Änderungen in den liturgischen Büchern 1983

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Variationes

Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst
im Pontifikat von Papst
Johannes Paul II.
Änderungen, die in den liturgischen Büchern gemäß den Normen des neuen Codex luris Canonici einzuführen sind
12. September 1983

(Quelle: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 58)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Der Codex Iuris Canonici, den Papst Johannes Paul H. am 25. Januar 1983 veröffentlicht hat, ist vom 1. Adventssonntag des Jahres 1983 an verpflichtend.

Hinsichtlich der liturgischen Gesetze ist zu beachten, was in can. 2 des neuen Codex festgesetzt ist, nämlich: "Die bislang geltenden liturgischen Gesetze behalten ihre Geltung, soweit nicht eines von diesen den Canones des Codex zuwiderläuft."

Daher hat die Sektion für den Gottesdienst der Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst "Variationes" erarbeitet, die in Neuausgaben liturgischer Bücher gemäß den Normen des neuen Codex Iuris Canonici einzuführen sind.

Dazu gehören:

1. das Dekret, durch das die "Variationes" approbiert werden (S. 6);

2. die Texte der "Variationes" (S. 7-44);

3. ein Kommentar (S. 45-50),

Zu 1 + 2: Entsprechend einem Beschluß der Deutschen Bischofskonferenz werden hier die "Variationes" in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

Die vorliegende Übersetzung enthält jeweils den bisher geltenden Text des liturgischen Buches und anschließend den neuen Text. Dabei richtet sich die Übersetzung, soweit es sich um wörtliche Zitate aus dem Codex Iuris Canonici handelt, nach der offiziellen Übersetzung des Codex Iuris Canonici. Die Änderungen sind jeweils kursiv gedruckt. Stimmen der alte und der neue Text der lateinischen Praenotanda mit dem Wortlaut des Codex überein, so ist bei der neuen deutschen Fassung der Wortlaut der deutschen Codex-Übersetzung übernommen; dadurch entstehende Abweichungen vom Wortlaut der betreffenden Pastoralen Einführung sind nicht durch Kursiv-Schrift kenntlich gemacht. Wenn bei fälligen Neuauflagen der liturgischen Bücher die "Variationes" berücksichtigt werden, sind die Änderungen darum noch auf Stil und Terminologie des betreffenden Buches abzustimmen.

Zu 3: Angefügt ist der von der Kongregation zusammen mit den "Variationes" in der Zeitschrift "Notitiae" veröffentlichte Kommentar von Pierre-Marie Gy OP.

Dekret Prot. Nr. CD 1200/83

Nach der Veröffentlichung des Codex Iuris Canonici, mit dessen Hilfe die Kirche ihre Aufgabe entsprechend dem Geist und der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils besser erfüllen kann, behalten die liturgischen Bücher ihre Geltung, wie can. 2 eben dieses Codex sagt. Wenn dennoch in den liturgischen Büchern Dinge zu finden sind, die den Canones des Codex zuwiderlaufen, so sind diese Dinge zu berichtigen.

Darum hat die Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst für die Erarbeitung einer Anzahl von Änderungen gesorgt, die in Neuausgaben liturgischer Bücher gemäß den Normen des neuen Codex Iuris Canonici einzuführen sind. Die Sektion für den Gottesdienst, die dafür verantwortlich ist, die heilige Liturgie für die ganze lateinische Kirche pastoral und rituell zu ordnen, hat diese Änderungen erarbeitet. Darauf hat sie dieselbe Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst approbiert und angeordnet, daß sie veröffentlicht werden und daß alle, die es angeht, sie einhalten.

Alles Entgegenstehende ist hiermit aufgehoben.

Am Sitz der Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst, 12. September 1983.

† Josephus Card. Casoria
Präfekt
† Vergilius Noe

Sekretär

I. Allgemeine Einführung in das Meßbuch

(Die Nummern der Allgemeinen Einführung in das Meßbuch stimmen in der lateinischen und deutschen Fassung überein.)

Nr. 42

alt: An Sonn- und gebotenen Feiertagen ist in allen Messen, an denen Gläubige teilnehmen, eine Homilie zu halten; für die übrige Zeit ...

neu: An Sonn- und gebotenen Feiertagen ist in allen Messen, an denen Gläubige teilnehmen, eine Homilie zu halten; sie darf nur aus einem schwerwiegenden Grund ausfallen; für die übrige Zeit …

Nr. 56, h: Anm. 44:

alt: Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium" vom 25. 5. 1967, Nr. 31, 32: AAS 59 (1967), S. 558-559; über die Erlaubnis, zweimal am Tag zu kommunizieren, vgl. Sakramentenkongregation, Instruktion "Immensae caritatis" vom 29. 1. 1973, Nr. 2: AAS 65 (1973), S. 267-268.

neu: Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium" vom 25. 5. 1967, Nr. 31, 32: AAS 59 (1967), S. 558-559; zum zweimaligen Kommunionempfang am gleichen Tag vgl. CIC, can. 917.

Nr. 153:

alt: Die Konzelebration, in der die Einheit des Priestertums und des Opfers wie auch des ganzen Gottesvolkes passend zum Ausdruck kommt, ist neben den in bestimmten liturgischen Ordnungen vorgeschriebenen Anlässen gestattet:

1. a) am Gründonnerstag für die Chrisam-Messe und für die Abendmesse,

b) bei Meßfeiern anläßlich von Konzilien, Bischofsversammlungen und Synoden,

c) bei der Meßfeier anläßlich einer Abtsweihe.

2. Mit Einverständnis des Ortsordinarius, dem die Beurteilung zusteht, ob eine Konzelebration angebracht ist:

a) für die Konventsmesse und den Hauptgottesdienst in Kirchen und Oratorien, soweit nicht die Bedürfnisse der Gläubigen Einzelzelebrationen aller anwesenden Priester erfordern,

b) für Meßfeiern bei Zusammenkünften von Welt- und Ordenspriestern 62.

neu: Die Konzelebration, in der die Einheit des Priestertums und des Opfers wie auch des ganzen Gottesvolkes passend zum Ausdruck kommt, ist () in () den liturgischen Ordnungen selbst bei der Bischofsweihe, bei der Priesterweihe und bei der Chrisam-Messe vorgeschrieben ( ).

Empfohlen wird sie, sofern nicht die Bedürfnisse der Gläubigen etwas anderes erfordern oder nahelegen:

a) am Gründonnerstag ( ) für die Abendmesse,

b) bei Meßfeiern anläßlich von Konzilien, Bischofsversammlungen und Synoden,

c) bei der Meßfeier anläßlich einer Abtsweihe, ( )

d) für die Konventsmesse und den Hauptgottesdienst in Kirchen und Oratorien, ( )

e) für Meßfeiern bei Zusammenkünften von Welt- und Ordenspriestern62.

Anm. 62:

alt: Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution Art. 57.

neu: Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution Art. 57; CIC, can.902.

Nr. 155:

alt: Dem Bischof steht es zu, entsprechend dem geltenden Recht für die Konzelebration in seiner Diözese Richtlinien aufzustellen, die auch für exempte Kirchen und halböffentliche Oratorien gelten. Der jeweilige Ordinarius beziehungsweise höhere Vorgesetzte auch nichtexempter Orden und Gemeinschaften von Klerikern ohne Gelübde hat für seine Kirchen und Oratorien zu entscheiden, ob eine Konzelebration angebracht ist; ihm steht es auch zu, die Erlaubnis dafür zu erteilen 64.

neu: Dem Bischof steht es zu, entsprechend dem geltenden Recht für die Konzelebration in seiner Diözese Richtlinien aufzustellen, die auch für exempte Kirchen und ( ) Oratorien gelten ( ) 64.

Nr. 211:

alt: Nur aus schwerwiegenden Gründen darf eine Messe ohne Altardiener gefeiert werden. Es entfallen dann die Grußworte und der Segen am Schluß der Messe.

neu: Nur aus einem gerechten und vernünftigen Grund darf eine Messe ohne Altardiener oder wenigstens einen Gläubigen gefeiert werden. Es entfallen dann die Grußworte und der Segen am Schluß der Messe.

Nr. 242, 6:

alt: Kranke und alle Anwesenden bei der Spendung der Wegzehrung, wenn die Messe, in Übereinstimmung mit den rechtlichen Vorschriften, im Hause des Kranken gefeiert wird;

neu: Kranke und alle Anwesenden bei der Spendung der Wegzehrung, wenn die Messe ( ) im Hause des Kranken gefeiert wird;

Nr. 255:

alt: Die Kirchen sollen feierlich konsekriert werden ....

neu: Alle Kirchen sind feierlich zu weihen oder wenigstens zu segnen. Bischofskirchen und Pfarrkirchen sind jedoch immer zu weihen ....

Nr. 262:

alt: Der Hauptaltar soll freistehen, damit man ihn ohne Schwierigkeiten umschreiten und an ihm, der Gemeinde zugewandt, die Messe feiern kann. Er soll so aufgestellt sein, daß er wirklich den Mittelpunkt des Raumes bildet, dem sich die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde von selbst zuwendet 81.

In der Regel soll er feststehend und konsekriert sein.

neu: Für gewöhnlich soll eine Kirche einen feststehenden, geweihten Altar haben, der frei steht, damit man ihn ohne Schwierigkeiten umschreiten und an ihm, der Gemeinde zugewandt, die Messe feiern kann. Er soll so aufgestellt sein, daß er wirklich den Mittelpunkt des Raumes bildet, dem sich die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde von selbst zuwendet . ()

Nr. 265:

alt: Feststehende und tragbare Altäre werden nach dem in den liturgischen Büchern beschriebenen Ritus konsekriert. Bei tragbaren Altären genügt auch eine Segnung. Bei einem tragbaren Altar oder Tisch, der außerhalb des Kirchenraumes zur Eucharistiefeier verwendet wird, ist kein Altarstein nötig (Vgl. Nr. 260).

neu: Feststehende und Tragaltäre werden nach dem in den liturgischen Büchern beschriebenen Ritus geweiht. Bei Tragaltären genügt auch eine Segnung. ( )

Nr. 266:

alt: Den Brauch, bei der Konsekration in oder unter einem Altar Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen einzufügen, möge man - soweit angebracht - beibehalten. Die Echtheit der Reliquien muß jedoch gesichert sein.

neu: Den Brauch, bei der Weihe ( ) unter einem Altar Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen einzufügen, möge man ( ) beibehalten. Die Echtheit der Reliquien muß jedoch gesichert sein.

Nr. 267:

alt: Es soll nur wenige Nebenaltäre geben. Bei Neubauten sollen sie in vom Hauptraum möglichst getrennten Seitenkapellen stehen 82.

neu: Es soll nur wenige andere Altäre geben. Bei Neubauten sollen sie in vom Hauptraum möglichst getrennten Seitenkapellen stehen 82.

Nr. 277:

alt: Die Eucharistie soll nur in einem einzigen, festen und sicheren Tabernakel aufbewahrt werden. Jede Kirche soll daher in der Regel nur einen Tabernakel haben 89.

neu: Die Eucharistie soll nur in einem einzigen, nicht beweglichen, undurchsichtigen und festen Tabernakel aufbewahrt werden, der so verschlossen ist, daß, soweit irgend möglich, die Gefahr der Profanierung vermieden wird. Jede Kirche soll daher in der Regel nur einen Tabernakel haben 89.

Anm.89:

alt: Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium" vom 25. 5. 1967, Nr. 52: AAS 59 (1967), S. 568; Instruktion "InterOecumenici" vom 26. 9. 1964, Nr. 95: AAS 56 (1964), S. 898; Sakramentenkongregation, Instruktion "Nullo umquam tempore" vom 28. 5. 1938, Nr. 4: AAS 30 (1938), S. 199-200; Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu mysterii eucharistici extra Missam, ed. typ. 1973, Nr. 10-11.

neu: Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium" vom 25. 5. 1967, Nr. 52: AAS 59 (1967), S. 568; Instruktion "InterOecumenici" vom 26. 9. 1964, Nr. 95: AAS (1964), S. 898; Sakramenten kongregation, Instruktion "Nullo umquam tempore" vom 28. 5. 1938, Nr. 4: AAS 30 (1938), S. i99-200; Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu mysterii eucharistici extra Missam, ed. typ. 1973, Nr. 10 ( ); C/C can. 938.

