und Zeremonien der heiligen Messe. Sarto Verlag Stuttgart 2004, ISBN 3-932691-42-3.
  • Romano Guardini: Besinnung vor der Feier der Heiligen Messe. 6. Auflage, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1956
  • Hans Bernhard Meyer: Eucharistie: Geschichte, Theologie, Pastoral. Pustet, Regensburg 1989, ISBN 3-7917-1200-4 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 4).
  • Theodor Schnitzler: Was die Messe bedeutet. Hilfen zur Mitfeier. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1990, ISBN 3-451-17689-0.
  • Thomas Schumacher: Die Feier der Eucharistie. Liturgische Abläufe – geschichtliche Entwicklungen – theologische Bedeutung. Pneuma, München 2009, ISBN 978-3-942013-00-0.

Messbüchlein für Kinder

Medien

  • CD: Die Messe - Dein Leben (Wesen und den Aufbau der hl. Messe). Von P. Andreas Lauer FSSP (bestellbar bei Engelbert Recktenwald; Digitalisierung einer LP des Herder Verlags aus dem Jahr 1959).

Päpstliche Schreiben

siehe: Päpstliche Schreiben beim Artikel Eucharistie, Liturgiereform

Pius IV.

Pius V.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Siehe auch: Schott-Messbuch, Eucharistie, Eucharistische Anbetung, Kommunion, Kirchenjahr, Ritus, Römischer Ritus, Messbund

Weblinks

Jesus Christus tiefer in der Heiligen Messe begegnen, Exerzitienvorträge in Wigratzbad mit dem Referent Karl Wallner:

Anmerkungen

  1. Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de eucharistia (17. April 2003), 10: AAS 95 (2003), 439; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion Redemptionis sacramentum über einige Dinge bezüglich der heiligsten Eucharistie, die einzuhalten und zu vermeiden sind (25. März 2004), 38: L'Osservatore Romano, 24. April 2004, Suppl., S. KKK 1382.
  2. Johannes Paul II. Apostolisches Schreiben Mane nobiscum domine, vom 7. Oktober 2004, Nr. 15.
  3. Hans Bernhard Meyer: Eucharistie: Geschichte, Theologie, Pastoral. Pustet, Regensburg 1989, ISBN 3-7917-1200-4 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 4), S. 167f.
  4. Josef Andreas Jungmann S.J.: Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe. Bd. 1, 5. verbesserte Aufl., Herder Verlag Wien-Freiburg-Basel 1962, S. 63.
  5. Hans Bernhard Meyer: Eucharistie: Geschichte, Theologie, Pastoral. Pustet, Regensburg 1989, ISBN 3-7917-1200-4 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 4), S. 169.
  6. MISSALE ROMANUM EDITIO TYPICA TERTIA 2002 in der Fassung der "Grundordnung des Römischen Messbuchs - Vorauspublikation zum Deutschen Messbuch"
  7. Quellen: *Bis 1962: Anselm Schott OSB: Das vollständige Römische Meßbuch lateinisch und deutsch, Verlag Herder, 4. Auflage, Freiburg 1934, S. 454-488
    *Gotteslob (2013), Nr. 581-591
  8. Von der Wendung der Altäre ist im Konzilstext nicht die Rede Gedanken von Josef Kardinal Ratzinger / Papst Benedikt XVI. über das Verschwinden der lateinischen Sprache und die Wendung der Altäre zum Volk hin Kath.net am 5. Juli 2007
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