Personalprälatur

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Personalprälatur ist nach allgemeinem Recht (CIC 295-297), ein weltgeistlicher Inkardinationsverband für Priester, die in besonderen Aufgaben überall in der Weltkirche eingesetzt werden können und dafür besonders vorbereitet werden. Er ist eine Rechtsform, welche auf das zweite Vatikanische Konzil zurückgeht. Sie untersteht direkt der Römischen Kongregation für die Bischöfe und ist somit auch unmittelbar dem Papst unterstellt.

Inhaltsverzeichnis

Zur Definition

Die Personalprälatur unterscheidet sich eindeutig von Ordensgemeinschaften sowie von Instituten des geweihten Lebens. Ihr Amtsbereich hat personalen Charakter und dient der Verwirklichung einer bestimmten pastoralen Aufgabe.

Eine Personalprälatur wird nach den vom Apostolischen Stuhl für sie erlassenen Statuten geleitet. Ihr steht ein Prälat als eigener Ordinarius vor, der das Recht hat, auf eigene Kosten, ein nationales oder internationales Seminar zu errichten.

Das Opus Dei die erste Einrichtung der Kirche, welche den Status einer Personalprälatur hat, außerdem das Personalordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham für übertrittswillige Anglikaner.

Ziel

Ziel der Schaffung einer solchen Personalprälatur ist es, die christliche Botschaft wirksam, in einer säkularisierten und anti-christlich eingestellten Welt, zu verbreiten. Einer Personalprälatur erschliessen sich Möglichkeiten zur Evangelisierung und fürs Apostolat, die Ordensgemeinschaften und anderen kirchlichen Institutionen verschlossen bleiben. Gerade dort, wo die Kirche mit ihren bisherigen Möglichkeiten und Mitteln (z.B. ihren Institutionen und Ordensgemeinschaften) kein Erfolg vergönnt war, kann sich diese Selbstorganisation der Kirche in solchen Gesellschaften und Ländern viel eher und effektiver den dortigen Erfordernissen einer christlichen Mission stellen als es jede nach außen hin erkennbare Ordensgemeinschaft schaffen würde. Denn diese würde sich schon vom Anbeginn durch ihre Äußeres und durch ihre Lebensweise von einer nicht-christlichen Gesellschaft derart unterscheiden, so dass diese Gesellschaft solche kirchliche Institutionen oder Ordensgemeinschaften mitunter vielleicht nicht verstehen und sich so dieser abweisend bzw. negativ gegenüber einstellen würde. Was sich im schlimmsten Falle zu einer unüberwindlichen Barriere zwischen der Mission und Sendung Christi und den "Unerreichten", denen man die Botschaft Christi vermitteln will, auftürmen könnte.

Als eine der weiteren wichtigen Ziele und Aufgaben verpflichtet sich die Personalprälatur allen ihren angeschlossenen Laien eine durchgehende geistliche, aszetische und apostolische Bildung zukommen zu lassen. Dadurch sollen die Laien im christlichen Glauben gestärkt und ihnen ein Fundament für ein verbindliches und intensiveres geistliches Leben und religiöser Praxis in einer säkularisierten Welt zur Verfügung gestellt werden, auf dem die der Personalprälatur angeschlossenen Laien dann aufbauen können.

Verhältnis zur Diözese

Einer Personalprälatur können sich Laien - Frauen und Männer - mittels eines Vertrages, der zwischen dem einzelnen Gläubigen und der Prälatur geschlossen wurde, anschliessen. Die Gläubigen werden dadurch nicht aus der Autorität ihres lokalen Diözesanbischofs herausgelöst, sondern bleiben - trotz der Zugehörigkeit zur Personalprälatur - ihrer jeweiligen Diözese (Territorialprälatur) unterstellt und stehen somit mit dieser nicht in Konkurrenz. Mit anderen Worten, die einer Personalprälatur angeschlossenen Laien sollen weiterhin Gläubige ihrer Diözese bleiben, in der sie wohnen. Die Jurisdiktion der Personalprälatur beschränkt sich nur auf interne Angelegenheiten und beschneidet die Jurisdiktion der jeweiligen Diözese in keiner Weise. Die Mitglieder der Personalprälatur erklären sich damit einverstanden, dieser auf Gebieten unterstellt zu sein, auf denen die katholischen Gläubigen frei sind selbst zu entscheiden. An der Spitze einer solchen Institution steht ein Prälat (Oberhirte), z.B. ein Bischof, der vom Papst für diese Aufgabe ernannt wurde, der die kirchliche Leitungs- bzw. Jurisdiktionsvollmacht über die Personalprälatur besitzt.

Literatur

  • John L. Allen: Opus Dei, Mythos und Realität - Ein Blick hinter die Kulissen. Gütersloher Verlagsgesellschaft, 2006
  • Beat L. Müller: Die Personalprälatur Opus Dei im Überblick. Hrsg. vom Informationsbüro der Prälatur Opus Dei in der Schweiz, 2003
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