Nr. 282:

alt: Gemäß der Überlieferung verwendet die gesamte Kirche für die Eucharistiefeier Weizenbrot, das nach dem Brauch der lateinischen Kirche ungesäuert ist.

neu: Das Brot zur Feier der Eucharistie muß ( ) aus reinem Weizenmehl bereitet und noch frisch und nach dem Brauch der lateinischen Kirche ungesäuert sein.

II. Pastorale Einführung in die Leseordnung der Messe

(Die Nummern der Pastoralen Einführung in die Leseordnung der Messe stimmen in der lateinischen und deutschen Fassung überein.)

Nr. 25:

alt: An Sonntagen und gebotenen Feiertagen muß in allen Gemeindemessen - einschließlich der Vorabendmessen - eine Homilie gehalten werden 52 ... .

neu: An Sonntagen und gebotenen Feiertagen ist in allen Messen, die unter Beteiligung des Volkes gefeiert werden, einschließlich der Vorabendmessen, eine Homilie zu halten; sie darf nur aus schwerwiegendem Grund ausfallen 52 … .

III. Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe

(Die Nummern der Studienausgabe "Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe" stimmen mit denen der lateinischen Ausgabe überein.)

Nr. 8:

alt: Die Seelsorger sollen veranlassen, daß die Kirchen und öffentlichen Oratorien, in denen nach Maßgabe des Rechts die heilige Eucharistie aufbewahrt wird, täglich wenigstens mehrere Stunden während der günstigeren Tageszeit geöffnet sind, damit die Gläubigen ohne Schwierigkeiten vor dem Allerheiligsten beten können 10.

neu: Die Seelsorger sollen, wenn kein schwerwiegender Grund dem entgegensteht, veranlassen, daß die Kirchen ( ), in denen nach Maßgabe des Rechts die heilige Eucharistie aufbewahrt wird, täglich wenigstens mehrere Stunden während der günstigeren Tageszeit geöffnet sind, damit die Gläubigen ohne Schwierigkeiten vor dem Allerheiligsten beten können10.

Anm. 10:

alt: Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium", Nr. 51: AAS 59 (1967).

neu: Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium", Nr. 51: AAS 59 (1967), S. 567; ÄÄCIC can. 937.

Nr. 10:

alt: Die heilige Eucharistie soll in einem festen und sicheren (nicht in einem durchsichtigen Tabernakel) aufbewahrt werden. In der Regel darf eine Kirche nur einen einzigen Tabernakel haben; er soll auf einem Altar stehen oder nach dem Urteil des Ortsordinarius an einer anderen würdigen und angemessen hergerichteten Stelle der Kirche 11.

Für den Schlüssel des Tabernakels, in dem die heilige Eucharistie aufbewahrt wird, muß der Priester, dem die Verantwortung für die Kirche oder das Oratorium obliegt, oder der außerordentliche Beauftragte, der als Kommunionhelfer dient, sehr gewissenhaft Sorge tragen.

neu: Die heilige Eucharistie soll in einem nicht beweglichen, festen und undurchsichtigen Tabernakel aufbewahrt werden, der so verschlossen ist, daß, soweit irgend möglich, die Gefahr der Profanierung vermieden wird. In der Regel darf eine Kirche oder Kapelle nur einen einzigen Tabernakel haben; er muß ( ) sich an irgendeinem hervorragenden Platz der Kirche oder Kapelle befinden, der gut sichtbar, kunstvoll ausgestaltet und zum Gebet geeignet ist.

Wer für eine Kirche oder Kapelle zu sorgen hat, hat Vorkehrungen zu treffen, daß der Schlüssel des Tabernakels, in dem die heiligste Eucharistie aufbewahrt wird, ( ) mit größter Sorgfalt gehütet wird 11.

Anm. 11:

alt: Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium", Nr. 52-·53: AAS 59 (1967), S. 567-568.

neu: Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium", Nr. 52-53: AAS 59 (1967), S. 567-568; CIC can. 938.

Nr. 11:

alt: Die Gegenwart der Eucharistie im Tabernakel soll durch das Konopeum angezeigt werden oder in einer anderen Weise, die von der zuständigen Autorität festgelegt ist.

Gemäß überliefertem Brauch soll als Zeichen der dem Herrn gebührenden Ehrfurcht in der Nähe des Tabernakels ständig eine Lampe brennen, die mit Öl oder Wachs genährt wird 12.

neu: Die Gegenwart der heiligen Eucharistie im Tabernakel soll durch das Konopeum angezeigt werden oder in einer anderen Weise, die von der zuständigen Autorität festgelegt ist.

Vor dem Tabernakel, in dem die heiligste Eucharistie aufbewahrt wird, muß ununterbrochen ein besonderes Licht brennen, durch das Christi Gegenwart angezeigt und verehrt wird.

Gemäß überliefertem Brauch soll ( ) die Lampe wenn möglich mit Öl oder Wachs genährt werden 12.

Anm.12:

alt: Vgl. Ritennkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium", Nr. 57: AAS 59 (1967), S. 569.

neu: Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium", Nr. 57: AAS 59 (1967), S. 569; CIC can. 940.

Nr. 14:

alt: Die Gläubigen sollen dazu angehalten werden, innerhalb der Eucharistiefeier zu kommunizieren.

Der Priester soll sich jedoch nicht weigern, Gläubigen die heilige Kommunion auch außerhalb der Messe zu reichen, wenn sie ihn darum bitten 2.

neu: Die Gläubigen sollen dazu angehalten werden, innerhalb der Eucharistiefeier zu kommunizieren.

Der Priester soll sich jedoch nicht weigern, Gläubigen die heilige Kommunion auch außerhalb der Messe zu reichen, wenn sie ihn aus einem gerechten Grund darum bitten 2.

Nr. 21: alt:

Bei der Austeilung der heiligen Kommunion unter der Gestalt des Weines sollen die Normen der Instruktion "Sakramentali Communione" vom 29. Juni 1970 eingehalten werden 12.

neu:

Bei der Austeilung der heiligen Kommunion unter der Gestalt des Weines sollen die liturgischen Normen ( ) eingehalten werden 12.

Anm.12:

alt: Vgl. Nr. 6: AAS 62 (1970), S. 665-666.

neu: Vgl. Meßbuch I, Allgemeine Einführung Nr. 242; Gottesdienstkongregation, Instruktion "Sacramentali Communione" vom 29. Juni 1970, Nr. 6: AAS 62 (1970), S. 665-666.

Nr. 23: alt:

Deshalb schreibt die Kirche vor: "Niemand, der sich einer Todsünde bewußt ist, darf ohne vorausgegangene sakramentale Beichte zur heiligen Eucharistie hinzutreten, auch wenn er Reue zu haben glaubt."13 Wenn eine dringende Notwendigkeit zum Kommunionempfang vorliegt und keine Möglichkeit zur Beichte besteht, soll vorher ein Akt vollkommener Reue erweckt werden, mit dem Vorsatz, zu gegebener Zeit einzeln alle Todsünden zu beichten, die im Augenblick nicht gebeichtet werden können.

neu:

Deshalb schreibt die Kirche vor: "Niemand, der sich einer Todsünde bewußt ist, darf ohne vorausgegangene sakramentale Beichte zur heiligen Eucharistie hinzutreten, auch wenn er Reue zu haben glaubt." 13 Wenn ein schwerwiegender Grund zum Kommunionempfang vorliegt und keine Gelegenheit zur Beichte besteht, soll vorher ein Akt vollkommener Reue erweckt werden mit dem Vorsatz, sobald wie möglich einzeln alle Todsünden zu beichten, die im Augenblick nicht gebeichtet werden können.

Nr. 24:

alt: Die Gläubigen, die das heilige Sakrament der Eucharistie empfangen wollen, sollen eine Stunde vor dem Empfang keine festen Speisen und Getränke - Wasser ausgenommen - zu sich nehmen. Die Dauer der eucharistischen Nüchternheit, d. h. der Enthaltung von Speisen und alkoholischen Getränken, wird auf etwa eine Viertelstunde verkürzt:

1. für Kranke in Krankenhäusern und daheim, auch wenn sie nicht bettlägerig sind;

2. für ältere Menschen, die wegen ihres Alters das Haus nicht verlassen können oder in einem Altersheim wohnen;

3. für alte und kranke Priester, auch wenn sie nicht bettlägerig sind, sooft sie die Messe feiern oder die heiligen Kommunion empfangen;

4. für Personen, die Kranke oder ältere Menschen pflegen, sowie für deren Angehörige, die zusammen mit ihnen die heilige Kommunion empfangen wollen, wenn sie das einstündige Nüchternheitsgebot nur schwer befolgen können 15.

neu: Die Gläubigen, die das heilige Sakrament der Eucharistie empfangen wollen, sollen eine Stunde vor dem Empfang keine ( ) Speisen und Getränke - mit alleiniger Ausnahme von Wasser und Arznei zu sich nehmen.

Ältere Leute oder wer an irgendeiner Krankheit leidet sowie deren Pflegepersonen dürfen die heiligste Eucharistie empfangen, auch wenn sie innerhalb der vorangehenden Stunde etwas genossen haben 15.

Anm.15:

alt: Vgl. Sakramentenkongregation, Instruktion "Immensae caritatis" vom 29. Januar 1973, Nr. 3.

neu: Vgl. CIC can. 919 § 1 und 3.

Nr. 83:

alt: Es ist verboten, während der Aussetzung des heiligen Sakramentes innerhalb des gleichen Kirchenraumes die Messe zu feiern.

neu: Es ist verboten, während der Aussetzung des heiligen Sakramentes im selben Raum der Kirche oder Kapelle die Messe zu feiern.

Nr. 86:

alt: In Kirchen, in denen die Eucharistie ständig aufbewahrt wird, soll jährlich eine feierliche, längere Zeit (wenn auch mit Unterbrechungen) andauernde Aussetzung des Allerheiligsten stattfinden, damit die Ortsgemeinde dieses Geheimnis mit größerer Hingabe betrachten und anbeten kann.

Eine solche Aussetzung - mit Genehmigung des Ortsordinarius gehalten - soll jedoch nur stattfinden, wenn eine entsprechend große Beteiligung der Gläubigen erwartet werden kann 6.

neu: In Kirchen oder Kapellen, in denen die Eucharistie ( ) aufbewahrt wird, soll jährlich eine feierliche, längere Zeit (wenn auch mit Unterbrechungen) andauernde Aussetzung des Allerheiligsten stattfinden, damit die Ortsgemeinde dieses Geheimnis mit größerer Hingabe betrachten und anbeten kann.

Eine solche Aussetzung () soll jedoch nur stattfinden, wenn eine entsprechend große Beteiligung der Gläubigen erwartet werden kann 6.

Nr. 91:

alt: ... Im Falle der Abwesenheit oder Verhinderung von Priester und Diakon können folgende Beauftragte die heilige Eucharistie zur Anbetung öffentlich aussetzen und reponieren:

a) Akolyth und Kommunionhelfer;

b) jeder Angehörige einer Ordensgemeinschaft oder Säkulargemeinschaft, sowohl Männer wie Frauen, deren Aufgabe die eucharistische Anbetung ist; sie müssen aber vom Ortsordinarius dazu bestellt sein ....

neu: ... Im Falle der Abwesenheit oder Verhinderung von Priester und Diakon können folgende Beauftragte die heilige Eucharistie zur Anbetung öffentlich aussetzen und reponieren: ein Akolyth oder ein außerordentlicher Spender der heiligen Kommunion oder ein anderer vom Ortsordinarius dazu Beauftragter ... .

