Max Thürkauf

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Max Thürkauf

Max Thürkauf (*21. Mai 1925 in Basel, Schweiz; † 26. Dezember 1993 in Weil am Rhein, Deutschland) war verheiratet mit Inge Thürkauf, Naturwissenschaftler und Philosoph.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Max Thürkauf war Professor für physikalische Chemie und Leiter desselben Institutes an der Universität Basel. Während mehr als zehn Jahren war er auf dem Gebiet der Atomenergie in Forschung und Industrie tätig. Für Arbeiten im Bereich der Isotopentrennung und Massenspektroskopie wurde ihm 1963 für die Herstellung von schwerem Sauerstoff der Ruzicka-Preis verliehen. Weitere Arbeitsgebiete im Umfeld der physikalischen Chemie waren die Elektronenmikroskopie großer Moleküle sowie chemische Thermodynamik und Reaktionskinetik.

1959 beauftragte ihn eine Schweizer Firma, in Frankreich im Atomreaktorzentrum Saclay bei Paris den Bau einer Anlage zur Herstellung von schwerem Wasser zu leiten, welches für Atomkraftwerke wichtig ist, aber auch zur Herstellung von Plutoniumbomben verwendet werden kann. Im selben Jahr wurde die erste Plutoniumbombe in der französischen Sahara gezündet. Das war für Max Thürkauf ein Damaskus-Erlebnis. Er erkannte, dass es keine wertfreie Naturwissenschaft gibt und begann sich mit ethischen Fragen seiner Arbeit auseinanderzusetzen und nach Gott zu fragen, den er lange Jahre auf die Seite geschoben hatte.

Es kam zum offenen Konflikt mit der Universität. 1967 tritt er aus Gewissensgründen als Leiter des Institutes für physikalische Chemie zurück, behält jedoch seine akademische Lehrtätigkeit bei. Max Thürkauf legte in dieser Zeit einen langen Glaubensweg zurück. Er wandte sich zunächst der Anthroposophie zu, bis er in der römisch-katholischen Kirche, aus der er als Jugendlicher ausgetreten war, die Wahrheit erkannte. 1981 trat er gemeinsam mit seiner Gattin, der Schauspielerin Inge M. Hugenschmidt-Thürkauf, wieder in die Kirche ein. Bis zu seiner Emeritierung 1990 hielt er Vorlesungen über erkenntnistheoretische, philosophische und religiöse Fragen der modernen Naturwissenschaft ohne dafür Honorar zu erhalten. Sein Brot verdiente er als Fluglehrer. Daneben entfaltete Thürkauf eine schriftstellerische Tätigkeit, hielt Vorträge und begeisterte die akademische Öffentlichkeit im Rahmen des Studium generale durch seine Darlegungen über "Naturwissenschaft und Christentum". Er wandte sich gegen eine wertfreie materialistische und gottlose Betrachtungsweise der Wissenschaft, die im Bereich der Materie wohlfeile Resultate der Technik hervorbringt. Er zeigte auf, dass Naturwissenschaft mit moralischer Verantwortung einhergehen muss.

Heimgegangen ist er am Stephanstag dem 26. Dezember 1993 in Weil am Rhein.

Bücher

(aus verschiedenen Verlagen)

  • 1973 Mit der Eisenbahn durch den dialektischen Materialismus. Reiseskizzen aus der Sowjetunion Hallwag Verlag Bern (152 Seiten; 1974 - 2. Auflage; ISBN 3-444-10128-7).
  • 1973 Pandorabüchsen der Wissenschaft, Das Geschäft mit dem Energiehunger, Verlag die Kommmenden Freiburg im Breisgau 1974 (2. Auflage; 116 Seiten).
  • 1975 Sackgasse Wissenschaftsgläubigkeit Zur Überbewertung der Exaktnaturwissenschaftlichen Betrachtungsweise durch die Erfolge der Technik, Strom Verlag Zürich 1977 (3. Auflage; 103 Seiten; ISBN 3-85921-030-0).
  • 1975 Die Chemiker oder die seltsame Flucht des Doktor Valentin Lauscher, Roman, Classen Verlag Zürich 1975 (257 Seiten).
  • 1975 Die Tüchtigkeit des Jakob Meier : Szenen abendländischer Nächstenliebe.
  • 1976 Aus Farbe wird Gestalt. Mit Hans Stocker im Atelier, Classen Verlag Zürich 1975 (257 Seiten).
  • 1977 Wissenschaft und moralische Verantwortung. Vom Bildungswert des naturwissenschaftlichen Unterrichts, Novalis Verlag Schaffhausen (192 Seiten; ISBN 3-7214-0038-0).
  • 1978 Die Tränen des Herrn Galilei, Ein Naturwissenschaftler denkt, Werner Classen Verlag Zürich (225 Seiten; 1. Auflage; ISBN 3-7172-0274-x) bei KathShop
  • 1980 Die moderne Naturwissenschaft und ihre sozialen Heilslehre- der Marxismus. Das Fundament der Ideologie- der naturwissenschaftliche Materialismus- ist unhaltbar Novalis Verlag Schaffhausen (296 Seiten; ISBN 3-7214-0071-2) (das Buch ist vollständig enthalten in: Endzeit des Marxismus 1987).
  • 1980 Technomanie - Die Todeskrankheit des Materialismus - Ursachen und Konsequenzen der Technologischen Maßlosigkeiten unserer Zeit, Novalis Verlag Schaffhausen (241 Seiten; 2. Auflage; ISBN 3-7214-0048-8).
  • 1981 König Nobels Hofstaat, Novalis Verlag Schaffhausen (224 Seiten; ISBN 3-72140083-8).
  • 1982 Adams Äpfel. Giftige Früchte vom Baum der Wissenschaft, Verlag Meier Schaffhausen (194 Seiten; ISBN 3-85801-032-4).
  • 1983 Christuswärts. Glaubenshilfe gegen den naturwissenschaftlichen Atheismus (143 Seiten; 1987 3. Auflage - ISBN 3-7171-0831-X).
  • 1984 Die Gottesanbeterin, Zwei Naturwissenschaftler auf der Suche nach Gott (159 Seiten; 1. Auflage; 1989 2. Auflage; ISBN 3-7171-0854-9).
  • 1984 Wissenschaft schütz vor Torheit nicht, Jordan Verlag Zürich (129 Seiten; ISBN 3-906561-02-X).
  • 1985 Franziskus im Atomzeitalter, Die alte Liebe rettet die neue Welt Christiana Verlag (1. Auflage; 142 Seiten; ISBN 3-7171-0875-1).
  • 1987 Endzeit des Marxismus. Mit einem Nachwort von Anatolij Korjagin Christiana Verlag (1. Auflage; 242 Seiten; ISBN 3-7171-0898-0)
  • 1987 Das Fanal von Tschernobal Christiana Verlag (191 Seiten; ISBN 978-3-7171-0895-6).
  • 1990 Unruhig ist unser Herz Christiana Verlag (1. Auflage; 225 Seiten; ISBN 3-7171-0930-8).
  • 1992 Die Spatzen pfeifen lassen, Geistliches Tagebuch eines Physikers Christiana Verlag (1. Auflage; 286 Seiten; ISBN 3-7171-0951-0).
  • Wissen ist noch lange nicht Weisheit, Aphoristische Notizen eines Naturwissenschaftlers, Christiana Verlag 2008 (73 Seiten; 2. Auflage; ISBN 978-3-7171-1131-3).

Kleinschriften

(im Johannes Verlag Leutesdorf herausgegeben, ungefähr 30-40 Seiten)

Medien

CD´s beim Apostolat Hörnle

Weblinks

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