Unkeuschheit

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Die sieben
Hauptsünden

Die Unkeuschheit als Hauptsünde ist am besten als Verstoß gegen die Keuschheit (siehe dort) zu erklären. Ohne christlich erleuchteten Begriff von Reinheit und Keuschheit ist es äußerst schwer, plausibel zu machen, warum diese Hauptsünde tatsächlich eine Hauptsünde ist. Im öffentlichen Bewusstsein der Gegenwart wird diese Sünde fast nur noch ironisch-verächtlich als "Sünde" bezeichnet.

Dass vom Sündenbewusstsein der Allgemeinheit, wenn auch in äußerst prekärer Weise, dieser Rest überhaupt noch übrig ist, ist aber dennoch bemerkenswert: Mit Sünde meint "die katholische Kirche" zwar keineswegs nur das "VI. Gebot", dessen Kern das Verbot des Ehebruchs ist. Aber in der körperlichen Lebenswelt der Menschen scheint, trotz allem, immer noch am ehesten spürbar zu sein, dass es sittliche Unordnung überhaupt gibt. Denn hier fällt der Selbstbetrug am ehesten auf.

Trotzdem ist die Unkeuschheit (genauer: Wollust) nur eine Hauptsünde unter mehreren; und die Vermeidung der anderen Hauptsünden ist sogar oft sehr viel schwerer, auch wenn das leichter (schon sich selbst gegenüber) abgestritten werden kann. Auf die ezessiv "ausgelebte" Wollust sind heute viele stolz ("Geil!") , aber wer nennt sich selbst einen Geizkragen, Fresser oder eitlen Pfau? Sich "einleben" (in die Gemeinschaft mit Gott) ist der Sinn des Lebens, nicht das "Sich-ausleben".

Wie schwer fällt es beispielsweise den Christen, auch Priestern und Theologen, den Stolz zu meiden oder den Geiz. Wer nicht besonders triebhaft veranlagt ist (auch das gibt es gar nicht so selten!), dem fällt die Keuschheit zu beachten oft sogar leichter als das Meiden von Völlerei oder Ruhmsucht oder.. oder..

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