Nr. 101: alt:

Es ist jedoch Sache des Ortsordinarius zu entscheiden, inwieweit solche Prozessionen den heutigen Verhältnissen entsprechen, ...

neu:

Es ist jedoch Sache des Diözesanbischofs zu entscheiden, inwieweit solche Prozessionen den heutigen Verhältnissen entsprechen, ...

Nr. 102:

alt: ... In Großstädten oder in bestimmten pastoralen Situationen können mit Zustimmung des Ortsordinarius mehrere Prozessionen in den verschiedenen Stadtteilen angeordnet werden ....

neu: ... In Großstädten oder in bestimmten pastoralen Situationen können mit Zustimmung des Diözesanbischofs mehrere Prozessionen in den verschiedenen Stadtteilen angeordnet werden. ...

IV. Die Feiern der Eingliederung - Allgemeine Vorbemerkungen

(Die Nummern der Allgemeinen Vorbemerkungen in der Studienausgabe "Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche", die sich auf die gesamte Initiation beziehen, stimmen mit denen der Praenotanda generalia im Ordo baptismi parvulorum überein.)

Nr. 10:

alt: Deshalb soll der Pate, den der Bewerber oder die Eltern sich wählen, um seine unter Nr. 9 aufgezählten liturgischen Aufgaben erfüllen zu können, nach dem Urteil des Seelsorgers die folgenden Eigenschaften haben:

a) Er muß die seiner Aufgabe entsprechende Reife haben.

b) Er muß selber die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie bereits empfangen haben.

c) Er muß der katholischen Kirche angehören und darf durch kein Rechtshindernis von der Patenschaft ausgeschlossen sein. Ein Getaufter aber, der aus einer getrennten Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft stammt und ein gläubiger Christ ist, kann zusammen mit einem katholischen Paten oder einer katholischen Patin als Pate oder christlicher Zeuge der Taufe zugelassen werden, wenn die Eltern es wünschen; dabei sind von Fall zu Fall die entsprechenden, für die ökumenischen Beziehungen aufgestellten Normen zu beachten (vgl. Ökumenisches Direktorium I, Nr. 57).

neu: Deshalb soll der Pate, den der Bewerber oder die Eltern sich wählen, um seine unter Nr. 9 aufgezählten liturgischen Aufgaben erfüllen zu können, folgende Eigenschaften haben:

a) Er muß vom Täufling selbst bzw. von dessen Eltern oder dem, der deren Stelle vertritt, oder, wenn diese fehlen, vom Pfarrer oder von dem Spender der Taufe dazu bestimmt sein; er muß zudem geeignet und bereit sein, diesen Dienst zu leisten.

b) Er muß die seiner Aufgabe entsprechende Reife haben. Das wird vorausgesetzt, wenn er das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, außer vom Diözesanbischof ist eine andere Altersgrenze festgesetzt oder dem Pfarrer oder dem Spender der Taufe scheint aus einem gerechten Grund eine Ausnahme zulässig.

c) Er muß selber die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie bereits empfangen haben und ein Leben führen, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht.

d) Er darf nicht Vater oder Mutter des Täuflings sein.

) Es kann nur ein Pate oder eine Patin sein oder ein Pate und eine Patin.

f) Er muß der katholischen Kirche angehören und darf durch kein Rechtshindernis von der Patenschaft ausgeschlossen sein. Ein Getaufter aber, der nicht zur katholischen Gemeinschaft gehört und ein gläubiger Christ ist, kann zusammen mit einem katholischen Paten oder einer katholischen Patin als () christlicher Zeuge der Taufe zugelassen werden, wenn die Eltern es wünschen ()19a. Was die getrennten Ostkirchen betrifft, ist gegebenenfalls die besondere Disziplin der Ostkirchen zu beachten.

Anm. 19a: Vgl. CIC can. 873 und 874 § 1 und § 2.

Nr. 11:

alt: Ordentliche Spender der Taufe sind der Bischof, die Priester und die Diakone. Bei jeder Feier dieses Sakramentes mögen sie sich bewußt sein, daß sie in der Kirche im Namen Christi und in der Kraft des Heiligen Geistes handeln. Mit Sorgfalt mögen sie das Wort Gottes verkünden und das Mysterium feiern. Dabei sollen sie alles vermeiden, was von den Gläubigen mit Recht so ausgelegt werden kann, als geschehe es lediglich um des Ansehens der Person willen 20.

neu: Ordentliche Spender der Taufe sind der Bischof, die Priester und die Diakone.

a) Bei jeder Feier dieses Sakramentes mögen sie sich bewußt sein, daß sie in der Kirche im Namen Christi und in der Kraft des Heiligen Geistes handeln. Mit Sorgfalt mögen sie das Wort Gottes verkünden und das Mysterium feiern.

b) Dabei sollen sie vermeiden, was von den Gläubigen mitRecht so ausgelegt werden kann, als geschehe es lediglich um des Ansehens der Person willen20.

c) Außer im Notfall dürfen sie nicht ohne die nötige Erlaubnis in einem fremden Gebiet die Taufe spenden, selbst ihren Untergebenen nicht.

V. Die Feier der Kindertaufe

(Die Nummern der Pastoralen Einführung in "Die Feier der Kindertaufe" stimmen nicht mit denen der lateinischen Fassung überein, da die deutsche Fassung an die pastoralen Verhältnisse im deutschen Sprachgebiet angepaßt wurde. Im Folgenden ist darum auch jeweils auf die Nummer der deutschen Ausgabe verwiesen. Die Änderungen betreffen die Nrn. 56, 43 und 12 der deutschen Ausgabe.)

Nr. 8 = Die Feier der Kindertaufe, Nr. 56:

alt: Bei der Frage des Tauftermins muß man vor allem an das Heil des Kindes denken, damit ihm die Gnade des Sakramentes nicht verlorengeht. Ein zweiter Gesichtspunkt ist die Gesundheit der Mutter; soweit es möglich ist, sollte nämlich auch sie an der Tauffeier teilnehmen. Schließlich sind, soweit das ohne Schaden für das Heil des Täuflings, das immer Vorrang hat, geschehen kann, die seelsorglichen Notwendigkeiten zu berücksichtigen, d. h., die Taufe sollte so angesetzt werden, daß genügend Zeit bleibt zur Vorbereitung der Eltern und zu einer sachgerechten Gestaltung der Feier.

Daher sollen die folgenden Grundsätze gelten:

a) Schwebt das Kind in Lebensgefahr, so soll es unverzüglich nach der oben (Nr. 17) beschriebenen Weise getauft werden.

b) In allen anderen Fällen sollen die Eltern den Pfarrer frühzeitig [unübersetzt war in den bisherigen Praenotanda, was im lateinischen Text stand: gegebenenfalls sogar schon vor der Geburt des Kindes] von der bevorstehenden Taufe verständigen, damit die Tauffeier entsprechend vorbereitet werden kann (vgl. Nr. 34).

c) Die Tauffeier soll in den ersten Wochen nach der Geburt des Kindes stattfinden. [Der restliche Text der lateinischen Praenotanda wurde in das deutsche Rituale nicht aufgenommen: Die Bischofskonferenz kann allerdings aus schwerwiegenden seelsorglichen Gründen einen längeren Zeitraum zwischen Geburt und Taufe festsetzen.

d) Sache des Pfarrers ist es, gemäß den Richtlinien der Bischofskonferenz über den Tauftermin für Kinder zu entscheiden, deren Eltern noch nicht vorbereitet sind, um den Glauben zu bekennen und die Aufgabe der Erziehung der Kinder im christlichen Glauben auf sich zu nehmen.]

neu: Bei der Frage des Tauftermins muß man vor allem an das Heil des Kindes denken, damit ihm die Gnade des Sakramentes nicht verlorengeht. Ein zweiter Gesichtspunkt ist die Gesundheit der Mutter; soweit es möglich ist, sollte nämlich auch sie an der Tauffeier teilnehmen. Schließlich sind, soweit das ohne Schaden für das Heil des Täuflings, das immer Vorrang hat, geschehen kann, die seelsorglichen Notwendigkeiten zu berücksichtigen, d. h. die Taufe sollte so angesetzt werden, daß genügend Zeit bleibt zur Vorbereitung der Eltern und zu einer sachgerechten Gestaltung der Feier.

Daher sollen die folgenden Grundsätze gelten:

a) Schwebt das Kind in Lebensgefahr, so soll es unverzüglich ( ) getauft werden. Das ist auch gegen den Willen der Eltern erlaubt, auch wenn es sich um ein Kind nichtkatholischer Eltern handelt. Die Taufe wird dabei in der unten/oben (Nr. 21 / Feier der Kindertaufe: Nr. 17) beschriebenen Weise gespendet.

b) In allen anderen Fällen müssen die Eltern oder wenigstens ein Elternteil bzw. wer rechtmäßig ihre Stelle einnimmt, der Taufe zustimmen. Zur entsprechenden Vorbereitung der Tauffeier sollen sie den Pfarrer möglichst frühzeitig, gegebenenfalls schon vor der Geburt des Kindes selbst, von der bevorstehenden Taufe verständigen ( ).

c) Die Tauffeier soll in den ersten Wochen nach der Geburt des Kindes stattfinden. () Wenn die begründete Hoffnung völlig fehlt, daß das Kind in der katholischen Religion erzogen wird, ist die Taufe gemäß den Vorschriften des Partikularrechts aufzuschieben (vgl. Nr. 25 / Feier der Kindertaufe: Nr. 37). Dabei sind die Eltern auf den Grund hinzuweisen.

d) Sache des Pfarrers ist es, gemäß den Richtlinien der Bischofskonferenz über den Tauf termin für Kinder zu entscheiden, wenn die unter b) und c) genannten Bedingungen nicht vorliegen.

Nr. 11 = Die Feier der Kindertaufe, Nr. 43:

alt: Der Bischof kann nach Anhören des Ortspfarrers die Errichtung eines Taufbrunnens in einer anderen Kirche oder öffentlichen Kapelle innerhalb der Pfarrgrenzen gestatten oder anordnen. Normalerweise ist es das Recht des Pfarrers, auch an diesen Orten die Tauffeiern zu halten.

neu: Der Ortsordinarius' kann nach Anhören des Ortspfarrers die Errichtung eines Taufbrunnens in einer anderen Kirche oder ( ) Kapelle innerhalb der Pfarrgrenzen gestatten oder anordnen.

Wenn aber wegen der Entfernung oder anderer Umstände ein Täufling nicht ohne große Unannehmlichkeiten dahin kommen oder gebracht werden kann, darf und muß die Taufe in einer anderen näher gelegenen Kirche oder Kapelle oder auch an einem anderen geziemenden Ort gespendet werden. Dabei ist zu beachten, was über den Zeitpunkt und die Struktur der Feier festgesetzt ist (vgl. Nr. 8-9; 15-22/ Feier der Kindertaufe Nr. 56-58; 9-19).

Nr. 12:

(Der neue Text sieht gegenüber dem alten die Erweiterung vor, daß durch den Ortsordinarius Bedingungen festgelegt werden können, unter denen auch außerhalb des Notfalls eine Taufe in einem Privathaus erlaubt werden kann. Das deutsche Rituale enthielt bereits bisher eine entsprechende Regelung:)

alt: (deutsches Rituale, Nr. 47): In Privathäusern dürfen Taufen nur gehalten werden, wenn Lebensgefahr für das Kind besteht oder eine andere gesundheitliche Gefährdung zu befürchten ist. Ein weiterer Grund könnte sehr große Entfernung zwischen Elternhaus und Kirche sein. Normalerweise soll die Taufe in der Kirche stattfinden; denn sie ist nicht nur Sache der Gemeinde, sondern soll auch im Haus der Gemeinde gefeiert werden. Wenn die Haustaufe allgemein gestattet würde, wäre eine Bevorzugung der Reichen unvermeidlich.

neu: (lateinisches Rituale, Nr. 12): Außer im Notfall darf die Taufe in Privathäusern nur gefeiert werden, wenn der Ortsordinarius dies aus schwerwiegenden Gründen erlaubt.

VI. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche

(Die Nummern der Vorbemerkungen in der Studienausgabe "Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche" stimmen mit denen der lateinischen Ausgabe überein.)

Nr. 8:

Die Anm. 3 (= teilweise Aufhebung des alten eIe can. 790) ist getilgt.

Nr. 34:

alt: Nach dem alten Brauch, der in der römischen Liturgie erhalten blieb, soll kein Erwachsener getauft werden, ohne sogleich nach der Taufe, falls nicht schwerwiegende Gründe dagegenstehen, die Firmung zu empfangen (vgl. Nr. 46) ....

neu: Nach dem alten Brauch, der in der römischen Liturgie erhalten blieb, soll kein Erwachsener getauft werden, ohne sogleich nach der Taufe, falls nicht ein schwerwiegender Grund entgegensteht, die Firmung zu empfangen (vgl. Nr. 46) ....

Nr. 44:

alt: Es ist Aufgabe des Bischofs 20, die seelsorgliche Unterweisung der Bewerber persönlich oder durch einen Beauftragten einzurichten, zu leiten und zu fördern und die Bewerber zur Einschreibung und zu den Sakramenten zuzulassen. Es ist zu wünschen, daß er möglichst selbst die Liturgie der österlichen Bußzeit und die Feier der Einschreibung leitet und die Sakramente der Eingliederung in der Osternacht spendet. Auch soll der Bischof entsprechend seiner seelsorglichen Verantwortung den Katecheten, die für diese Aufgabe geeignet erscheinen und entsprechend vorbereitet sind, den Auftrag erteilen, die Gebete um Befreiung (kleine Exorzismen) in der Zeit zwischen der Feier der Annahme und der Einschreibung zu feiern 21.

neu: Es ist Aufgabe des Bischofs 20, die seelsorgliche Unterweisung der Bewerber persönlich oder durch einen Beauftragten einzurichten, zu leiten und zu fördern und die Bewerber zur Einschreibung und zu den Sakramenten zuzulassen. Es ist zu wünschen, daß er möglichst selbst die Liturgie der österlichen Bußzeit und die Feier der Eingliederung leitet und die Sakramente in der Osternacht spendet, mindestens für jene, die das vierzehnte Lebensjahr vollendet haben.

(Anm. 21, in der can. 1153 des alten CIC außer Kraft gesetzt wird, wird gestrichen.)

Nr. 66:

alt: Der Bischof hat für seine Diözese folgende Rechte:

1. die stufenweise Vorbereitung (Katechumenat) als Institution zu gründen und den Erfordernissen entsprechende Richtlinien zu erlassen (vgl. Nr. 44);

2. den Gegebenheiten gemäß zu bestimmen, ob und wann die Eingliederung außerhalb ihres eigentlichen Zeitpunktes gefeiert werden darf (vgl. Nr. 58);

3. aus schwerwiegenden Gründen von einer, in außerordentlichen Fällen auch von zwei Bußfeiern zu dispensieren (vgl. Nr. 240);

4. zu bestimmen, ob die einfache Form der Eingliederung teilweise oder ganz verwendet werden darf (vgl. Nr. 240);

5. wirklich würdige und entsprechend vorbereitete Katecheten zu beauftragen, die Gebete um Befreiung (Exorzismen) und Segnungen vorzunehmen (vgl. Nr. 44 und 47);

6. die Feier der Einschreibung zu leiten und die Zulassung selber oder durch einen Beauftragten auszusprechen (vgl. Nr. 44).

neu: Der Bischof hat für seine Diözese folgende Rechte:

1.-6.

7. das Alter der Paten gemäß dem geltenden Recht festzusetzen (vgl. Allgemeine Vorbemerkungen, Nr. 10, 2).

VII. Die Feier der Firmung

(Die Nummern der Vorbemerkungen zur "Feier der Firmung" stimmen nicht mit denen der lateinischen Ausgabe überein, da sie an die Verhältnisse im deutschen Sprachgebiet angepaßt wurden. Im Folgenden ist darum jeweils auch auf die Nummer der deutschen Ausgabe verwiesen. Die Änderungen betreffen die Nrn. 15, 17, 18,26 und 27 der deutschen Ausgabe.)

Nr. 5 = Die Feier der Firmung, Nr. 15:

alt: …

Im Hinblick auf die heutige pastorale Situation empfiehlt es sich, daß der Taufpate auch Firmpate ist (Can 796,1 wird damit außer Kraft gesetzt) ....

neu: (Der Satz: "Can 796,1 wird damit außer Kraft gesetzt" ist gestrichen.)

Nr. 7 = Die Feier der Firmung, Nr. 17: alt:

Außer den Bischöfen können von Rechts wegen firmen:

a) Apostolische Administratoren, die nicht Bischöfe sind, Prälaten und Äbte mit eigenem Jurisdiktionsbezirk, Apostolische Vikare und Apostolische Präfekten und Kapitelvikare, und zwar in den Grenzen ihrer Gebiete und für die Dauer ihrer Amtszeit;

b) Priester, die aufgrund ihres rechtmäßig erteilten Auftrags Erwachsene oder Kinder im Schulalter taufen oder bereits Getaufte in die volle Gemeinschaft der Kirche aufnehmen.

c) Ist ein Getaufter in Lebensgefahr und ein Bischof nicht leicht zu erreichen oder verhindert, können die Firmung spenden: Pfarrer oder Pfarrvikare, in ihrer Abwesenheit ihre Pfarrkooperatoren; Priester, die einer besonderen, rechtmäßig errichteten Pfarrei vorstehen, Pfarrverweser, Substitute und Pfarradjutoren. Ist keiner der Genannten erreichbar, kann jeder Priester, sofern er nicht unter einer Zensur oder Kirchenstrafe steht, die Firmung spenden.

neu:

Außer den Bischöfen haben von Rechts wegen die Befugnis, die Firmung zu spenden:

a) Gebietsprälaten und Gebietsäbte, Apostolische Vikare und Apostolische Präfekten, Apostolische Administratoren und Diözesanadministratoren, und zwar in den Grenzen ihrer Gebiete und für die Dauer ihrer Amtszeit;

b) für die betreffende Person der Priester, der kraft seines Amtes oder im Auftrag des Diözesanbischofs jemand, der dem Kindesalter entwachsen ist, tauft oder als bereits Getauften in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufnimmt;

c) für jene, die sich in Todesgefahr befinden, der Pfarrer und sogar jeder Priester.

(Die Anm. 1 der lateinischen Ausgabe, die auf CIC can. 451, 471, 476, 216 § 4, 472, 474, 475 verwies, ist gestrichen.)

Nr. 8 = Die Feier der Firmung, Nr. 18:

alt: Die in Abschnitt 17 genannten Firmspender können, wenn es aus besonderen Gründen - etwa wegen der großen Zahl der Firmlinge notwendig erscheint, Priester zur Spendung der Firmung mitheranziehen; das gleiche gilt für Firmspender, die durch besonderes Indult des Apostolischen Stuhles oder von Rechts wegen bestellt sind. Als Mitspender der Firmung können nur herangezogen werden:

a) Priester, die in der Diözese ein besonderes Amt haben - Generalvikar, Bischofsvikar oder Bischöflicher Delegat, Bezirks- oder Regionaldekan -, oder Priester, die aufgrund bischöflicher Anweisung diesen gleichgestellt sind:

b) der Pfarrer des Ortes, in dem die Firmung gespendet wird; der Pfarrer des Ortes, zu dem die Firmlinge gehören, oder Priester, die den Firmunterricht erteilt haben.

neu: Der Diözesanbischof hat die Firmung persönlich zu spenden oder dafür zu sorgen, daß sie durch einen anderen Bischof gespendet wird; wenn eine Notlage es erfordert, kann er einem oder mehreren bestimmten Priestern die Befugnis verleihen, die dieses Sakrament zu spenden haben.

Aus schwerwiegendem Grund - etwa wegen der großen Zahl der Firmlinge - können der Bischof und ebenso der Priester, der von Rechts wegen oder durch besondere Verleihung der zuständigen Autorität die Befugnis zu firmen besitzt, in einzelnen Fällen Priester hinzuziehen, damit auch diese das Sakrament spenden. Es empfiehlt sich, daß Priester eingeladen werden,

a) () die in der Diözese ein besonderes Amt haben, also Generalvikare, Bischofsvikare oder Dekane

(Anm. 2 der lateinischen Ausgabe = Verweis auf can. 217 § 1, wird gestrichen) ;

b) der Pfarrer des Ortes, ...

Nr. 14 = Die Feier der Firmung, Nr. 26:

alt: Der Pfarrer soll den Namen des Spenders, die Namen der Gefirmten, ihrer Eltern und Paten sowie Tag und Ort der Spendung in ein besonderes Buch eintragen. Außerdem soll er den Vorschriften entsprechend eine Notiz ins Taufbuch machen.

neu: Die Namen der Gefirmten sind unter Angabe des Spenders, der Eltern und der Paten sowie des Ortes und Tages der Firmspendung in das Firmbuch der Diözesankurie einzutragen oder, wo dies die Bischofskonferenz oder der Diözesanbischof vorgeschrieben hat, in ein Buch, das im Pfarrarchiv zu verwahren ist; der Pfarrer muß den Pfarrer des Taufortes von der Firmspendung in Kenntnis setzen, damit nach Maßgabe des Rechts der Vermerk im Taufbuch erfolgt.

Nr. 15 = Die Feier der Firmung, Nr. 27:

alt: Wenn der Pfarrer der Gefirmten nicht bei der Spendung zugegen ist, soll ihn der Spender der Firmung persönlich oder durch andere möglichst bald von der Firmung unterrichten.

neu: Wenn der Ortspfarrer nicht anwesend war, hat ihn der Spender ( ) persönlich oder durch jemand anderen möglichst bald von der Firmspendung zu unterrichten.

VIII. Die Feier der Buße

(Die Nummern der Studienausgabe "Die Feier der Buße" stimmen mit denen der lateinischen Ausgabe überein.)

Nr. 9b:

alt: Für den Dienst der sakramentalen Versöhnung ist jener Priester zuständig, der nach dem kanonischen Recht die Vollmacht zur Lossprechung besitzt. ...

neu: Für den Dienst der sakramentalen Versöhnung ist jener Priester zuständig, der gemäß CIC can. 967-975 die Vollmacht zur Lossprechung besitzt ....

Nr. 12:

alt: Das Bußsakrament wird an dem vom Recht vorgesehenen Ort vollzogen.

neu: Das Bußsakrament wird, wenn nicht ein gerechter Grund entgegensteht, für gewöhnlich in einer Kirche oder Kapelle gefeiert. Was den Beichtstuhl anbelangt, sind von der Bischofskonferenz Normen zu erlassen; dabei ist jedoch sicherzustellen, daß sich immer an offen zugänglichem Ort Beichtstühle befinden, die mit einem festen Gitter zwischen Pönitent und Beichtvater versehen sind, damit die Gläubigen, die dies wünschen, frei davon Gebrauch machen können. Außerhalb des Beichtstuhls dürfen Beichten nur aus gerechtem Grund entgegengenommen werden43a.

Anm. 43 a: Vgl. CIC can. 964.

Nr. 31:

alt: Das vollständige Sündenbekenntnis und die Lossprechung des einzelnen sind nach wie vor der einzige ordentliche Weg der Versöhnung der Gläubigen mit Gott und der Kirche, wenn ein solches Sündenbekenntnis nicht physisch oder moralisch unmöglich ist.

Es können nämlich gelegentlich besondere Umstände eintreten, unter denen es erlaubt oder sogar notwendig ist, mehreren Gläubigen ohne vorhergehendes Bekenntnis der einzelnen eine Generalabsolution zu erteilen.

Man kann mehreren Gläubigen, die nur ein allgemeines Sündenbekenntnis abgelegt haben, aber entsprechend in die Bußgesinnung eingestimmt sind, außer in Todesgefahr auch dann eine sakramentale Generalabsolution erteilen, wenn eine schwerwiegende Notwendigkeit vorliegt. Dies trifft zu, wenn angesichts der Zahl der Gläubigen nicht genügend Beichtväter zur Verfügung stehen, um innerhalb einer angemessenen Zeit das Bekenntnis der einzelnen in gebührender Weise zu hören, so daß sie - ohne ihre Schuld -lange die Gnade des Sakramentes oder die heilige Kommunion entbehren müßten. Dies kann vor allem in Missionsgebieten vorkommen, aber auch an anderen Orten und bei Personengruppen, die sich in einer solchen Notlage befinden.

Nur wegen eines großen Andranges, wie er z. B. bei einem großen Fest oder bei einer Wallfahrt vorkommen kann 45, ist dies nicht erlaubt, wenn genügend Beichtväter zur Verfügung stehen können.

neu: Das persönliche und vollständige Bekenntnis und die Absolution bilden den einzigen ordentlichen Weg, auf dem ein Gläubiger, der sich einer schweren Sünde bewußt ist, mit Gott und der Kirche versöhnt wird; allein physische oder moralische Unmöglichkeit entschuldigt von einem solchen Bekenntnis; in diesem Fall kann die Versöhnung auch auf andere Weise erlangt werden.

Mehreren Pönitenten gleichzeitig kann ohne vorangegangenes persönliches Bekenntnis die Absolution in allgemeiner Weise nur erteilt werden:

a) wenn Todesgefahr besteht und für den oder die Priester die Zeit, die Bekenntnisse der einzelnen Pönitenten zu hören, nicht ausreicht;

b) wenn eine schwere Notlage besteht, das heißt, wenn unter Berücksichtigung der Zahl der Pönitenten nicht genügend Beichtväter vorhanden sind, um die Bekenntnisse der einzelnen innerhalb einer angemessenen Zeit ordnungsgemäß zu hören, so daß die Pönitenten ohne eigene Schuld gezwungen wären, die sakramentale Gnade oder die heilige Kommunion längere Zeit zu entbehren; als ausreichend begründete Notlage gilt aber nicht, wenn allein auf grund eines großen Andrangs von Pönitenten, wie er bei einem großen Fest oder einer Wallfahrt vorkommen kann, nicht genügend Beichtväter zur Verfügung stehen können 45.

Anm.45:

alt: S. Congr. pro Doctrina Fidei, Normae pastorales circa absolutionem sacramentalem generali modo impertiendam, 16. Juni 1972, Nr. III: AAS 64 (1972), S. 511.

neu: Vgl. CIC can. 960 und 961 § 1.

Nr. 32:

alt: Es bleibt dem Diözesanbischof nach Beratung mit den übrigen Mitgliedern der Bischofskonferenz vorbehalten zu beurteilen, ob die oben genannten Voraussetzungen zutreffen, und dann zu entscheiden, wann es erlaubt ist, eine sakramentale Generalabsolution zu erteilen. Wenn sich außer in den vom Diözesanbischof festgesetzten Fällen eine schwerwiegende Notwendigkeit ergeben sollte, mehreren Gläubigen gleichzeitig eine sakramentale Generalabsolution zu erteilen, ist der Priester verpflichtet, sich wenn möglich vorher an den Ortsordinarius zu wenden, damit er die Lossprechung Erlaubterweise erteilen kann; andernfalls soll er den Ortsordinarius möglichst bald von der gegebenen Notlage und der erteilten Absolution in Kenntnis setzen 46.

neu: Das Urteil darüber, ob die oben in Nr. 31 genannten erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind, steht dem Diözesanbischof zu; dieser kann unter Berücksichtigung der Kriterien, die mit den übrigen Mitgliedern der Bischofskonferenz abgestimmt sind, feststellen, wann solche Notfälle gegeben sind. ( ) 46

Anm.46:

alt: S. Congr. pro Doctrina Fidei, Normae pastorales circa absolutionem sacramentalem generali modo impertiendam, 16. Juni 1972, Nr. V: AAS 64 (1972), S. 512.

neu: Vgl. CIC can. 961 § 2.

Nr. 33:

alt: Damit die Gläubigen die Generalabsolution empfangen können, ist es unbedingt erforderlich, daß sie in geeigneter Weise vorbereitet sind: jeder soll die begangenen Sünden bereuen und den Vorsatz fassen, nicht mehr zu sündigen sowie gegebenes Ärgernis und allenfalls zugefügten Schaden gutzumachen. Zugleich soll er sich vornehmen, innerhalb der vorgeschriebenen Zeit jene schweren Sünden einzeln zu bekennen, die er jetzt nicht in dieser Weise beichten kann. Über diese innere Vorbereitung und die Voraussetzungen, die zur Gültigkeit des Sakramentes erfüllt sein müssen, sollen die Gläubigen von den Priestern sorgfältig unterrichtet werden 47.

neu: Damit ein Gläubiger die sakramentale Absolution, die gleichzeitig mehreren erteilt wird, gültig empfängt, ist nicht nur erforderlich, daß er recht disponiert ist; er muß sich vielmehr gleichzeitig auch vornehmen, seine schweren Sünden, die er gegenwärtig nicht auf diese Weise bekennen kann, zu gebotener Zeit einzeln zu beichten.

Die Gläubigen sind, soweit möglich auch beim Empfang der Generalabsolution, über die oben genannten Erfordernisse zu belehren; der Generalabsolution ist, selbst bei Todesgefahr, wenn die Zeit dafür ausreicht, die Aufforderung voranzuschicken, daß sich jeder bemüht, einen Akt der Reue zu erwecken 47.

Anm. 47:

alt: S. Congr. pro Doctrina Fidei, Normae pastorales circa absolutionem sacramentalem generali modo impertiendam, 16. Juni 1972, Nr. VI und XI: AAS 64 (1972), S. 512-514.

neu: Vgl. CIC can. 962 §§ 1 und 2.

Nr. 34:

alt: Wer durch eine Generalabsolution Vergebung seiner schweren Sünden erhalten hat, soll diese, bevor er erneut eine solche Lossprechung erhalten will, einzeln bekennen, es sei denn, daß er aus einem hinreichenden Grund daran gehindert wird. Auf jeden Fall aber ist er verpflichtet, innerhalb eines Jahres einen Beichtvater aufzusuchen, vorausgesetzt, daß ihm dies nicht moralisch unmöglich ist. Denn es besteht auch für ihn die Vorschrift, nach der jeder Christ verpflichtet ist, alle Sünden, wenigstens die schweren, die er noch nicht einzeln gebeichtet hat, zumindest einmal im Jahr dem Priester zu bekennen 48.

neu: Wer durch eine Generalabsolution Vergebung seiner schweren Sünden erhalten hat, soll diese bei nächstmöglicher Gelegenheit, bevor er erneut eine solche Lossprechung erhalten will, einzeln bekennen, es sei denn, daß er aus einem hinreichenden Grund daran gehindert wird.

Anm.48:

alt: S. Congr. pro Doctrina Fidei, Normae pastorales circa absolutionem sacramentalem generali modo impertiendam, 16. Juni 1972, Nr. VII und VIII: AAS 64 (1972), S. 512-513.

neu: Vgl. S. Congr. pro Doctrina Fidei, Normae pastorales circa absolutionem sacramentalem generali modo impertiendam, 16. Juni 1972, Nr. VII und VIII: AAS 64 (1972), S. 512-513; CIC can. 963, 989.

Nr. 38:

alt: Es ist Sache der Bischofskonferenzen:

a) Richtlinien für die Disziplin des Bußsakramentes festzulegen, vor allem was den Dienst der Priester und die Reservation von Sünden betrifft;

b) durch Richtlinien genauere Anordnungen zu treffen über den Ort, an dem das Bußsakrament gewöhnlich gefeiert wird, und hinsichtlich des Zeichens, das die Gläubigen vor dem Empfang der sakramentalen Generalabsolution geben sollen (vgl. oben Nr. 35); ...

neu: Es ist Sache der Bischofskonferenzen:

a) Richtlinien für die Disziplin des Bußsakramentes festzulegen, vor allem, was den Dienst der Priester () betrifft;

b) durch Richtlinien genauere Anordnungen zu treffen über den Beichtstuhl, in dem das Bußsakrament gewöhnlich gefeiert wird, und hinsichtlich des Zeichens, das die Gläubigen vor dem Empfang der sakramentalen Generalabsolution geben sollen (vgl. oben Nr. 35); ....

Nr. 39b:

alt: Dem Diözesanbischof obliegt es:

nach Beratung mit anderen Mitgliedern der Bischofskonferenz zu entscheiden, wann es entsprechend den vom Heiligen Stuhl festgesetzten Bedingungen erlaubt ist, die sakramentale Generalabsolution zu erteilen 55.

neu: Dem Diözesanbischof obliegt es:

unter Berücksichtigung der vom Recht festgesetzten Bestimmungen (vgl. oben Nr. 31) und der Kriterien, die mit den übrigen Mitgliedern der Bischofskonferenz abgestimmt sind, festzustellen, wann solche Notfälle gegeben sind, in denen es erlaubt ist, die sakramentale Generalabsolution zu erteilen 55.

Anm. 55:

alt: Vgl. S. Congr. pro Doctrina Fidei, Normae pastorales circa absolutionem sacramentalem generali modo impertiendam, Nr. V: AAS 64 (1972), S. 512.

neu: Vgl. S. Congr. pro Doctrina Fidei, Normae pastorales circa absolutionem sacramentalem generali modo impertiendam, Nr. V: AAS 64 (1972), S. 512; CIC can. 961 §§ 1 und 2.

Nr. 40:

alt: Sache der Priester, vor allem der Pfarrer, ist es:

a) die Feier der Versöhnung für einzelne oder für eine Gemeinschaft den konkreten Lebensumständen anzupassen, ohne die Grundzüge des Aufbaues und die Worte der Lossprechung zu verändern. Aus seelsorglichen Gründen können sie jedoch, entsprechend den von der Bischofskonferenz festgelegten Richtlinien, bestimmte Teile auslassen oder erweitern, unter den Schriftlesungen oder Gebetstexten auswählen und den geeigneten Ort für die Feier bestimmen. So soll eine reiche und fruchtbare Gestaltung der ganzen Feier erreicht werden;

b) einige Male im Jahr, vor allem in der österlichen Bußzeit, Bußgottesdienste anzubieten und mit Hilfe von anderen, auch Laien, so vorzubereiten, daß die ausgewählten Texte und der Ablauf der Feier den Lebensumständen der Gemeinde oder einer bestimmten Gruppe (z. B. Kinder, Kranke usw.) wirklich angepaßt sind;

c) im Falle einer vom Diözesanbischof nicht vorhergesehenen schwerwiegenden Notwendigkeit und wenn es nicht möglich ist, sich vorher an ihn zu wenden, über die ErteiIung der sakramentalen Generalabsolution, der nur ein allgemeines Bekenntnis vorausgeht, zu entscheiden. Sie sind jedoch verpflichtet, den Ortsbischof möglichst bald von der gegebenen Notlage und der erteilten Absolution in Kenntnis zu setzen.

neu: (Der Punkt c) wird gestrichen.)

Anhang I, Nr. 1:

alt: Bei der Lossprechung von Sünden, die derzeit um ihrer selbst willen oder auf Grund der mit ihnen verbundenen Kirchenstrafen reserviert sind, werden die Worte der Lossprechung nicht verändert. Es genügt, daß der Priester den Sünder, der in geeigneter Weise vorbereitet ist, auch von den reservierten Sünden lossprechen will. Dabei ist - solange nichts anderes bestimmt wird oder die Sache selbst es verlangt - hinsichtlich der Rekurspflicht das geltende Recht zu beachten. Der Beichtvater kann jedoch, bevor er von den Sünden losspricht, von der Kirchenstrafe absolvieren. Er spricht dazu die unten zur Verwendung außerhalb des Bußsakramentes angegebene Formel.

neu: Wenn der Priester gemäß dem Recht im sakramentalen Bereich einem Poenitenten, der in geeigneter Weise vorbereitet ist, eine Beugestrafe als Tatstrafe nachläßt, werden die Worte der Lossprechung nicht verändert. Es genügt, daß der Priester ihn auch von den Beugestrafen absolvieren will. ( ) Der Beichtvater kann jedoch, bevor er von den Sünden losspricht, von der Kirchenstrafe absolvieren. Er spricht dazu die unten zur Verwendung außerhalb des Bußsakramentes angegebene Formel.

IX. Die Feier der Krankensakramente

(Die Nummern der Pastoralen Einführung in "Die Feier der Krankensakramente" stimmen mit denen der lateinischen Ausgabe überein.)

Nr. 12:

alt: Auch Kinder können die heilige Salbung empfangen, wenn sie so weit zum Vernunftgebrauch gekommen sind, daß sie durch dieses Sakrament Stärkung erfahren können.

neu: Auch Kinder sollen die heilige Salbung empfangen, wenn sie so weit zum Vernunftgebrauch gekommen sind, daß sie durch dieses Sakrament Stärkung erfahren können. Im Falle eines Zweifels darüber, ob sie den Vernunftgebrauch auch erlangt haben, ist dieses Sakrament zu spenden 8a.

Anm. 8a: Vgl. CIC can. 1005.

Nr. 14:

alt: Kranken, die das Bewußtsein oder auch den Vernunftgebrauch verloren haben, kann das Sakrament gespendet werden, wenn sie im Besitz ihrer geistigen Kräfte mit Wahrscheinlichkeit als gläubige Menschen nach dem Sakrament verlangt hätten 9.

neu: Kranken, die das Bewußtsein oder auch den Vernunftgebrauch verloren haben, ist das Sakrament zu spenden, wenn sie als gläubige Christen wenigstens einschlußweise um dieses Sakrament gebeten haben, als sie noch bei Bewußtsein waren 9.

Anm. 9:

alt: Vgl. CIC can. 943.

neu: Vgl. CIC can. 1006.

Nr. 15:

alt: ... Im Zweifel, ob der Kranke auch wirklich verstorben ist, kann er ihm das Sakrament bedingungsweise spenden (s. u. Nr. 135) 10.

neu: ... Im Zweifel, ob der Kranke auch wirklich verstorben ist, ist ihm dieses Sakrament nach dem unten beschriebenen Ritus (Nr. 135) zu spenden 10.

Die Krankensalbung darf jenen nicht gespendet werden, die in einer offenkundigen schweren Sünde hartnäckig verharren.

Anm. 10:

alt: Vgl. CIC can. 941.

neu: Vgl. CIC can. 1005.

Nr. 16:

alt: Der eigentliche Spender der Krankensalbung ist allein der Priester 11, und zwar üben diesen Dienst als ordentliche Träger der Vollmacht die Bischöfe, die Pfarrer mit ihren Kooperatoren, die Seelsorger der Krankenhäuser und Altenheime und die Oberen der Klerikergemeinschaften aus 12.

neu: Der eigentliche Spender der Krankensalbung ist allein der Priester 11, und zwar üben diesen Dienst als ordentliche Träger der Vollmacht die Bischöfe, die Pfarrer, die Pfarrvikare, die Krankenhausseelsorger und die Oberen der Klerikergemeinschaften aus 12.

Anm.11:

alt: Vgl. Konzil v. Trient, 14. Sitzung, Über die Letzte Ölung, Kap. 3 u. Kanon 4: DS 1697 u. 1719; CIC can. 938.

neu: Vgl. Konzil v. Trient, 14. Sitzung, Über die Letzte Ölung, Kap. 3 u. Kanon 4: DS 1697 und 1719; CIC can. 1003 § 1.

Anm. 12:

alt: Vgl. CIC can. 938.

neu: Vgl. CIC can. 1003 § 2.

Nr. 17: alt:

Dem Ortsordinarius obliegt die Verantwortung für die größeren Feiern, in denen etwa Kranke aus verschiedenen Pfarreien oder Krankenhäusern zum Empfang der heiligen Salbung zusammengeführt werden.

neu:

Dem Diözesanbischof obliegt die Verantwortung für die größeren Feiern, in denen etwa mehrere Kranke ( ) zum Empfang der heiligen Salbung zusammengeführt werden.

Nr. 18:

alt: Die übrigen Priester spenden die Krankensalbung nur mit Zustimmung der oben in Nr. 16 genannten Amtsträger. Im Notfall allerdings genügt es, die Zustimmung zu präsumieren und dem Pfarrer oder Krankenhausseelsorger nachträglich die Spendung des Sakraments zu melden.

neu: Aus vernünftigem Grund darf jeder andere Priester mit der wenigstens vermuteten Zustimmung des in der Nr. 16 genannten Amtsträgers dieses Sakrament spenden. Diesem soll er nachträglich die Spendung des Sakraments melden.

Nr. 21:

alt:

Außer dem Bischof kann von Rechts wegen das Krankenöl weihen:

a) wer nach dem Kirchenrecht dem Diözesanbischof gleichgestellt ist,

b) jeder Priester, wenn eine echte Notwendigkeit gegeben ist 14.

neu:

Außer dem Bischof kann von Rechts wegen das Krankenöl weihen:

a) wer nach dem Kirchenrecht dem Diözesanbischof gleichgestellt ist,

b) im Notfall jeder Priester, jedoch nur bei der Feier des Sakramentes selbst 14.

Anm.14:

alt: Vgl. Ordo benedicendi Oleum catechumenorum et infirmorum et conficiendi Chrisma. Praenot. Nr. 3, Typ. Pol. Vat. 1970.

neu: Vgl. CIC can. 999.

Nr. 26, Anm. 16:

alt: Vgl. Ritenkongreg., Instr. Eucharisticum mysterium, v. 25. 5. 1967, Nr. 36, 39, 41: AAS 59 (1967) 561, 562, 563; Paul VI., Ap. Schr. Pastorale munus, v. 30. 11. 1963, Nr. 7: AAS 56 (1964) 7; CIC can. 822,4.

neu: Vgl. Ritenkongreg., Instr. Eucharisticum mysterium, v. 25. 5. 1967, Nr. 36, 39, 41: AAS 59 (1967) 561, 562, 563. ()

Nr. 29:

alt: Ordentliche Spender der Wegzehrung sind der Pfarrer und seine Kooperatoren, der Krankenhausseelsorger und der Obere eines Priesterordens oder einer ordensähnlichen Klostergemeinschaft. Irn Notfall soll jeder andere Priester wenigstens mit präsumierter Erlaubnis des zuständigen Spenders die Wegzehrung reichen. Wenn kein Priester zur Verfügung steht, kann ein Diakon (oder Akolyth) die Wegzehrung zum Gläubigen bringen oder auch ein anderer Gläubiger, Mann oder Frau, der auf Grund päpstlicher Ermächtigung vom Bischof dazu bestellt ist, die Eucharistie den Gläubigen auszuteilen (Kommunionhelfer). In diesem Fall gebraucht der Diakon den gleichen Ritus, wie er hier im Rituale beschrieben ist; die anderen aber halten sich an den Ritus, den sie sonst für gewöhnlich bei der Spendung der Kommunion benutzen, verwenden dabei allerdings die besondere Formel, die für die Spendung der Wegzehrung im Rituale (siehe unten, Nr. 112) vorgeschrieben ist.

neu: Ordentliche Spender der Wegzehrung sind der Pfarrer, die Pfarrvikare, die Kapläne und der Obere einer Gemeinschaft in klerikalen Ordensinstituten oder Gesellschaften des apostolischen Lebens für alle, die sich im Haus aufhalten.

Im Notfall oder mit der wenigstens vermuteten Zustimmung des zuständigen Spenders soll jeder andere Priester oder ein Diakon die Wegzehrung reichen, wenn jedoch kein Amtsträger zur Verfügung steht, ein entsprechend beauftragter Gläubiger.

Der Diakon gebraucht den gleichen Ritus, wie er im Rituale für den Priester beschrieben ist (Nr. 101-114); die anderen aber halten sich an den Ritus, der im Ritualeteil "Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe" (Nr. 68-78) für den außerordentlichen Kommunionspender beschrieben ist.

Nr. 31:

alt: Wenn dem Kranken noch das Sakrament der Firmung zu spenden ist, möge man sich an die unten gegebenen Anweisungen Nr. 117, 124, 136-137 halten.

Im Falle" von Todesgefahr besitzen, wenn ein Bischof nicht leicht zu erreichen oder wenn er verhindert ist, folgende Priester von Rechts wegen die Vollmacht zu firmen: Pfarrer und Pfarrvikare und in ihrer Abwesenheit auch ihre Pfarrkooperatoren; Priester, die einer besonderen rechtmäßig errichteten Pfarrei vorstehen; Pfarrverweser, Substitute und Pfarradjutoren. Ist keiner der Genannten erreichbar, so kann jeder Priester, sofern er nicht unter einer Zensur oder Kirchenstrafe steht, die Notfirmung spenden 18.

neu: ... Im Falle von Todesgefahr besitzt () von Rechts wegen der Pfarrer, () ja sogar jeder Priester, die Vollmacht zu firmen () 18.

Anm.18:

alt: Vgl. Ordo Confirmationis, Praenot. Nr. 7 c, Typ. Pol. Vat. 1971; vgl. "Die Feier der Firmung in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes", S. 20, Nr. 9.

neu: Vgl. Ordo Confirmationis, Praenot. Nr. 7 c; vgl. "Die Feier der Firmung in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes", S. 20, Nr. 9 [zu ergänzen wäre: CIC can. 883,3].

Nr. 35, Anm. 24:

alt: Vgl. CIC can. 468, 1.

neu: Vgl. CIC can. 529, § 1.

Nr. 80:

alt: Wenn der Zustand des Kranken es erlaubt, und zumal wenn er die heilige Kommunion empfangen möchte, kann die Krankensalbung im Rahmen einer Meßfeier gespendet werden. Das kann in einer Kirche oder auch, mit Zustimmung des Ortsordinarius, in der Wohnung des Kranken oder in einem geeigneten Raum des Krankenhauses geschehen.

neu: Wenn der Zustand des Kranken es erlaubt, und zumal wenn er die heilige Kommunion empfangen möchte, kann die Krankensalbung im Rahmen einer Meßfeier gespendet werden. Das kann in einer Kirche oder auch () in der Wohnung des Kranken oder in einem geeigneten Raum des Krankenhauses geschehen.

Nr. 83:

alt: … Wenn mit Zustimmung des Ortsordinarius eine größere Zahl von Kranken zur gleichen Zeit die Krankensalbung empfängt, soll der Ordinarius oder sein Beauftragter darüber wachen, daß alle Vorschriften für die Spendung der Krankensalbung (Nr. 8-9), die seelsorgliche Vorbereitung und die liturgische Feier (Nr. 17,84,85) eingehalten werden. . ..

neu:

Wenn mit Zustimmung des Diözesanbischofs eine größere Zahl von Kranken zur gleichen Zeit die Krankensalbung empfängt, soll der Bischof oder sein Beauftragter darüber wachen, daß alle Vorschriften für die Spendung der Krankensalbung (Nr. 8-9), die seelsorgliche Vorbereitung und die liturgische Feier (Nr. 17,84,85) eingehalten werden.

Nr. 94:

alt: Die Wegzehrung darf dem Kranken innerhalb einer Messe gespendet werden, wenn mit Zustimmung des Ordinarius die Eucharistie bei ihm gefeiert werden kann (Nr. 26) ... .

neu: Die Wegzehrung darf dem Kranken innerhalb einer Messe gespendet werden, wenn ( ) die Eucharistie bei ihm gefeiert werden kann (Nr. 26).

Nr. 135:

alt: Bedingte Spendung der Krankensalbung.

Wenn der Priester Zweifel hat, ob der Kranke noch lebt, kann die Salbung in der folgenden Weise vollzogen werden:

Dann spendet er ihm die Krankensalbung. Die Spendeformel wird in der folgenden Weise der Situation angepaßt:

Wenn du noch lebst, empfange nun das Sakrament der Kranken. Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: ...

neu: Die Krankensalbung im Fall des Zweifels, ob der Kranke noch lebt.

Wenn der Priester Zweifel hat, ob der Kranke noch lebt, soll die Salbung in der folgenden Weise vollzogen werden: …

Dann spendet er ihm die Krankensalbung mit den folgenden Worten: ()

Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: ...

X. Die Feier der Kirchweihe und Altarweihe

(Die Nummern in der Studienausgabe "Die Feier der Kirchweihe und Altarweihe" stimmen mit denen der lateinischen Ausgabe überein.)

Die Segnung (Benediktion) einer Kirche

Fünftes Kapitel: Nr. 1:

alt: ... Privatoratorien, Kapellen oder andere gottesdienstliche Räume, die nur vorübergehend oder zeitweise dem Gottesdienst dienen, sollen nach der unten beschriebenen Ordnung gesegnet (benediziert) werden.

neu: ... Kapellen, Privatkapellen oder andere gottesdienstliche Räume sollen nach der unten beschriebenen Ordnung gesegnet (benediziert) werden.

XI. Die Feier der Ölweihen

(Die Nummern in der Studienausgabe "Die Feier der Ölweihen" stimmen mit denen der lateinischen Ausgabe überein.)

Nr. 8: alt:

Aufgrund des Rechtes dürfen das Krankenöl weihen:

a) Priester, die rechtlich einem Diözesanbischof gleichgestellt sind;

b) in Notsituationen jeder Priester.

neu:

Aufgrund des Rechtes dürfen das Krankenöl weihen:

a) Priester, die rechtlich einem Diözesanbischof gleichgestellt sind;

b) in Notsituationen jeder Priester, jedoch nur bei der Feier des Sakramentes selbst.

XII. Die Feier der Ordensprofess

(Die Nummern in der Studienausgabe "Die Feier der Ordensprofeß" stimmen mit denen der lateinischen Ausgabe überein.)

Einführung, Nr. 4:

alt: Das Ordensleben beginnt mit dem Noviziat 6, einer Zeit der Erprobung für den Novizen und die betreffende Ordensgemeinschaft.

neu: Das Leben im Institut beginnt mit dem Noviziat 6, einer Zeit der Erprobung für den Novizen und die betreffende Ordensgemeinschaft.

Anm.6:

alt: Vgl. Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, Instruktion "Renovationis causam" vom 6. Januar 1969, Nr. 13.

neu: Vgl. CIC can. 646.

Einführung, Nr. 5:

alt: In der auf das Noviziat folgenden ersten Profeß verpflichtet sich der Novize durch zeitliche Gelübde vor Gott und der Kirche, den Weg der evangelischen Räte zu gehen. Diese zeitlichen Gelübde können - allerdings ohne besondere Feierlichkeit - innerhalb der Eucharistiefeier abgelegt werden. Der Ritus der ersten Profeß sieht neben der Übergabe anderer äußerer Zeichen des Ordenslebens auch die Überreichung des Ordensgewandes vor. Er knüpft damit an eine sehr alte Gewohnheit an, das Ordensgewand als Zeichen der Profeßweihe erst nach Beendigung der Probezeit zu überreichen 7. Wenn an die Stelle der ersten Profeß ein Versprechen oder Bindungen anderer Art treten, so wird deren Ablegung sinnvollerweise in eine entsprechende liturgische Handlung, etwa in einen Wortgottesdienst oder in das Stundengebet eingebaut; dafür eignen sich besonders Laudes und Vesper. Wenn es die Umstände erfordern, kann diese Feier auch in die Eucharistiefeier einbezogen werden 8.

neu: (Der 2. Absatz: "Wenn ... werden 8" wird gestrichen.)

Ordnung der Profeß in männlichen (weiblichen) Ordensgemeinschaften Nr. 14:

(In "Die Feier der zeitlichen Profeß innerhalb der Messe" [So 33 bzw. S. 57] wird der Verweis auf das einfache Versprechen gestrichen.)

Ritus des "Versprechens":

(Der ganz Dritte Teil: Ritus des "Versprechens" [So 87-102] wird gestrichen. )

XIII. Die kirchliche Begräbnisfeier

(Die Pastorale Einführung in "Die kirchliche Begräbnisfeier" ist an die Verhältnisse im deutschen Sprachgebiet angepaßt. Die Nummern stimmen darum nicht mit denen der lateinischen Ausgabe überein. Die Änderungen betreffen keine Nr. der deutschen Ausgabe, sondern enthalten eine Ergänzung und die Streichung eines im deutschen Text nicht enthaltenen Verweises.)

Nr. 14 a (lateinische Ausgabe - der Ort, an dem bei einem Neudruck des deutschen Buches die folgende Regelung eingefügt wird, ist noch zu bestimmen):

neu: Für Katechumenen isi eine Begräbnisfeier zu halten.

Außerdem ist eine Begräbnisfeier gemäß CIC can. 1183 zu gewähren:

a) Kindern, wenn Eltern vorhatten, ihre Kinder taufen zu lassen, diese aber vor der Taufe verstorben sind;

b) Getauften, die einer nichtkatholischen Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft zugezählt werden, nach klugem Ermessen des Ortsordinarius, wenn nicht ihr gegenteiliger Wille feststeht, und unter der Voraussetzung, daß ein eigener Amtsträger nicht erreicht werden kann.

Nr. 15 (lateinische Ausgabe):

(Der zu tilgende Verweis auf die Instructio Sacrae Congregationis S. Officii, diei 8 maii 1963, de cadaverum crematione, nn. 2-3, ist im deutschen Rituale nicht enthalten.)

XIV. Allgemeine Einführung in das Stundengebet

(Die Nummern der Allgemeinen Einführung in das Stundengebet stimmen in der lateinischen und deutschen Ausgabe überein. )

Nr. 29:

alt: Die Bischöfe, die Priester und Diakone, die von der Kirche den Auftrag zum Stundengebet empfangen haben (vgl. Nr. 17), sollen es täglich ganz verrichten und soweit wie möglich den zeitgerechten Ansatz der Gebetsstunden wahren ....

neu: Die Bischöfe, die Priester und die Diakone, die Anwärter auf den Presbyterat sind, haben von der Kirche den Auftrag zum Stundengebet empfangen (vgl. Nr. 17). Sie sind verpflichtet 114a, es täglich ganz zu verrichten und sollen soweit wie möglich den zeitgerechten Ansatz der Gebetsstunden wahren ....

Anm. 114a: Vgl. CIC can. 276 § 2,3 und 1174 § 1.

Nr. 30:

alt: Für die ständigen Diakone ist es sehr angebracht, jeden Tag wenigstens einen Teil des Stundengebetes, den die Bischofskonferenz festlegen soll, zu verrichtenl 16.

neu: Die Ständigen Diakone aber, die das Gebot der Kirche auch betrifft, haben täglich das Stundengebet in dem von der H'ischofskonferenz bestimmten Umfang zu verrichten 116.

Anm.116:

alt: Papst Paul VI., Motuproprio "Sacrum Diaconatus ordinem" vom 18. 6. 1967, Nr. 27: AAS 59 (1967), S. 703.

neu: Vgl. CIC can. 276 § 2, 3; Papst Paul VI., Motuproprio "Sacrum Diaconatus ordinem" vom 18. 6. 1967, Nr. 27: AAS 59 (1967), S.703.

Kommentar

Wie schon der Codex von 1917, so sagt auch der Codex Iuris Canonici von 1983 in Canon 2, daß das liturgische Recht neben den eigentlichen kanonischen Vorschriften einen eigenen Teil im Codex bildet. Dieser bestimmt, daß die liturgischen Gesetze gültig bleiben, "soweit nicht eines von diesen den Canones des Codex zuwiderläuft". Der Canon 2 des Kirchenrechts von 1917 hatte eine etwas andere Formulierung: "wenn nicht eines von diesen im Codex ausdrücklich korrigiert wird". Bekanntlich hat die kanonische Disziplin den liturgischen Fragen im Laufe der Jahrhunderte immer einen gewichtigen Platz eingeräumt, und die "Fontes" des CIC von 1917 erwähnen häufig die damals geltenden liturgischen Bücher, besonders das Rituale Romanum Pauls V. Die Praenotanda dieses Rituales Paul V. bieten bereits einen Entwurf dessen, was man heute eine Liturgie- und Sakramentenpastoral nennt. Sie hatten einen bemerkenswerten Einfluß auf die Liturgiereform des Zweiten Vatikanums. Sie erörterten eine Anzahl von interessanten Fragen bezüglich der Liturgiepastoral und des kanonischen Rechts.

Acht Jahre nach Erscheinen des Codex von 1917 wurde das Rituale Romanum den Normen des kanonischen Rechts angepaßt. Dabei wurden die disziplinären und auch die rein redaktionellen Neuerungen der neuen Canones in die Praenotanda aufgenommen, allerdings ohne ihren unterschiedlichen Stil und ihre unterschiedliche Funktion deutlich zu machen. Nach der Veröffentlichung des neuen Codex stellt sich 1983 das Problem der Anpassung der Praenotanda der liturgischen Bücher unter neuen Gesichtspunkten. Deren wichtigster ist die gewaltige Entwicklung des erstmals in der Erneuerung der Ostervigil im Jahre 1951 sichtbar gewordenen pastoralen Aspekts der Liturgie, der alle nach dem Zweiten Vatikanum veröffentlichten liturgischen Bücher geprägt hat. In diesen Büchern handeln die Praenotanda nicht nur von der zeremoniellen Seite der Riten, sondern von allen pastoralen Aspekten der Feier und der Vorbereitung auf sie.

Einen gewichtigen Platz räumen die Praenotanda dem Verständnis der Riten und deren Katechese ein. Wo nötig begründen sie die im Ritus festgelegten Bestimmungen. Der neue Codex aber achtet mit Recht auf Nüchternheit und auf den spezifisch kanonistischen Stil seiner Formulierungen - Merkmale, die schon den Codex von 1917 kennzeichneten und die der von 1983 nicht aufgeben wollte. Daher ist jetzt der Unterschied im Stil zwischen den Texten des Codex und denen der Praenotanda noch größer geworden.

Auf der anderen Seite war dem Codex von 1917 eine Liturgiereform vorausgegangen, die zwar in mehreren Punkten wichtig war, die aber durch den Tod von Pius X. ein Ende gefunden hatte, noch bevor das Sakramentenrituale in Angriff genommen worden war. Im Gegensatz dazu hat heute die vom Zweiten Vatikan um beschlossene Liturgiereform die gesamten liturgischen Bücher umgestaltet und allen, bzw. fast allen, umfangreiche Praenotanda vorangestellt. Dieser Tatsache trägt das Buch IV des neuen Codex weitestgehend Rechnung. Ja, man kann sagen, der neue Codex ist in seinem Buch IV in hohem Maß an die seit dem Zweiten Vatikanum veröffentlichen liturgischen Bücher angepaßt. Jetzt ist es allerdings an der Zeit, die liturgischen Bücher ihrerseits in den Punkten anzupassen, die zum neuen Codex im Gegensatz stehen, und ganz allgemein die liturgischen Gesetze mit dem kanonischen Recht in Einklang zu bringen. Zu diesem Zweck hat die "Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst" eine Arbeitsgruppe aus Liturgikern und Kirchenrechtlern gebildet und ihr den Auftrag erteilt, die Änderungen ("Variationes") vorzubereiten, die jetzt in den neuen Ausgaben der liturgischen Bücher einzuführen sind (Vgl. Notitiae 20 [1983] 280-281).

Die Änderungen, von denen das Dekret der heiligen Kongregation spricht, sind nach der Ordnung der liturgischen Bücher angelegt und entsprechen damit auch den verschiedenen Teilen der Liturgiekonstitution.

Die Änderungen berühren auf verschiedene Weise 76 Nummern der Praenotanda. Sie reichen von einer einfachen Abänderung eines Verweises bis zu einer Umgestaltung des Textes und der Disziplin. Fast ein Drittel der Änderungen betrifft Verweise auf das kanonische Recht, die Terminologie sowie geringfügige redaktionelle Veränderungen.

Eine terminologische Änderung im liturgischen Recht besteht darin, daß der neue Codex der Feier der Kirchweihe und Altarweihe folgend das Wort "Konsekration" durch "Weihe" ersetzt (can. 1217-1218, 1237-1238). An die Stelle der früheren Unterscheidung zwischen Kirchen und verschiedenen Arten von Oratorien tritt nun eine dreifache Einteilung: Kirchen, Kapellen und Privatkapellen (can. 1214-1223, 1226) (Die Anmerkungen erwähnen die Tatsache nicht, daß der neu Codex den Ausdruck "Bischofsweihe" beibehalten hat, anstatt den Ausdruck "Ordination des Bischofs" aufzunehmen, der im neuen Pontifikale steht). Die terminologischen Änderungen sind selbstverständlich in die liturgischen Bücher aufzunehmen und in einer den verschiedenen Sprachen entsprechenden Weise zu übersetzen. Die redaktionellen Änderungen sind zwar nicht unbedingt erforderlich, jedoch bringen sie einen doppelten Vorteil: Die liturgischen Bücher gewinnen durch bestimmte nützliche Präzisierungen des Codex, so z. B. wenn can. 918 einen angemessenen Grund für den Kommunionempfang außerhalb der Messe verlangt. Andererseits lassen sie die Einheit aller Anordnungen deutlicher hervortreten.

Verschiedene Änderungen im liturgischen Bereich ergeben sich indirekt aus Änderungen in anderen Bereichen des Rechts. Das gilt z. B. in Bezug auf die Änderungen in der Zensurendisziplin oder in Bezug auf die Abschaffung des "Versprechens" der Religiosen, das die Instruktion "Renovationis causam" 1969 vorgesehen hatte und für das der "Ordo professionis religiosae" von 1970 einen eigenen geeigneten Ritus enthält. Auch ist nach dem neuen Codex der Diözesanbischof für Dinge zuständig, die früher dem Ortsordinarius zukamen.

Die Änderungen, die direkt den liturgischen und sakramentalen Bereich betreffen - wobei hier eine genaue Unterscheidung zwischen liturgischem Recht und Sakramentenrecht oft schwierig, ja unmöglich ist -, kann man in vier Gruppen einteilen. Es handelt sich

1. um wenige Fälle, in denen der neue Codex zu der Disziplin zurückkehrt, die vor der Neuordnung der liturgischen Bücher durch den Apostolischen Stuhl Geltung hatte;

2. um häufigere Fälle, in denen der neue Codex über die Liturgiereform hinausgeht oder deren Verwirklichung vereinfacht;

3. um den Sonderfall der Generalabsolution ohne vorausgehende Einzelbeichte;

4. um die Einfügung gewisser neuer kanonischer Vorschriften in die liturgischen Bücher.

Ein kleiner Teil der Änderungen gehört zur ersten Kategorie. Von nun an verlangt zum Beispiel die Allgemeine Einführung in das Meßbuch (Nr. 281), wie schon die Instruktion "Inaestimabile donum" (Nr. 8) und entsprechend can. 924 § 2 sowie entsprechend dem Codex von 1917, daß das für die eucharistische Feier bestimmte Brot "mere triticeus" ist. Früher verlangte die Allgemeine Einführung wie das Konzil von Florenz und das nachtridentinische Meßbuch lediglich, daß es "triticeus" ist. Oder: Bei Sterbenden, die das Bewußtsein verloren haben oder von denen man nicht weiß, ob sie noch leben, erlaubte der Ordo Unctionis den Priestern, das Sakrament der Krankensalbung zu spenden: "praeberi potest", "potest praebere", machte dies aber nicht zur Pflicht. Der neue Codex dagegen greift hier die Formulierung des alten Codex wieder auf: "ministretur", "conferatur" (can. 1005-1006).

Eine zweite Kategorie von Änderungen, und zwar eine große Anzahl, unterstreicht Vorschriften und Empfehlungen der Liturgiereform oder erweitert Möglichkeiten, die diese schon vorher eröffnet hatte. Eine solche Verstärkung liegt etwa vor, wenn der Codex die Vorschrift der Liturgiekonstitution aufgreift, daß die Homilie in der Sonntagsmesse nur aus einem schwerwiegenden Grund unterbleiben darf (can. 767 § 2, vgl. Sacrosanctum Concilium, 52). In der Allgemeinen Einführung in das Meßbuch hatte diese Vorschrift keinen Eingang gefunden. Eine andere Anordnung schreibt jetzt vor, daß Pfarrkirchen zu weihen sind (can. 1217 § 2). Mit Nachdruck - "ministretur" anstatt "ministrari potest" - betont der neue Codex jetzt, was das Rituale über die Krankensalbung von Kindern und über die Stärkung, die sie daraus erfahren können, sagt (can. 1004 § 1 und 1005). Dankbar nimmt man die Aufhebung der Einschränkungen bezüglich der Konzelebration (can. 902) zur Kenntnis sowie die gegebenenfalls notwendigen Erleichterungen in Bezug auf die Feier der Eucharistie in nichtsakralen Räumen (can. 932). Man könnte noch viele Beispiele anführen.

Eine eigene Kategorie bilden die Änderungen in Bezug auf das Bußsakrament. Zwei Punkte sind hervorzuheben: Erstens hatte der Ordo Paenitentiae von 1973 - abweichend von den sonstigen Gepflogenheiten der Liturgiereform - es offenkundig dem künftigen Codex überlassen, neue Bestimmungen bezüglich Ort der Beichte und Beichtstuhl festzulegen, wobei den Bischofskonferenzen ein Adaptationsrecht eingeräumt wurde. Can. 964 § 2 bestimmt nun, daß dieses Adaptationsrecht den Beichtstuhl betrifft, wobei die Gläubigen die Möglichkeit haben müssen, hinter einem Gitter zu beichten.

Im Zusammenhang mit der Beichte kommt der Codex auf die wichtige Frage der Generalabsolution ohne vorausgehendes Einzelbekenntnis zu sprechen. Grundlegend für Lehre und Disziplin sind die Normen der Glaubenskongregation von 1972, die ein Jahr später im Ordo Paenitentiae ihren Niederschlag gefunden haben. Ohne an das Wesentliche dieser Normen zu rühren, hat der Codex verschiedene Stellen redaktionell so geändert, daß der Ausnahmecharakter der Generalabsolution so stark wie möglich unterstrichen wird. Selbstverständlich werden diese vom Codex eingeführten Änderungen ohne Abstriche in den Ordo Paenitentiae aufgenommen.

Bei einer letzten Gruppe von Änderungen geht es nicht um einen Gegensatz zwischen den Bestimmungen des Codex und den liturgischen Vorschriften, sondern darum, die Übereinstimmung zu vergrößern und den Zelebranten in den liturgischen Büchern mehr Hinweise zu geben zu den Punkten, in denen die Bestimmungen des Codex neu sind (z. B. bezüglich der Beichtvollmacht) und zu den Bedingungen, unter denen ein Sakrament gespendet oder empfangen werden kann. So werden zum Beispiel die Bedingungen für die Erlaubtheit der Kindertaufe (can. 863) genauer umschrieben, als das bisher im Ordo baptismi parvulorum der Fall war. Diese Änderungen schöpfen zwar bei weitem das nicht aus, was im neuen Codex für das liturgische und sakramentale Leben der lateinischen Kirche von Bedeutung ist und was jeden angeht, der dafür irgendwie Verantwortung trägt. Sie haben aber auch nicht nur die Dinge berücksichtigt, die in den nachkonziliaren liturgischen Büchern geändert werden müssen, weil sie "Codicis canonibus contraria" sind. Es ging auch um eine weitere Harmonisierung zwischen dem liturgischen Recht und den Canones des Codex, immer unter der Rücksicht, den Unterschied der beiden Genera zu beachten.

Im übrigen gilt: Wo (durch die "Variationes") keine Änderungen eingeführt werden, kann man sicher sein, daß die Praenotanda unverändert in Kraft bleiben. Dies gilt insbesondere in bezug auf die Vorschriften für die Vorbereitungen zur Herausgabe der liturgischen Bücher und ihre Adaptation in den Landessprachen, "actis ab Apostolica Sede recognitis". Dieses Verfahren (der Konfirmierung) kodifiziert der neue Codex nicht: es ist jedoch, ohne ins Detail zu gehen, in can. 838 § 2 und 3 dargestellt.

Die wichtigste Bedeutung der Änderungen liegt in der KlarsteIlung, wie das liturgische Recht nach dem Inkrafttreten des neuen Codex aussieht. Der Inhalt der Änderungen gehört zum Codex und zugleich zum liturgischen Recht; er tritt darum mit dem Codex in Kraft. In den liturgischen Büchern sind die Änderungen gemäß dem Dekret der Kongregation bei Neuauflagen einzufügen, und zwar sowohl in den volkssprachlichen Ausgaben wie auch in den lateinischen. Das Dekret läßt die Frage offen, ob es von Vorteil wäre, wenigstens in bestimmten Fällen, schon jetzt die Änderungen in die bestehenden Bücher (einschließlich der volkssprachlichen ) aufzunehmen. Das ist eine besondere Frage, bei der man den materiellen und pastoralen Verhältnissen der verschiedenen Länder Rechnung tragen muß. Das Dekret "De Variationibus" beschränkt sich ausschließlich auf die Änderungen, die mit der Veröffentlichung des neuen Codex zusammenhängen. Diese Veröffentlichung hat ohne Zweifel eine andere, indirekte Auswirkung auf die verschiedenen "Feiern", die zusammen Rituale und Pontifikale bilden. Deren schrittweise Herausgabe hatte keine vollkommene Einheitlichkeit erlaubt. So hat zum Beispiel das Pontifikale mit den Ordinationen noch keine Praenotanda. Die Praenotanda der verschiedenen Riten müßten miteinander in Einklang gebracht werden. Jetzt, da der neue Codex veröffentlicht ist, ist es möglich, diese Aufgabe zu verwirklichen. Wenn die zuständige Autorität diese Aufgabe bejaht, so wäre dies zum Vorteil des vom Zweiten Vatikanum unternommenen Werkes des liturgischen und sakramentalen Rechts, ein Werk, das man mit zwei anderen aus früheren Jahrhunderten vergleichen kann: Das Vierte Laterankonzil wurde ergänzt durch die diözesanen Synodalstatuten des 13. Jahrhunderts, die bis heute von fundamentaler Bedeutung für das Sakramentenrecht sind; das Konzil von Trient führte in Mailand zur Entstehung des liturgischen und sakramentalen Werkes von Karl Borromäus und in Rom zur Entstehung des Rituale Sacramentorum Romanum von Kardinal Santori und des Rituale Pauls V.

Pierre-Marie Gy, O.P.
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